27.07.2020 - 11:31 Uhr
VorbachOberpfalz

"Glaube wächst durch die missionarische Kraft in der Familie"

Glauben erleben heißt es am Sonntag in Vorbach. Die Pfarrgemeinde feiert am Hochfest der Heiligen Mutter Anna Patrozinium.

Den Festgottesdienst zum Patrozinium im Saal des Gemeindezentrums zelebriert Pfarrer und Prior Adrian Kugler.
von Robert DotzauerProfil

Ihr Name steht für Liebe, Gnade, Anmut. Die heilige Anna ist die Mutter Marias und damit die Großmutter Jesu. Viele Kirchen sind nach ihr benannt, auch die Kirche St. Anna in Vorbach. Ihr Gedenktag ist der 26. Juli. Auch wenn die St.-Anna-Kirche derzeit wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist, ließen es sich die Gläubigen nicht nehmen, ihr Patrozinium feierlich zu begehen. Als Ersatz-Kirchenraum dient derzeit der Saal des Gemeindezentrums. Dort versammelten sich die Vorbacher, Vereine und die Fahnenabordnungen der Vereinswelt zu einem Festgottesdienst mit Pfarrer Adrian Kugler.

In seiner Predigt stellte der Seelsorger das Bild der heiligen Anna mit Maria und Jesus in den Kontext zu den Wurzeln des eigenen Familienlebens und das Erwachsenwerden im Glauben. „Ein Wachstumsprozess, der Zeit braucht und nicht immer geradlinig verläuft“, wie Pfarrer Adrian betonte. Aus eigenen Kindheitserfahrungen wusste der Prediger: „Als Kind habe ich Glauben durch das Beispiel der Erwachsenen gelernt.“ Fehle dieses Vorbild, sei es auch um den Glauben der Kinder schlecht bestellt. Deshalb plädierte der Prior des Klosters Speinshart für ein Kennenlernen biblischer Geschichten schon in Kinderjahren, um den Sinn des Glaubens und Betens zu erfahren. „Was man als Kind gelernt hat, gewinnt dann erst im späteren Leben an Bedeutung“. Für wichtig hielt Pfarrer Adrian auch die Bedeutung erwachsener Vorbeter. Durch Nachahmung, Fragestellungen und eigenes Nachdenken entwickle sich daraus ein erwachsener Christ.

Gleichzeitig warnte der Prediger vor falschen Vorbetern. Aberglaube und Omas Schutzengelgebete dienten nicht dazu, sich beschützt zu fühlen und auch das Beispiel des Betens und Bettelns in Zeiten von Sorgen, Krankheiten, Not und Trauer sei wenig hilfreich. „Wenn nur die Not das Beten lehrt, wird Gott zu einem Lückenbüßer.“ Der Pfarrer nannte diese Spezies mit einer lebenslangen Pubertät im Verhältnis zur Kirche zeitlebende „Glaubenszwerge“. Sich gegen alles und jeden fern jeder Autorität und Tradition aufzulehnen und unter Verdacht zu stellen, sei der falsche Weg, Kindern ein gutes Beispiel zu geben. Für Kinder entstehe vielmehr der Eindruck: „Erwachsene brauchen keinen Gott. Wenn ich mal groß bin, brauche ich auch keinen mehr, denn Gott ist nur etwas für Kinder.“

Dieser Einstellung früh zu begegnen, helfe allein der erwachsene Glaube mit der missionarischen Kraft der Familie. Als grundlegend bezeichnete der Seelsorger in diesem Zusammenhang die Einstellung der Eltern, nicht nur für und mit den Kindern zu glauben. Glaube sei vielmehr Überzeugung, der weit über die Erziehungspflichten hinausgehe. Daraus schöpfe sich schon im Kinder- und Jugendalter das Bewusstsein, die Glaubenstreue der Eltern lebenslang als Vorbild zu sehen. Den Festgottesdienst begleiteten traditionelle Annalieder. An der kleinen Chororgel spielte Florian König. Nach einem Vergelt's Gott des Ortspfarrers für die Vorbereitung des Hochfestes lud die Pfarrgemeinde zu einem gemütlichen Weißwurst-Frühschoppen vor das Gemeindezentrum.

Patrozinium in Heinersreuth

Heinersreuth bei Kirchenthumbach
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