09.04.2021 - 10:56 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Vohenstrauß kämpft sich bisher gut durch die Krise

Der Vohenstraußer Stadtrat beschließt den Rekordhaushalt 2021 einstimmig. In der Sitzung am Donnerstag wird aber klar, dass alle Fraktionen trotz aller Freude über die gute Entwicklung mit weitreichenden Folgen der Coronakrise rechnen.

Der Stadtrat Vohenstrauß beschließt den Rekordhaushalt 2021 einstimmig.
von Christine Walbert Kontakt Profil

"Vohenstrauß hat die Krise angenommen", erklärte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer am Donnerstag in der Haushaltssitzung, bevor Kämmerer Rainer Dötsch den Räten den Rekordetat vorlegte. Der Rathauschef gab zu bedenken: "Wie blickt man auf das Jahr 2021 und plant dieses, wenn man gar nicht weiß, wie sich alles weiterentwickelt, da uns Corona bereits über ein Jahr in allen Lebensbereichen überschattet." Trotzdem zeigte er sich kämpferisch. Jeder müsse seinen Beitrag leisten: "Dass wir das können und in den zurückliegenden zwölf Monaten auch bewiesen haben, zeigt mir eindrucksvoll das Coronajahr 2020, denn unsere Kommunalpolitik hat über diese schwere Zeit hinweg gut und verantwortungsvoll funktioniert."

Der aktuelle Haushalt sei nur möglich, weil die Stadt in den vergangenen Jahren vernünftig gewirtschaftet habe. "Es wird sich unweigerlich eine Ertragsdelle in den künftigen Haushalten nach 2021 zeigen, auch wenn die aktuelle Ausgleichsrücklage bei acht Millionen Euro steht." Dies sei kein Grund zur Entwarnung. Der Bürgermeister ging auf die wichtigsten Investitionen ein. Das große Ziel laute: "Vohenstrauß soll auch zukünftig auf verschiedenen Ebenen eine familienfreundliche Stadt und Großgemeinde sein."

Große Sorge bereite Wutzlhofer die Innenstadt. "Wir wollen den Weg des Vohenstraußer Einzelhandels und der Gastronomie unterstütze, indem wir Stadtmarketing und Leerstandsmanagement zum Thema machen." Neben den Feuerwehren rückte der Bürgermeister am Ende seiner Rede das Ehrenamt in den Mittelpunkt. "Dieses gilt es mehr denn je wertzuschätzen. Die Vereine, das Vereinsleben, die ehrenamtliche Arbeit, die Kultur - sie machen unsere Großgemeinde aus. Deshalb fördern wir als Stadt deren Angebote nach Möglichkeit." Die Räte und auch die Bevölkerung sollten sich den Blick auf das Positive und die Zuversicht bewahren.

Die wichtigsten Zahlen aus dem Haushalt der Stadt Vohenstrauß

Vohenstrauß

Schwierige Folgejahre

Josef Maier, der wie alle anderen Sprecher des Abends dem Kämmerer großes Lob aussprach, erklärte für die CSU-Stadtratsfraktion: "Es ist wieder ein Rekordhaushalt - trotz der Coronapandemie - mit Investitionen von über acht Millionen Euro, der wieder ohne Neuverschuldung auskommt. Die Entnahme aus der Rücklage ist jederzeit vertretbar." Maier hob die Investitionen in Schulen, Kindergärten, Bücherei und Fortentwicklung der Altstadt durch das Stadtmarketing hervor. Die Ausweisung von Baugebieten und freiwillige Leistungen für Jugend, Senioren, Kultur und Sportvereine seien richtige Maßnahmen. Die langjährige hervorragende Zusammenarbeit von Bürgermeister, Verwaltung und Stadtrat würden sich im Haushalt widerspiegeln. "Es ist zu vermuten, dass sich die folgenden Jahre durch die Pandemie schwieriger gestalten werden. Doch ich bin zuversichtlich, dass gemeinsam diese Herausforderungen angegangen werden."

Für die Freien Wähler gab Martin Gleixner eine Stellungnahme ab. "Die Fraktion der Freien Wähler freut sich ganz besonders, dass nun Mittel für ein Radwegekonzept, Gelder für die Entwicklung einer Strategie für ein wirkungsvolles Stadtmarketing und für erste Planungen für ein zukunftsweisendes Leerstandsmanagement im Haushalt eingestellt sind." Genauso wichtig seien laut Gleixner aber auch Mittel für die Förderung der Kultur und die Unterstützung der Vereine. "Insgesamt liegt ein Haushalt vor, der einmal mehr beweist, dass weder Egoismus noch Populismus und auch nicht Aktionismus die richtigen Berater in der Kommunalpolitik sind, vielmehr führt vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit im gesamten Gremium zum Erfolg."

Erinnerung an Krankenhaus

Heinrich Rewitzer betonte für die SPD-Fraktion, dass der Haushalt bestätige, "dass Vohenstrauß eine lebenswerte, zukunftsorientierte Stadt ist." Der Sprecher hob alle Mensch hervor, die den "Laden am Laufen halten": "Wir haben denen zu danken, die täglich an einer Kasse sitzen und im Krankenhaus, den Schulen und Kitas, beim Rettungsdienst, bei der Feuerwehr oder auch bei der Polizei arbeiten. Und das alles mit der täglichen Infektionsgefahr vor Augen." Rewitzer erinnerte an einen schmerzlichen Einschnitt in der Geschichte der Stadt: "Wie schön wäre es gewesen, wenn jetzt in diesen schweren Zeiten unser Vohenstraußer Krankenhaus erhalten geblieben wäre. Aber dies ist leider vorbei. Aus - für immer." Der SPD-Sprecher gab zu bedenken, dass der Haushalt aufgrund der Pandemie schon bald ganz anders aussehen könnte. Mit einem Lob an den Bürgermeister, alle Fraktionen im Stadtrat und Kämmerer samt Verwaltung endete Rewitzers Ansprache.

Auch die FDP/UW-Fraktion stimmte für den Haushalt. Michael Gösl stellte heraus, wie vorteilhaft die überdurchschnittlich gute, digitale Ausstattung der Vohenstraußer Schulen sei. "In der aktuellen Situation zeigt sich verstärkt, wie wichtig der Ausbau der Digitalisierung insbesondere auch für die Ortsteile, ist." Die Vereine stünden vor schwierigen Herausforderungen. Deshalb halte die FDP/UW die Entscheidung für die im Haushalt eigeplante Förderung für äußerst wichtig. Gösl dankte unter anderen den Beschäftigten des Bauhofs und den Mitarbeiterinnen der Kindergärten für ihren täglichen Einsatz.

"Die Fraktion der Freien Wähler freut sich ganz besonders, dass nun Mittel für ein Radwegekonzept, Gelder für die Entwicklung einer Strategie für ein wirkungsvolles Stadtmarketing und für erste Planungen für ein zukunftsweisendes Leerstandsmanagement im Haushalt eingestellt sind."

Martin Gleixner, Freie Wähler

Martin Gleixner, Freie Wähler

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