07.04.2021 - 14:34 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Weißbierbrauer Rudolf Fiebig aus Vohenstrauß nach schwerer Krankheit verstorben

Sein handgebrautes Weißbier war weit über die Grenzen der Stadt Vohenstrauß hinaus bekannt: Der ehemalige Behringer-Besitzer und Brauer Rudolf Fiebig ist in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag nach schwerer Krankheit verstorben.

So war Weißbierbrauer Rudolf Fiebig in seinem Element. Jahrzehntelang braute er das beliebte Behringer-Weißbier, das weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt ist.
von Elisabeth DobmayerProfil

Vier Wochen verbrachte Rudolf Fiebig auf der Palliativstation, bevor er kurz vor seinem Tod heimkehrte, um am Donnerstag, 1. April, wenige Minuten vor Mitternacht, dort friedlich einzuschlafen.

Bei seinen Freunden, Bekannten und Gästen wird Rudolf Fiebig als sehr guter Bierbrauer und gutmütiger, geduldiger Wirt in Erinnerung bleiben. Sein Weißbier braute er jahrzehntelang nach alter Tradition.

In Bettmar in der Gemeinde Vechelde im Landkreis Peine, in der Nähe von Braunschweig, wurde Rudolf Fiebig am 11. Juni 1952 geboren. Sein Vater, der in die Eisenerzbergwerkgrube Mathilde in Lengede einfuhr, hatte bereits 1930 durch die Kinderlandverschickung Kontakt nach Vohenstrauß zu Gastwirtsbesitzer Karl Behringer, der das bekannte Traditionshaus am Marktplatz führte.

Da Behringers Ehe kinderlos blieb, übernahm Fiebigs Vater Gerhard Ende des Jahres 1957 Brauerei und Gaststätte und zog mit seiner Familie von Niedersachsen in die Pfalzgrafenstadt. Hier wuchs Rudolf mit vier Geschwistern auf.

Als er seine Schulzeit beendete, lag es nahe, in das Brauwesen einzusteigen, um den Beruf von der Pike auf zu lernen. Bei der Brauerei Krieger in Böhmischbruck fand er Anstellung und Ausbildung.

Bereits mit 19 Jahren heiratete Rudolf Fiebig das erste Mal – eine Flosserin – und wurde Vater eines Sohnes. 1982 ging er zum zweiten Mal den Bund der Ehe ein. Eine Tochter und ein Sohn stammen aus dieser Verbindung.

Doch auch diesmal scheiterte das Familienleben und so heiratete Rudolf Fiebig 1995 seine dritte Ehefrau Nadja, die aus der Slowakei kam. Obwohl auch diese Ehe nicht hielt, kümmerte sich seine frühere Frau in den letzten Tagen seines Lebens um ihn und holte ihn auf dem Sterbebett nach Hause.

Fiebigs bestimmt nicht immer einfaches Leben wurde vor allem durch den Konkurs des Behringer-Anwesens empfindlich gestört. 2007 ersteigerte es die Firma Metrec aus Schwarzenbach und führte die Brauerei traditionell weiter. Allerdings bedeutete das zugleich das Aus für Brauer Rudolf Fiebig. Als seine Stieftochter anschließend das Rathaus-Café betrieb, unterstützte er diese und war in als leidenschaftlicher Wirt bis zu seiner schweren Krankheit dort täglich anzutreffen.

Vor allem seine Kameraden vom Gesellschaftsverein „Seiltrick“, die sich in der aktiven Zeit als Kegelclub „Grün-Weiß“ nannten, trauern um ihren ehemaligen Vorsitzenden und Vereinswirt. Doch auch seine Stammgäste werden Rudolf Fiebig schwer vermissen. Die Beisetzung findet in aller Stille im familiären Kreis statt.

Brauer Rudolf Fiebig war ein geselliger Wirt. So wird er seinen Freunden und Bekannten auch in Erinnerung bleiben.
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