10.07.2020 - 09:35 Uhr
VorbachOberpfalz

Feuerwehrhaus Vorbach: Machbarkeitsstudie sorgt für Zündstoff

Das neue Löschfahrzeug LF 20 der Feuerwehr Vorbach ist im Anrollen. Einig sind sich Gemeinderat und Brandschützer, auch ein neues Gerätehaus zu bauen. Doch bei der Größenordnung scheiden sich die Geister.

In der Gemeinderatssitzung werben Kommandant Johann Groher (rechts) und sein Stellvertreter Stefan Lautner mit Blick auf die Neubaupläne des Feuerwehrhauses für die Vorschläge der Brandschützer.
von Robert DotzauerProfil

Ein neues Feuerwehrgerätehaus soll her. Über die Größenordnung sind sich Gemeinderat und Brandschützer allerdings uneinig. Eine Machbarkeitsstudie sollte deshalb Klarheit schaffen. Sie enthält nach Einschätzung des Fachberaters für Brand und Katastrophenschutz der Regierung alle Erfordernisse, hieß es schon vor einem halben Jahr in der Jahreshauptversammlung der Wehr. Damals, am 17. Januar 2020, bezeichnete Bürgermeister Werner Roder die Vorplanungen als „Quantensprung“ im Vergleich zum Status Quo. Roder warnte allerdings vor einem Verlust der Bodenhaftung und warb für eine sachgerechte Entscheidung.

Besonders die zusätzlichen Wünsche der Feuerwehrführung nach einem ausreichend großen Kommando- und Besprechungsraum, die Forderung nach einer Waschhalle und vor allem der Wunsch nach einem Schulungsraum für die Aktiven stießen dem Bürgermeister sauer auf. „Wir haben mit dem Gemeinschaftsraum im Gemeindezentrum einen Raum, der erst vor sieben Jahren mit einem Aufwand von 110.000 Euro geschaffen wurde“, argumentierte Roder.

Doch Bürgermeister Werner Roder ist nicht mehr Gemeindechef. Nachfolger Alexander Goller gab der Feuerwehrführung in der jüngsten Sitzung die Möglichkeit, dem Gemeinderat mit vielen neuen Mandatsträgern in der Runde die Sicht der Feuerwehr vorzutragen. Kommandant Johann Groher beteuerte: „Wir wollen doch nur eine bedarfsgerechte Ausführung.“ Nach einer Ideenfindung mit den Aktiven und der Besichtigung von zehn neuen Feuerwehrhäusern vergleichbarer Größenordnung plädierte der Kommandant für eine fach- und sachgerechte Ergänzung der Machbarkeitsstudie.

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Groher empfahl zur besseren Schlauchtrocknung eine Erweiterung der Fahrzeughalle um zwei Meter und wünschte sich einen Besprechungs- und Büroraum zur Nutzung für beide Kommandanten. „Jedes neue Haus hat ein Kommandantenbüro“, bemerkte Groher und erinnerte an die derzeitige Unterbringung von Feuerwehr-Unterlagen einschließlich der Verwendung privater Computer und Drucker in den Wohnungen der Kommandanten. Der von Bürgermeister Roder vorgeschlagene Florianswinkel könne als Sozialraum für die Gemeindearbeiter genutzt werden.

Weitere Vorschläge kamen zum Thema Waschhalle und Schulungsraum. Stellvertretender Kommandant Stefan Lautner bemängelte mit Blick in die Machbarkeitsstudie das Fehlen eines Schulungsraumes. Der wenige 100 Meter entfernte Gemeinschaftsraum im Gemeindezentrum sei nicht praktikabel. Ein Mannschafts-Besprechungsraum gehöre ins Feuerwehrhaus, stellte Lautner klar. Das gehöre zum Standard aller Gerätehäuser. Die Errichtung einer Waschhalle verstand der Adjutant als Anregung. Pflicht sei zwar nur ein Abscheider. Bei den Besichtigungen habe sich jedoch herausgestellt, das viele Feuerwehrhäuser ihren Standort in der Nähe des Gemeindebauhofes hätten. Damit verbunden sei die Möglichkeit zur gemeinsamen Nutzung einer Waschhalle und zur Lagerung des Dieselvorrates. Zweifel äußerten die Kommandanten auch zur Flachdachplanung. „Die Dachflächen sollten zum Ortsbild passen.“ Auch den Wunsch nach einem Ziegelmauerwerk äußerte die Feuerwehrführung. Groher versprach sich damit größere Eigenleistungen.

Mit der Präsentation im großen Saal des Gemeindezentrums hofften die Kommandanten auf eine stärkere Akzeptanz der Aktiven-Wünsche im Gemeinderat. Auch mit Hinweis auf das baldige Eintreffen des neuen LF 20 wünschte sich Johann Groher eine zügige Planung und einen Baubeginn im kommenden Jahr. „Wir sollten die Informationen zunächst sacken lassen“, empfahl Bürgermeister Goller dem Gemeinderat. Es gab deshalb keine Debatte. In Übereinstimmung mit dem Kommandanten wünschte sich der Gemeindechef einen Baubeginn im nächsten Jahr. Zu den Wünschen der Wehr kündigte er eine weitere „Kommunikation“ mit dem Gemeinderat und der Bevölkerung an.

Im Blickpunkt:

Feuerwehrhaus Vorbach: "Im konstruktiven Austausch" wichtiges Projekt realisieren

"Machbarkeitsstudie sorgt für Zündstoff", mit dieser Überschrift zum Artikel über die jüngste Sitzung des Gemeinderats sind dessen Mitglieder nicht einverstanden. Dies betonen sie in einer Stellungnahme."Der Gemeinderat erklärt fraktionsübergreifend im Namen aller Mitglieder und in Übereinstimmung mit der Feuerwehrführung, dass die Machbarkeitsstudie für das neue Feuerwehrhaus in Vorbach keinerlei Zündstoff auslöste, wie dies die Überschrift des am 11. Juli erschienenen Artikels explizit ausdrückt", heißt es darin. Das Thema sei weder vom alten, noch vom neuen Gemeinderat in einer Sitzung "ausführlich behandelt, geschweige denn kontrovers diskutiert" worden, betont das Gremium. Es sei lediglich eine Informationsveranstaltung der Feuerwehr Vorbach für die Mitglieder des Gemeinderates abgehalten worden, dies allerdings ohne Aussprache. Daher sei es auch nicht möglich, von "Uneinigkeit zwischen Gemeinderat und Feuerwehr" zu sprechen.

Eine zusätzliche Waschhalle sei vonseiten der Feuerwehr auch niemals gefordert worden: "Diese liegt im alleinigen Zuständigkeitsbereich der Gemeinde", wird in der Stellungnahme hervorgehoben. Erst beim Hochwasser in Oberbibrach Mitte Juni sei der Stellenwert der Feuerwehr erneut jedem vor Augen geführt worden. "Deshalb werden alle beteiligten Parteien im konstruktiven Austausch dieses wichtige Projekt miteinander realisieren", schließt der Gemeinderat sein Schreiben.

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