11.09.2020 - 12:04 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Vohenstraußer Stadträte haben zahlreiche Anliegen

Die Stadt Vohenstrauß wird sich an den Investitionskosten für den Neubau eines Tierheims in Weiden beteiligen. Sie will damit als gutes Beispiel für andere Gemeinden vorangehen. Ein "Ausweichweg" in einem Baugebiet ist Thema einer Anfrage.

Der "Ausweichweg" zum Baugebiet "In der Leiten" wird ausgebessert. Eine asphaltierte Zufahrt wird jedoch nicht entstehen.
von Christine Walbert Kontakt Profil

In der Stadtratssitzung am Donnerstag waren sich die Räte schnell einig: Die Kommune wird sich grundsätzlich an den Investitionskosten für den Tierheimneubau in Weiden durch den Tierschutzverein Weiden und Umgebung e.V. sowie den laufenden Betriebskosten beteiligen. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer rechnete im Vorfeld der Abstimmung vor, welche Beträge auf die Stadt bei dem vier Millionen Euro teuren Bau zukämen. 500 000 Euro würde der Tierschutzverein übernehmen. Die restlichen 3,5 Millionen Euro müssten sich die Stadt Weiden und der Landkreis Neustadt teilen. Auf den Landkreis entfallen 1 750 000 Euro. Je nach Kreditlaufzeit 20 oder 25 Jahre) würde auf die Stadt Vohenstrauß entweder ein jährlicher Betrag von 12 629 Euro oder 10 994 Euro zukommen. Dies sei eine Steigerung im Vergleichur letzten Zahlung für das Jahr 2020 um 3565 Euro.

"Allerdings funktioniert diese Rechnung nur, wenn sich alle 38 Landkreiskommunen an dieser Finanzierung beteiligen", erklärte Wutzlhofer. Gemäß der Fundverordnung seien die Gemeinden verpflichtet, Fuindtiere entgegenzunehmen und artgerecht unterzubringen, zu ernähren und zu pflegen. Bislang habe die Stadt Vohenstrauß die Fundtiere des eigenen Zuständigkeistbereichs in das Tierheim Weiden verbracht. Der Bürgermeister sprach von "drei Katzen und zwei Hunden im Jahr". "Es können aber auch mal mehr sein, und dann hätten wir ein Problem, wenn es das Tierheim in Weiden so nicht mehr gibt", meinte der Rathauschef. Denn: Sollte der Neubau wegen fehlender Mittel nicht über die Bühne gehen, würde das jetzige Tierheim nur mehr als "Gnadenhof" betrieben, erklärte Wutzlhofer.

Den Kooperationsvertrag mit Learning Campus wird die Stadt nach einstimmigen Beschluss des Stadtrats unbefristet verlängern. Der Zuschuss in Höhe von 65 Euro pro Kind und Woche wird künftig für sämtliche Standorte von Lerning Campus gewährt. Es handelt sich um einen Anbieter von Erlebnispädagogik mit Standorten in ganz Nordbayern. Es werden Ferienfreizeiten angeboten, die laut Wutzlhofer die Familien entlasten würden. Der Hauptsitz von Learning Campus liegt in Trabitz.

Termine der Ortssprecherwahlen

Der Bürgermeister gab die Termine der Ortssprecherwahlen bekannt: 21. September in Kaimling, 23. September in Waldau und am 24. September in Böhmischbruck - jeweils um 18.30 Uhr in den Fahrzeughallen der Feuerwehren. Laut Wutzlhofer würden sämtliche Infektionsschutzmaßnahmen eingehalten. Die Bürger sollten also in jedem Fall mit Mundschutz erscheinen. Auf das gemütliche Beisammensein nach der Wahl müsse verzichtet werden.

Im Bereich der Bushaltestelle bei "Foto Kraus" sollte laut SPD-Stadtrat Bern Koller etwas nachgebessert werden. Er regte in der Sitzung an, ein Wartebänkchen, eine Überdachung und einen Aschenbecher anzubringen.
Im Blickpunkt:

Anregungen der Stadtratsmitglieder

  • Dorit Schmid (Freie Wähler) sprach dem städtischen Bauhof ein Lob aus für die Pflege der Blühflächen in der Großgemeinde. Laut Außendienstleiter Karl Frey würden auch bienenfreundliche Samenmischungen verwendet. Außerdem regte Schmid an, den mittlerweile zahlreichen Störchen im Stadtgebiet einen Horst anzubieten. Sie brachte dabei die Friedrichsburg als Standort ins Spiel. Hier hätten sich heuer teils bis zu fünf Störche blicken lassen.
  • Bernhard Kleber (Freie Wähler) meinte, dass man bezüglich der Brückensanierung in Böhmischbruck die Verkehrsteilnehmer frühzeitig mit einem Schild "bis Brücke frei" drauf hinweisen sollte, dass sie eine Umleitung fahren müssen. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer bestätigte, dass die Situation dort auch hinsichtlich des Lkw-Verkehrs noch nachbesserungswürdig sei. Laut Bernd Koller sollte die Alternativroute über Altentreswitz für Lkw gesperrt werden, stattdessen müssen die Schwerlaster die Umleitung über die Kreisstraße in Kauf nehmen.
  • Bernd Koller (SPD) bat darum, die Situation an der Bushaltestelle bei Foto Kraus zu überdenken. Er regte an, eine Wartebank, eventuell eine Überdachung und vor allem einen Aschenbecher anzubringen. In dem Bereich würden täglich viele Zigarettenstummel herumliegen. Außerdem sollte in der Bahnhofstraße eine Querungshilfe für Fußgänger errichtet werden. Als groben Standort gab er den Bereich zwischen Buchhandlung Rupprecht und Schreibwaren Blenz (Dineiger) an.
  • Heinrich Rewitzer (SPD) fragte nach, wie weit die "Krankenhaus-Nachfolge" gediehen sei. Wutzlhofer erklärte, dass noch Vertragsgespräche mit einem Interessenten hinsichtlich eines medizinischen Versorgungszentrums mit Kurzzeitpflege laufen. Bis Oktober könne man mit einem Ergebnis rechnen. Laut Außendienstleiter Karl Frey würde man nun demnächst die Hinweisschilder "Krankenhaus" in der Stadt abmontieren.
  • Josef Maier (CSU) bat darum, die Schlaglöcher in der "Notausfahrt" im Baugebiet "In der Leiten" auszubessern. Kämmerer Rainer Dötsch, der selbst in dem Gebiet wohnt, meinte, man könne hier nicht von Schlaglöchern sprechen. Nach einer kurzen, aber vehement geführten Debatte um den Stellenwert dieses Ausweichwegs, versicherte der Bürgermeister, dass Ausbesserungen vorgenommen werden. Schließlich würde er gut angenommen, weil er den unteren Bereich des Baugebiets verkehrstechnisch entlaste würde. Ein genereller Ausbau dieses Wegs sei jedoch nicht geplant.
  • Martin Gleixner (Freie Wähler) gab zu Bedenken, dass nun mit dem Auszug der Postfiliale im Dezember (der neue Standort ist dann im neuen Edeka) ein weiterer Leerstand droht. Laut Wutzlhofer werden im Postgebäude Wohnungen geplant. Gleixner erklärte, dass die Stadt Maßnahmen ergreifen sollte, um dem wachsenden Leerstand entgegenzuwirken. Der Bürgermeister wird das Thema Leerstandsmanagement im Zuge der Sitzung der ILE (Integrierte Ländliche Entwicklung) in der kommenden Woche ansprechen. Im gemeindlichen Verbund könne man ein solches Projekt besser angehen.
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