22.12.2019 - 10:58 Uhr
VorbachOberpfalz

Bahnbrücken in Vorbach sollen erneuert werden

„Gewölbe undicht, stellenweise nass, Beton verwittert und entfestigt, lose Betonteile“, lautet das Schadensbild zweier Bahnbrücken. Die Bahn will sie erneuern. Der Haken daran: Beide Brücken stehen unter Denkmalschutz.

Die Bahn will im Jahr 2023 die unter Denkmalschutz stehenden Bahnbrücken über die Kreisstraße NEW 5 in Vorbach (Bild) und in Höflas erneuern. Der Gemeinderat befürwortet dies.
von Redaktion ONETZProfil

Die Deutsche Bahn (DB) Netz AG hat die denkmalrechtliche Erlaubnis für den Abbruch und die Erneuerung zweier Bahnbrücken beantragt. Bei den beiden maroden Bauwerken handelt sich um die Brücken in Vorbach und in Höflas über den Feldweg in Richtung Naslitz der Bahnlinie Nürnberg–Schirnding. Die Bahn beabsichtigt, im Jahr 2023 beide Brückenbauwerke zu erneuern. Jedoch wurden beide Brücken – laut Auskunft der Bahn – mittlerweile unter Denkmalschutz gestellt. Um den Abbruch und die Erneuerung der beiden Eisenbahnüberführungen umsetzen zu können, hat die Bahn dazu die Erlaubnis bei der Unteren Denkmalschutzbehörde beim Landratsamt beantragt.

Einhergehend wurde hierzu bei der Gemeinde Vorbach eine Stellungnahme beantragt. „Dieser Antrag ist uneingeschränkt zu unterstützen“ brachte Bürgermeister Werner Roder gegenüber den Gemeinderatsmitgliedern seine Sichtweise zum Ausdruck und unterstrich, dass dringend Handlungsbedarf besteht. Er verwies in der Sitzung gleichzeitig auf die Antragsunterlagen der DB Netz AG, laut denen die Brückenbauwerke insbesondere ein Verkehrssicherheitsrisiko darstellen.

Sanierung oder Neubau?

Zu den geplanten Maßnahmen erläuterte das Gemeindeoberhaupt, dass bei einem Erhalt der Brücken und einer dann unerlässlichen Generalsanierung die Bahnstrecke Nürnberg – Schirnding und auch die Kreisstraße NEW 5 in Vorbach über viele Monate hinaus gesperrt werden müsste. Bei einem Abbruch und Ersatzneubauten wäre nur mit einer Sperrung der Bahnlinie von etwa einer Woche zu rechnen und die Kreisstraße NEW 5 müsste lediglich für etwa zwei Wochen komplett gesperrt werden.

Nach seinen Worten seien die Sperrung der Bahnlinie und der Kreisstraße über viele Monate hinweg und die damit verbundenen Beeinträchtigungen für die Bahnkunden und die Verkehrsteilnehmer nicht darstellbar. Darüber hinaus stehe der Aufwand für Generalsanierungen in keinem wirtschaftlich vertretbaren Verhältnis zu den Kosten von Ersatzneubauten. Der Rathauschef verdeutlichte zudem, dass die denkmalschützerische Bedeutung des Erhalts beider Bahnbrücken für die Allgemeinheit in geschichtlicher, städtebaulicher, wissenschaftlicher oder volkskundlicher Hinsicht aus Sicht der Kommune ehr als gering zu bewerten seien.

Räte mahnen zur Eile

Der Sichtweise folgte der Gemeinderat mit uneingeschränkter Zustimmung und befürwortete gleichzeitig die Erteilung der denkmalschutzrechtlichen Erlaubnis für den Abbruch der beiden Eisenbahnbrücken und den von der DB Netz AG vorgesehenen Bau zweier neuer Brücken. Das Gremium hielt zudem fest, dass der Aufwand einer Generalsanierung in keinem wirtschaftlich vertretbaren Verhältnis zu den Kosten von Ersatzneubauten stehe. Im ergänzenden Beschluss votierte das Gremium einstimmig klar und eindeutig im Interesse der Verkehrssicherheit für einen baldmöglichen Abbruch – noch vor dem geplanten Jahr 2023 - und Neubauten.

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