18.03.2020 - 09:01 Uhr
VorbachOberpfalz

Gegen die Langeweile während der Coronakrise

"Nieder mit der Langeweile!" Mit diesem Schlachtruf haben die Jugendbeauftragten aus Schlammersdorf, Vorbach und Kirchenthumbach der Tristesse während der Coronakrise den Kampf angesagt. Sie haben eine Spiele-Plattform ins Leben gerufen.

Die "padlet"-Seite "Nieder mit der Langeweile!" bietet Kindern Anregungen, wie sie ihre Zeit zu Hause mit Spiel und Spaß gestalten können.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Die Schulen sind dicht, Unterricht findet, soweit das möglich ist, zu Hause statt. Klar ist aber auch: Kinder können nicht ununterbrochen lernen. Das haben sie noch nie, werden sie auch nicht in Zeiten der Coronakrise. So stellen sich viele die Frage: Was anfangen mit der Zeit daheim? Drei Lehrer, die gleichzeitig Jugendbeauftragte der Gemeinden Schlammersdorf, Vorbach und Kirchenthumbach sind, haben der heimischen Tristesse den Kampf angesagt. Tanja Renner, Tanja Groß und Dominik Eckert haben aus der Not eine Tugend gemacht und über die Plattform "padlet", die sie sonst für den Unterricht ihrer Schüler nutzen, eine Art digitalen Spielplatz für Kinder und Familien gegründet. Die Seite trägt den geflügelten Namen "Nieder mit der Langeweile!". Eine Botschaft an unfreiwillige Stubenhocker, die ihre Zeit daheim nicht einfach untätig absitzen wollen.

Initiatorin Renner erklärt: "Die Idee dazu war schnell geboren. Spielplätze sind ja mittlerweile auch geschlossen. Wir haben uns überlegt: Was können Kinder und Familien machen, wenn sie nicht mehr raus dürfen?" Herausgekommen ist eine bunte Website mit Bastel- und Spielideen, Buchtipps, Hörspielen und Quizzen für den Zeitvertreib während der Ausnahmesituation. Wenn es ums Basteln geht, sagt Renner: "Wir haben uns gezielt Tipps ausgesucht, die jeder mit den Sachen nachmachen kann, die er eh zu Hause hat." Das ist aber nicht alles. In den Buchvorschlägen finden Familien Vorlesegeschichten, Anleitungen fürs Turnen mit Mama und Papa sowie Ideen für Schnitzeljagden im Haus.

Rantasten, was läuft

Der Jugendbeauftragte aus Vorbach, Dominik Eckert, betont: "Das Tolle an dem Projekt ist die interkommunale Zusammenarbeit." Das Angebot soll sich aber nicht nur an Kinder und Familien der drei Gemeinden richten, sondern an alle. Die Jugendbeauftragten wollen sich langsam rantasten, was gut läuft. "Die User haben die Möglichkeit, die Beiträge zu liken", sagt Eckert. Renner ergänzt: "Wir setzen sozusagen auf die Herdenintelligenz der Nutzer." Das Projekt soll sich schrittweise weiterentwickeln. "Wir überlegen, ob wir Videos mit einbinden, die Übungen zeigen, die die Leute zu Hause nachmachen können", erklärt Renner.

Das Angebot soll sich immer wieder ändern. "Die Kunst ist, die Seite so schlank wie möglich zu halten, damit wir sie wöchentlich mit neuen Inhalten füllen können", sagt Renner. Weil es auch eine Zeit nach der Coronakrise geben wird und die Plattform sowieso schon in der Welt ist, wollen sie diese auch in Zukunft weiter ausbauen. "Das wäre selbstverständlich absolut wünschenswert", sagt Renner. Sie und ihre Kollegen hoffen, dass sie beispielsweise das Ferienprogramm darüber bewerben können.

Ideen gesucht

Alle Ideen können die Verantwortlichen aber aufgrund der derzeitigen Umstände noch nicht umsetzen. Ursprünglich war in den kommenden Wochen eine digitale Schnitzeljagd durch die Gemeinden geplant. "Das können wir jetzt zunächst nicht machen", sagt Renner. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Mit der App "Actionbound", mit der Nutzer eine Orts-Rallye mit Rätseln in Kombination mit Medieninhalten, Spielelementen, GPS-Daten, QR-Codes und Mini-Games erstellen können, wollen sie später eine solche Schnitzeljagd veranstalten. Renner möchte die Familien in den Gemeinden dazu auffordern, selbst Vorschläge zu bringen, wie die Seite erweitert werden kann. Wer eine Idee hat, kann diese per Mail an waszutun[at]web[dot]de schicken.

Hier geht's zur Spieleseite der Jugendbeauftragten aus Schlammersdorf, Vorbach und Kirchenthumbach

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