18.05.2021 - 10:44 Uhr
VorbachOberpfalz

Gemeinde Vorbach und FC Vorbach: Des einen Freud ist des anderen Leid

Die starke Finanzkraft der Gemeinde Vorbach hat auch ihre Schattenseiten. Davon kann der FC Vorbach nun ein Lied singen.

Der FC Vorbach will die Beleuchtung am Sportplatz umrüsten. Doch so einfach ist das für den finanziell gebeutelten Verein nicht.
von Robert DotzauerProfil

Es ist ein spezieller Fall, sagt Bürgermeister Alexander Goller und meint damit die Umrüstung der Flutlichtanlage des FC Vorbach auf eine hocheffiziente LED-Beleuchtungstechnik. Der Fußballclub möchte mit einer neuen Platzbeleuchtung die CO2-Emissionen auf Talfahrt schicken. Der Verein rechnet mit Netto-Kosten von circa 23.800 Euro. Schwierig gestaltet sich allerdings die Finanzierung, denn der Club ist nicht auf finanziellen Rosen gebettet. Auf der Suche nach Förderquellen wurde der FC beim Bundesumweltministerium (BMU) fündig. Ein Sonderprogramm unterstützt die Akteure bei der Energieeinsparung mit interessanten Fördersätzen. Einen Zuschusstopf fand die Vereinsführung auch beim Bayerischen Landessportverband. Voll ausschöpfen kann der FC die Förderhöchstsätze allerdings nicht.

„Der Verein hat Pech, weil die Gemeinde gut dasteht.“

Bürgermeister Alexander Goller über den Wunsch des FC Vorbach

Nur 60 Prozent Förderung

Die Förderhöhe ist zum Teil von der Finanzkraft der Kommune abhängig. Weil es der Kommune gut geht, bekommt der Club weniger Zuschüsse. Eine Ungerechtigkeit, für die der Verein nichts kann, stellte der Bürgermeister fest. „Der Verein hat Pech, weil die Gemeinde gut dasteht.“ Statt bis zu 90 Prozent Zuschuss, wie benachbarte Vereine, erhält der Club voraussichtlich nur insgesamt 60 Prozent Förderung. Die Frage von Martin Kräml nach dem wirtschaftlichen Sinn der Umrüstung kommentierte der Bürgermeister mit der Feststellung: „Heller wird’s nicht, aber umweltfreundlicher, langlebiger, sparsamer und folglich nachhaltiger.“

Goller empfahl deshalb dem Gemeinderat, von der üblichen Fördersystematik der kommunalen Vereinsförderung abzuweichen. Darunter verstand der Gemeindechef bei der Zuschussfestsetzung der Gemeinde einen 20-Prozent-Anteil an den Gesamtkosten unter Verzicht auf die Anrechnung öffentlicher Fördergelder. Daraus resultierend errechnet sich für den Kreisklassisten bei einem voraussichtlichen Eigenanteil von 9520 Euro ein Gemeindezuschuss in Höhe von 4760 Euro, den die Ratsversammlung einstimmig beschloss.

Zahlreiche Auftragsvergaben

Bemerkenswert solidarisch zeigte sich der Gemeinderat auch bei den Auftragsvergaben. Voluminöse Enscheidungen traf das Gremium vor allem bei Vergabeaufträgen für das neue Feuerwehrgerätehaus in Vorbach. Mit guten Angeboten vielfach unter der Kostenberechnung liegend, wie Goller erfreut feststellte. Im Einzelnen vergab das Gremium nach der Angebotsprüfung durch das Grafenwöhrer Planungsbüro Wolfgang Schultes die Estricharbeiten an die Firma PTG Systemböden in Hersbruck für 7769 Euro, den Innenputz an die Firma Stefan Weber, Weiden, für 39.119 Euro und die Außenputzarbeiten für 53.546 Euro an die Firma Hermann Paul in Weiden.

Aufträge bekamen zudem die Firmen Naturstein-Meißner in Püchersreuth (8530 Euro) und die Spenglerei Michael Traßl, Speinshart (5830 Euro). Ein Auftrag in Höhe von 35.277 Euro für den Einbau von Kunststofffenstern ging an Siegbert Wiesent in Kemnath. Wirtschaftlichster Bieter für die Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten war die Firma Richard Rank, Weiden, mit einem Auftragsvolumen von 112.692 Euro.

Das kommunale Füllhorn schüttete der Rat auch über einige Planungsbüros aus. So war sich das Gremium einig, die Gehwegerneuerung der Mautstraße in Oberbibrach in die Wege zu leiten. Den Planungsauftrag mit Kosten in Höhe von 14.000 Euro erhielt das Ingenieurbüro Zwick aus Weiden. Goller berichtete im Planungszusammenhang über Probleme durch private Grundstücksüberbauungen auf Gemeindeflächen.

Auch den Radwegebau von Oberbibrach nach Schlammersdorf möchte das Gremium forcieren. Den Ingenieurvertrag, ebenfalls mit dem Planungsbüro Zwick, mit Planungskosten in Höhe von 74.000 Euro billigte der Rat einstimmig. Die Gemeinde rechnet mit Baukosten von circa einer Million Euro. Optimistisch hoffen Bürgermeister und Gemeinderäte auf eine Landkreisförderung von 80 Prozent. Das gemeindliche Einvernehmen stellte das Gremium außerdem zu Anträgen für Wohnhausneubauten in den Baugebieten Dornacker II in Vorbach und Eisweiher II in Oberbibrach her.

Neue Schutzanzüge für die Feuerwehr Vorbach

„Bayern2000“ heißt die gegenwärtige Einsatzkleidung der Feuerwehr Vorbach. Vor einem Vierteljahrhundert beschafft, entspricht sie nicht mehr den heutigen Anforderungen, informierte Gemeinderat Tobias Lautner in seiner Eigenschaft als stellvertretender Kommandant der Vorbacher Brandschützer. Ein Sicherheits- und Krankheitsrisiko, weil Reflektoren ausgeblichen und die Jacken nicht mehr wasserdicht seien. Es fehle zudem an Überhosen für die Atemschutzträger. Lautner empfahl deshalb dringend eine Neueinkleidung mit der Schutzkleidung „Dynamate Plus“ der Firma S-GARD. Bewertungen anderer Modelle hätten nicht den Vorstellungen der Aktiven entsprochen, erklärte Lautner. Als wichtigen Vorteil der von der Wehr favorisierten Schutzanzüge nannte der Vizekommandant die einfach zu handhabende Wäsche in den eigenen Waschmaschinen der Brandschützer. Vom Werk werde die Imprägnierung für sechzig Waschgänge garantiert. Lautner verwies auf ein Förderprogramm des Freistaates und erläuterte Finanzierungsmodalitäten mit einer Aufteilung des Rechnungsbetrages zu je 50 Prozent auf die Jahre 2021 und 2022. Die Gesamtkosten für 30 neue Schutzanzüge betragen 29.842 Euro. Nach Abzug der staatlichen Zuwendung in Höhe von 1200 Euro ergibt sich für die Kommune ein Eigenanteil von 28.642 Euro, den der Rat nach Hinweis des Bürgermeisters zu Prüfauflagen einstimmig billigte. Ergänzend kündigte Goller Beschaffungen für die Jugendfeuerwehr Oberbibrach an.

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