04.10.2019 - 14:19 Uhr
VorbachOberpfalz

CSU schickt Alexander Goller ins Rennen

Der CSU-Ortsverband Vorbach-Oberbibrach geht mit Alexander Goller als Frontmann in die Kommunalwahlen 2020. Mit 100 Prozent Zustimmung bestimmen ihn die Mitglieder zum Kandidaten für das Bürgermeisteramt.

Das Nominierungszeremoniell für Alexander Goller leiten (Mitte) Albert Nickl (links) und Richard Hofmann (rechts).
von Walther HermannProfil

Die Nominierungsversammlung in der Gaststätte „Zum Peter“ wickelten zwei stellvertretende Vorsitzende ab: Richard Hofmann vom Ortsverband und Albert Nickl vom Kreisverband. Nickl bildete zusammen mit Irma Bauer und Hermann Schmid den Wahlausschuss, dessen Wunsch „Es soll ein klares Votum geben, und auch Zeichen nach außen setzen“, mit der Auszählung der Stimmzettel in Erfüllung ging.

Vor dem Wahlgang begründete Hofmann den Entschluss des Vorstands, den Mitgliedern Goller als Kandidaten für die Bürgermeisterwahl vorzuschlagen. Er verwies auf die zweijährige Tätigkeit des Fraktionssprechers im Gemeinderat und dessen Mitgestaltung der Ausbildungsmesse und weiterer Veranstaltungen. Am bisherigen Engagement erkannte er, dass Goller bereit sei, Verantwortung zu übernehmen.

Der promovierte Historiker dankte für das Vertrauen - und erntete beim Vorstellen seiner Vita deutlichen Widerspruch seiner Parteifreunde. Der Grund: Er hatte seine fränkische Herkunft als „Handicap“ bezeichnet. Nach einem Rückblick auf seine Kindheit und Jugend berichtete er von Studienzeit und Promotion. Seine berufliche Heimarbeit im Verlagswesen beim Lektorieren von Büchern wertete Goller, der außerdem kurzzeitige Lehrtätigkeiten an die Universität Tübingen inne hat, als Vorteil für seine kommunalpolitische Tätigkeit.

Für den Wahlkampf sprach er sich dafür aus, mit sachlichen Argumenten zu überzeugen, und kündigte einen „Haustürwahlkampf“ an. Drei zentrale Aspekte stellte er in den Mittelpunkt seiner Kandidatur. Ein Anliegen ist ihm die Zusammenführung der Gemeindeteile durch Projekte wie die Erneuerung einer gemeinsamen Unterstützung der beiden Landjugendgruppen bei Festen und Veranstaltungen sowie das Initiieren von Projekten mit angrenzenden Gemeinden. Dazu zählte er den Versuch zur Umsetzung eines Radwegekonzepts mit der Gemeinde Prebitz und die Realisierung des „Marterlwegs“ mit den Gemeinden Speinshart und Schlammersdorf.

Ein weiteres Anliegen ist es ihm, die Kirche als „ganz wichtige Identifikationsinstitution“ verstärkt herausvorzuheben und das Gemeinschaftsgefühl durch die Unterstützung kirchlicher Einrichtungen und Vereine zu stärken. Nachdrücklich sprach er sich für ein Netzwerk zwischen dem CSU-Ortsverband sowie den Vorsitzenden der Vereine und Bürgergruppierungen durch „institutionalisierte Gespräche“ aus.

Am Herzen liegen dem Bürgermeisterkandidaten zudem die „große Dorferneuerung Oberbibrach“ und verschiedene Projekte in Vorbach. Dort will er als Bürgermeister begonnene Projekte fertigstellen, die Schlossstraße angehen und Höflas innerorts erneuern. In Oberbibrach gelte es das Vorhaben "Hochwasserschutz" konzeptionell zu prüfen. Dazu räumte er ein, dass hier ein neueres, umfassenderes Konzept erforderlich sei, um mit den Ergebnissen Pluspunkte zu sammeln für Förderanträge.

Auf deutliche Zustimmung stieß sein Vorschlag, durch einen Konzeptwettbewerb die Bevölkerung vorzeitig in Planungsphasen einzubinden, zum Beispiel für ein Kühlhaus. Angehen will Goller auch die Fortsetzung des Radwegebaus und die Verbesserung des Landschaftsraumes durch ein landwirtschaftliches Wegenetz. Für den Bahnhof Vorbach hat er ein Konzept im Blick, um durch das Einbeziehen von Bürgervorschlägen ein insgesamt besseres Verhandlungsklima zu schaffen.

„Auf unserer Agenda wird die Entlastung der Bürger und die Zusammenarbeit mit ortsansässigen Unternehmen stehen“, versicherte der Kandidat. Er stellte Betrachtungen an zum erneuten Installieren des Kindergartenbusses, zu einer Informationsinitiative für Bürger, zur Intensivierung der Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden, etwa der Bauhöfe, und zur Verbesserung der Vernetzung mit Dienstleistungen der Verwaltungsgemeinschaft.

Anstoßen will Goller nicht nur die stärkere Unterstützung ortsansässiger Firmen. Es gelte auch, die Unternehmen mit Aktivitäten der Gemeinde zu verzahnen. „Wir sollen und müssen einiges angehen, um den Anschluss an Zentren nicht zu verlieren“,bat er seine Parteifreunde um Unterstützung.

Nach der Wahl von Vertrauenspersonen für das weitere Wahlprozedere sprach Albert Nickl von wichtigen und richtigen Weichenstellungen und zeigte sich überzeugt: „Alexander Goller wird etwas bewegen.“ Gleichzeitig bedauerte er, dass die CSU seit 1996 keinen Bürgermeister mehr stellt. Er würdigte jedoch die Arbeit des Ortsverbandes im Gemeinderat.

Nach den Klagen Gollers, dass die CSU-Fraktion von Bürgermeister Werner Roder Informationen nicht oder zu spät erhalte, attackierte Martin Wiesend als CSU-Vertreter Oberbibrachs heftig das amtierende Gemeindeoberhaupt. Kritisch beurteilte er unter anderem die bisherige Entwicklung beim Biberbach-Vorhaben und äußerte seinen Frust über den Bauverlauf beim Mietswohnhaus der Gemeinde. „Wir haben gute Vorschläge, haben aber wegen des Bürgermeisters nichts erreicht“, erregte er sich.

„Wir wollen nicht alles kaputtreden“, besänftigte Goller und gab ergänzend zu Wiesends Kritik bekannt, dass die „Machbarkeitsstudie Feuerwehrhaus Vorbach“ bereits vorliege. Er kündigte für 9. November eine Zoiglfahrt, für 20. November die Nominierung der Kandidaten für den Gemeinderat mit MdL Tobias Reiß und für 21. November die Ausbildungsmesse an. Marga Kreutzer stellte er als Kandidatin für den Kreistag vor.

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