Wie beliebt der Weinleseabend ist, ist an den Besucherzahlen abzulesen, die von Jahr zu Jahr ständig steigen. Diesmal waren über 180 Zuhörer gekommen - absoluter Rekord. "Mehr geht nicht mehr, das ist die oberste Grenze", machte Rupprecht mit Blick auf die Zuhörer deutlich, die sogar auf den niedrigen Buchregalen ringsum saßen, weil die Stühle und der Platz nicht mehr ausreichten.
In der Hand ein Glas Wein und Knabbereien - so konnten die Gäste den Abend genießen. "Noch nie waren so viele Besucher da, das macht uns ein bisserl nervös, aber das steigert auch die Konzentration", merkte Rupprecht bei der Begrüßung an. Sie freute sich riesig über das Interesse an Büchern und Literatur. Mit ihren Kollegen Melissa Meindl und Johannes Beugler hatte sie 15 Bücher ausgewählt. "Es müssen einfach nur Bücher sein, die uns persönlich besonders gut gefallen haben", lauteten die Vorgaben. Ob es dabei Bücher sind, die besonders humorvoll, spannend, unterhaltsam oder sehr lehrreich waren, bleibe jedem selber überlassen.
"Wie sind Sie denn drauf?", meinte die Buchhändlerin überrascht, als sie nachfragte ob sie mit etwas Schönem oder Grausigem die Vorstellungsrunde eröffnen sollte und sich die meisten Besucher für Letzteres entschieden. Erfahrungsgemäß wären das in der Vielzahl die Frauen. Für einzelne schönere Bücher entschieden sich meist die Männer, wusste Rupprecht aus ihren Erfahrungen und sorgte gleich für humorvolles Lachen. Sie entschied sich trotzdem für den relativ unbekannten österreichischen Autor René Freund mit dem Titel "Ans Meer". Das Buch sei für sie eine kleine, feine Entdeckung wie eine Perle gewesen. Ganz anders war Rupprechts zweite Buchpräsentation mit dem Titel "Der Horror der frühen Medizin". Das Buch ist die Biografie eines Arztes aus dem 19. Jahrhundert, der in London Medizin studierte. Joseph Lister sei später sogar geadelt worden und von seinen Errungenschaften und wissenschaftlichen Entdeckungen profitieren wir heute alle noch, führte Rupprecht aus.
Meindl wählte "Grenzgänger", "Die Tätowierer von Auschwitz", "Frauen, die Bärbel heißen" und "Das Mädchen im roten Kleid" aus. Beugler empfahl heuer "Der Spielmann", ein Abenteuer-Epos, das die Geschichte des Johann Georg Faustus erzählt. Auch fürs Herz hatte er "Ich komme mit" dabei, in dem die alte Vita und der kranke Lazy über das Leben philosophieren und dabei zu Freunden werden. Vor allem das Herzliche und Positive habe ihm gefallen, wenn es zum Beispiel heißt: "Leben ist Lachen beim Kitzeln" oder "Das Leben ist eine Geschenk. Man kann's nur einmal auspacken".
Außerdem legte Beugler den Zuhörern noch "Vox" und "So dunkel der Wald" ans Herz. Letzteres ist ein Thriller und ganz grässlich nur für Hartgesottene, die in eine klaustrophobische Welt aus Gewalt und Angst entführt werden. Den letzten Part des Abends übernahm noch einmal Rupprecht, um "Die Verwandlung der Dinge", "Der Schatten", "Hundert", Stille" und "Das Blaue Buch" in den Mittelpunkt zu rücken. Alle Gäste durften sich danach wieder Wein nachschenken und sich in den Buchregalen umsehen oder sich mit anderen Gästen austauschen.















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.