06.03.2019 - 17:08 Uhr
VorbachOberpfalz

Behörden geben Gas

Es eilt: Zahlreiche Planungsaufträge und Vergaben müssen raus, damit das ambitionierte Bauprogramm 2019 der Gemeinde Vorbach starten kann. Im zeitigen Frühjahr warten auf die Firmen Großaufträge.

Die Vorbacher haben Grund zum Feiern und sie packen an. Nach dem kühnen Projekt des Dorfladens (Bild) investiert die Gemeinde heuer mit Millionen-Aufwand unter anderem in den Bau eines Mietwohnhauses in kommunaler Verantwortung und in Dorferneuerungsmaßnahmen in Höflas und Vorbach.
von Robert DotzauerProfil

Dazu bedarf es vielfältiger Vorbereitung. Planungsaufträge und Vorplanungen, Kostenschätzungen und Vergabeverfahren: Ein kompliziertes Geflecht von Schritten bis zur Auftragsvergabe ist notwendig, um die Wünsche von Bürgermeister, Gemeinderäten, Behörden, Ingenieuren und Architekten in Einklang mit einer kühnen Bauzeitenplanung zu bringen.

Der Gemeinderat freute sich in seiner Sitzung deshalb auch über das rasche und unbürokratische Handeln des Behörden-Apparates. Am Beispiel des Genehmigungsverfahrens für die nachträglich eingereichte Planung zum Ausbau des Dachgeschosses im künftigen Mietwohnhaus der Kommune begrüßte das Gremium das Tempo der Sachbearbeitung. Von der Einreichung des Förderantrags am 2. Februar über die Erteilung der Tektur-Baugenehmigung durch das Landratsamt am 4. Februar bis zur Genehmigung des vorzeitigen Maßnahmenbeginns am 19. Februar seien in zwei Wochen die wichtigsten Verfahrensschritte erledigt gewesen, betonte Bürgermeister Werner Roder dankend. Bereits drei Tage später sei dann eine E-Mail des Amts für Ländliche Entwicklung zur zusätzlichen Förderung des Ausbaus mit 90 Prozent eingetroffen: stressige, aber auch glückliche Tage für den Bürgermeister - und "eine sehr gute Nachricht für Vorbach", wie Roder hervorhob.

Ausgehend von geschätzten zusätzlichen Kosten von 276 000 Euro für das Dachgeschoss rechnet die Kommune mit einer Zuwendung von 240 000 Euro. Da fiel es dem Gemeinderat leicht, endgültig und einstimmig das Vergabeverfahren getrennt nach Gewerken einzuleiten. Viele Aufträge sind dabei in freihändiger Vergabe möglich. Roder bezeichnete dies als einen Vorteil für Aufträge an Baufirmen und Handwerker in der Region. Ehrgeiziges Ziel aller Vergabebeschlüsse ist der Abschluss der Bauarbeiten noch in diesem Jahr.

Tempo machen die Kommunalpolitiker auch bei der Einleitung des Vergabeverfahrens bei der einfachen Dorferneuerung in Höflas. Voraus gingen Grundsatzbeschlüsse im Gemeinderat und eine Ortsteilversammlung. Vorschläge daraus aufgreifend schlägt das Bayernwerk als Träger der Stromversorgung im Zuge der Straßenerneuerung eine Erdverkabelung der oberirdischen Stromversorgung vor. Die Planung sieht den Abbau der Mast-Trafostation in der Ortsmitte, Netz-Verkabelungen, die Erneuerung der Straßenbeleuchtung und das Mitverlegen von Glasfaserrohren zu den einzelnen Häusern vor.

Der Bürgermeister empfahl, diese Synergien für alle Beteiligten zu nutzen. Auch Gemeinderat Konrad Schweiger nannte die Vorschläge eine gute Gelegenheit, die Stromversorgung unter die Erde zu bringen. Er empfahl allen Anliegern, dieses einmalige Angebot zu nutzen. Einstimmig beauftragte das Gremium den Bürgermeister, die Vergabeverfahren für den Höflaser Maßnahmenkatalog einzuleiten. Auch hier hofft das Gremium auf zügigen Verlauf der Bauarbeiten mit Abschluss Ende 2019.

Im Blickpunkt:

Zweiter Anlauf bei Novem-Neubau

Einverstanden war der Gemeinderat mit einem Antrag der Firma Novem zur Nutzungsänderung eines Hallenbaues. Diese plant die teilweise Umwandlung einer Lagerhalle in eine Produktionsfläche.

Komplizierter stellte sich ein weiterer Novem-Bauantrag dar. Bereits im Januar 2018 war der Neubau einer Halle genehmigt und kurze Zeit darauf errichtet worden. Das Landratsamt stellte nach der Fertigstellung jedoch erhebliche Abweichungen von den genehmigten Plänen fest. Unter anderem „entdeckte“ die Baubehörde geplante, aber nicht gebaute Büroräume und den Einbau eines nicht genehmigten Technikraumes.

Zudem wurde eine nicht dem Brandschutznachweis entsprechende Rauch- und Wärmeabzugsanlage beanstandet. Auch ein nicht genehmigter Gastank im Außenbereich fiel dem Kontrolleur auf. Die von der Firma erklärte Nutzungsaufnahme führt zu einer Neuauflage des Genehmigungsverfahrens. Das Einvernehmen der Gemeinde erteilten die Räte einstimmig.

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