14.02.2021 - 11:39 Uhr
VorbachOberpfalz

Aussicht auf Förderung lässt in Vorbach Ideen sprießen

Gleich vier Vorschläge für Kleinprojekte, die im Rahmen des Regionalbudgets gefördert werden sollen, kommen aus den Reihen des Vorbacher Gemeinderates. Das sprengt den Förderrahmen. Deshalb beschließt der Rat eine Prioritätenliste

Aus dem alten Schulhaus könnte im Rahmen der Dorferneuerung ein Bürgerhaus mit multifunktionaler Nutzung werden
von Robert DotzauerProfil

Es war eine schwere Geburt. Intensiv diskutierten Vorbachs Gemeinderäte über Vorschläge für das sogenannte ILE-Regionalbudget. Aus diesem Topf fördert das Amt für Ländliche Entwicklung auch im Programmjahr 2021 Gemeinden, die sich im Rahmen einer Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) zusammengeschlossen haben. Dadurch soll eine engagierte und aktive eigenverantwortliche ländliche Entwicklung unterstützt und die regionale Identität gestärkt werden.Als „ILE-Kommunen“ verfügen auch die Gemeinden des Vierstädtedreiecks ein Gesamtbudget von 100.000 Euro mit Fördermöglichkeiten für Einzelprojekte bis zu 20.000 Euro. Auch Vereine können Antragsteller sein.

Nach Vorschlägen von Gemeinderätin Anneliese Weber zum Bau eines Behindertenparkplatzes vor der Expositurkirche Johannes Evangelist und von Martin Wiesend zur Sanierung des Buswartehäuschens in der Oberbibracher Ortsmitte hatte das Gremium über weitere Ideen zu beraten. Hierzu lagen drei Vorschläge von Zweiter Bürgermeisterin Irmi Bauer und den Oberbibracher Gemeinderäten Martin Kräml und Martin Wiesend vor. Während Irmi Bauer für die Errichtung eines Buswartehäuschens in der Neustädter Straße plädierte, wünschte sich Martin Kräml als Oberbibracher Feuerwehr-Vorstand Sitzbänke am Floriansbrunnen vor dem alten Schulhaus.

Die „Alte Schule“ war auch für Martin Wiesend ein Antragsthema. Ihm liegt die Schaffung eines barrierefreien Zugangs zu den Obergeschossen des Gebäudes am Herzen. Wiesend verwies auf die intensive Nutzung der Räumlichkeiten durch den Katholischen Frauenbund, durch die Freiwillige Feuerwehr Oberbibrach und durch Besucher des Heimatmuseums im Dachgeschoss. Besonders für schwerbehinderte Senioren seien die oberen Stockworte unerreichbar, stellte Wiesend fest. Anstelle eines teuren Aufzuges und komplizierter Anforderungen für einen Treppenlift schlug Wiesend den Einbau eines vielseitig nutzbaren Hängeliftes vor.

Als ersten Schritt empfahl der Kirchenpfleger und Heimatkundler eine Machbarkeitsstudie. Abrunden könnte die Studie Untersuchungen für einen barrierefreien Haupteingang. Wiesend bezifferte die Kosten der Machbarkeitsstudie auf 2142 Euro. Als Kosten für ein 5 Meter breites Buswartehäuschens nannte Bürgermeister Dr. Alexander Goller zirka 10.000 Euro. Die Kostenschätzung für neue Ruhebänke am Floriansbrunnen beträgt zirka 4400 Euro. Diese Vorschläge ergänzte Alexander Thurn mit einer weiteren Idee. Der Gemeinderat hielt einen dritten Sonnen- und Schutzschirm auf dem Platz des alten Schulhauses für zweckmäßig.

Im Wissen um förderfähige Gesamtausgaben von bis zu 20.000 Euro entwickelte sich die Festlegung einer Prioritätenliste zu einem Balanceakt. Nicht mehr zur Diskussion standen die Vorschläge zum Bau eines Behindertenparkplatzes und die Dachreparatur des Bushäuschens in der Oberbibracher Ortsmitte. „Das können unsere Bauhofleute in Eigenregie“, merkte der Bürgermeister an. Der Versuch des Rathauschefs, ein Reihenfolge der zu beantragenden Maßnahmen zu erstellen, mündete in eine lange Diskussion mit zahlreichen Wortmeldungen.

Energisch plädierte Martin Wiesend für seinen Antrag einer Machbarkeitsstudie. „Die Kosten sind zu verantworten. Das Ergebnis kann auch als Grundlage für weitere Sanierungsmaßnahmen im alten Schulhaus dienen.“ Dann habe man schon eine Grundlage für weitere Planungen in der Hand. Deshalb seien entsprechende Ausgaben nicht hinausgeworfenes Geld. Diesem Argument stimmte auch Manfred Plößner zu. Dominik Eckert ergänzte: „Dann sollte die Machbarkeitsstudie mit Blick auf eine Barrierefreiheit des gesamten Gebäudes erweitert werden“. Sebastian Pittner brachte eine weitere Überlegung in die Diskussion. Der FW-Sprecher verwies auf die Möglichkeit einer Generalsanierung des Schulhauses im Rahmen der Dorferneuerung. Man sollte diesen Planungen nicht vorgreifen. „In diesem Zusammenhang sollte man gleich an einen Aufzug denken“, urteilte Dominik Eckert. Gehör fanden diese Zukunftsvisionen auch bei Irmi Bauer und Tobias Lautner. „Langfristige Sanierungsüberlegungen sollten mit einfließen“.

Dieser Meinung war auch Bürgermeister Alexander Goller. Der Gemeindechef sprach zudem von Überlegungen zur Verwendung des alten Schulhauses als Bürgerhaus mit Multinutzung und dem Einbau öffentlicher Toiletten, um für Außenveranstaltungen besser gerüstet zu sein. Schließlich billigte das Gremium einstimmig eine Prioritätenliste der zu beantragenden Kleinprojekte. An erster Stelle steht ein Förderantrag zur Errichtung eines Buswartehäuschens in der Neustädter Straße. Auf den nächsten Plätzen folgen der Wunsch nach einer erweiterten Machbarkeitsstudie zur Barrierefreiheit des alten Schulgebäudes und die Fertigung neuer Sitzbänke am Floriansbrunnen in Oberbibrach.

Sitzbänke am Floriansbrunnen gehören zu den Projektwünschen im Rahmen des ILE-Förderprogrammes für Kleinprojekte

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