10.02.2021 - 11:21 Uhr
Edeldorf bei TheisseilOberpfalz

Edeldorfer Puppenbühne in den Startlöchern: Hermann Papacek will endlich wieder die Puppen tanzen lassen

Der Puppenspieler Hermann Papacek hat sich ein E-Bike gekauft und damit in den vergangenen Corona-Monaten fast ganz Bayern durchradelt. Aber er radelt nicht nur. Er schreibt und bastelt für den Tag X.

Hermann Papacek malt an der Kulisse für sein neues Einhorn-Stück. Das Bild zeigt das Schloss Dießfurt bei Pressath, das im Stück das Elfenschloss und die Heimat von Elfenprinzessin Laura ist.
von Gabi EichlProfil

Den Tag X sehnt der in der Region bekannte Puppenspieler Hermann Papacek aus Edeldorf herbei. Denn: So sehr er auch das Radfahren inzwischen lieben gelernt hat, keine Radtour kann ihm das Puppenspielen vor mitfiebernden Kindern ersetzen. Und so nutzt er die Zeit, in der er nicht das tun darf, was er am liebsten tut, und bereitet sich vor auf jenen Tag, an dem seine Figuren wieder vor Publikum auftreten dürfen. „Ich könnte sofort anfangen“, sagt er.

Papacek hat die vergangenen Monate genutzt, um jedes einzelne seiner Stücke zu überarbeiten. Er hat an seinen Figuren gefeilt, das eine oder andere repariert - und er hat ein neues Stück geschrieben und ein zweites Kinderbuch.

Geschichten für die Enkel

Das Einhorn ist fertig. Daran hatte Papacek gearbeitet, als Oberpfalz-Medien vor etwa einem Jahr mit ihm über die unfreiwillige Untätigkeit durch Corona gesprochen hatten. Die Einhorn-Geschichte hat sich Papaceks Enkelin Laura (5) gewünscht, nachdem ihr Bruder Valentin (8) - erklärter Dino-Fan - vom Opa schon „Kasperl und der Dinosaurier“ bekommen hatte. „Und so hab' ich halt eine Einhorn-Geschichte geschrieben“, sagt Papacek, als schüttle er diese Geschichten aus dem Ärmel. Abende lang schüttelt er sie tatsächlich aus dem Ärmel, nämlich dann, wenn er den Enkeln übers Telefon mehrmals in der Woche selbst erfundene Geschichten erzählt.

„Kasperl im Regenbogenland“ heißt die neue Geschichte rund um das Lieblingseinhorn von Elfenprinzessin Laura, das von Hexe Krümelzahn verhext wird. Laura bittet keinen Geringeren als den Kasperl um Hilfe. Die turbulente Geschichte im Regenbogenland, in der auch ein geheimnisvoller Baummensch eine wichtige Rolle spielt, endet wie jede gute Kasperlgeschichte: Kasperl befreit mit Hilfe der Kinder das Einhorn von dem Hexenzauber. Und das ist diesmal nicht ganz leicht. Immerhin kommen in dem Stück alle fünf Hexen Papaceks zum Einsatz.

was tut ein Puppenspieler, der nicht vor Publikum spielen darf?

Edeldorf bei Theisseil

Treml arbeitet an den Kostümen

Die Elfenprinzessin und der Baummensch werden zurzeit noch von Papaceks langjähriger Kostümnäherin Monika Treml aus Dietersdorf bei Windischeschenbach eingekleidet. Sobald die Gewänder genäht sind, könnte der Edeldorfer spielen. Wenn er dürfte. Die Kulissen für das Regenbogenland mit Schloss Dießfurt im Hintergrund und der Schlossgarten von Prinzessin Tausendschön sind bereits gemalt. Premiere sei auf der Stelle, wenn er seine Bühne wieder öffnen dürfe, sagt Papacek.

Das Einhorn-Stück ist das eine, gleichzeitig hat Papacek ein zweites Buch geschrieben. Nach „Die verzauberte Prinzessin“, seinem ersten Buch, geht es nun um einen verzauberten Elefanten namens Seppl. Das Buch gibt es nicht zu kaufen, aber Papacek kann sich vorstellen, es in Kindergärten oder Schulen vorzulesen. Gern würde er es verlegen lassen, aber dazu bräuchte er einen Verlag. Ein Selbstverlag würde ihm zu viel Eigenarbeit in Bezug auf Layout, Textgestaltung und Korrektur abverlangen.

Hoffnung auf "Lichtblicke"-Tournee

Wann Papacek wieder in Edeldorf spielen kann, weiß er nicht. Der Raum für seine Puppenbühne dort ist nicht groß, Abstandhalten kaum möglich. Was er aber fest im Terminkalender hat, in der Hoffnung, dass es klappt, ist die Tournee für die Hilfsaktion "Lichtblicke", die 2020 ausgefallen ist. Wobei eine reine Outdoor-Tournee seinem Puppentheater nicht helfen würde, denn Papacek braucht immer eine regensichere Überdachung. Allein der Aufbau seines kleinen Theaters, inklusive Technik, dauert um die zwei Stunden, berichtet er. Bei einem plötzlichen Wolkenbruch könnte er niemals alles Material sichern.

Coronaregelungen gelten für "alle Fälle"

Waldsassen
Hermann Papacek vor der Kulisse seines neuen Stücks, in den Händen sein zweites Buch, eine Geschichte, die er gern Kindern vorlesen würde.
Hintergrund:

Hermanns Kasperltheater

  • Hermanns-Kasperltheater gibt es seit Juli 1998
  • Sohn Michael und Hermann Papacek haben für die Kirchengemeinde in Wilchenreuth zum Ulrichsfest mit einem kleinen Puppentheater die Kinder erfreut. Als sie bei einem weiteren Fest spielten, kam die Idee, alles etwas professioneller zu machen.
  • Seit 1999 spielt Hermanns Kasperltheater nur selbst geschriebenen Stücke.
  • Das Puppentheater, die Puppen und die Kulissen sind von Hermann Papacek gefertigt
  • Die Kostüme für die Puppen näht die Schneiderin Monika Treml aus Dieterskirchen.
  • Mittlerweile gibt es über 80 selbst geschriebene Stücke mit Manuskript und und eigens selbstgemachte Geräusche-CDs, über 70 selbst modellierte Handpuppen, über 30 selbst gemachte Kulissen und viele, viele selbst gefertigte Requisiten.
  • Die Wanderbühne ermöglicht es,, überall da aufzutreten, wo das Puppentheater gewünscht wird.
  • Seit 2005 spielt die Puppenbühne regelmäßig im Frühjahr und Herbst/Winterzeit in der Gaststätte Edelweiß (Janker) in Edeldorf. Dort ist eine feste Bühne aufgebaut.
  • Seit 2005 verstärkte auch Hermann Papaceks Zwillingsbruder Johann die Truppe. Er war für Technik, Geräusche und Licht verantwortlich. 2016 ist Johann Papacek verstorben. Neuer Mitspieler wird Hermann Helgert. In Edeldorf spielt Papaceks Frau Monika mit. Reservemann ist Karl-Heinz Hero.
  • Zum zehnjährigen Bühnenjubiläum 2009 zeigte die Puppenbühne das erste Stück für Erwachsene: Der Brandner Kasper.
  • Träger des Kulturpreises des Landkreises Neustadt/WN
  • Seit 2017 ist die Puppenbühne Mitglied im Verband Bayrischer Amateurtheater e.V. Figurentheater.

Quelle: www.hermanns-kasperltheater.de

 

 

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