17.10.2021 - 12:27 Uhr
VorbachOberpfalz

Haushalt 2021 beschlossen: Vorbach trotzt wegbrechenden Einnahmen

Schon naht das Jahresende. Höchste Zeit für die Gemeinde Vorbach, ihren Etat für 2021 zu verabschieden. Für gewöhnlich ein Akt im zeitigen Kalenderjahr. Liegt der Verzögerungsgrund vielleicht am fehlenden Geld?

Größter Einzelposten des Vermögenshaushaltes ist mit 1,5 Millionen Euro der Neubau des Feuerwehrgerätehauses einschließlich Waschhalle für den Bauhof.
von Robert DotzauerProfil

In den Regalen der Discounter locken schon die Lebkuchen und draußen zeigt der Herbst bunte Farben. Erste Bodenfröste überziehen die Landschaft. In Vorbach ist der Gemeindeetat 2021 noch nicht beschlossen. Doch zum Frösteln besteht im Gemeinderat höchstens wegen der frischer Temperaturen im Gemeindezentrum Grund.

1,5 Millionen für den Feuerwehr

Schon der erste Blick in das Haushaltswerk 2021 zeigt auf: der Kommune geht es gut. Niemand muss frieren. Die große Euphorie früherer Jahre ist zwar nicht mehr zu entdecken. Doch eine gewisse Hochstimmung bleibt. Die meisten Großinvestitionen sind getätigt. Herausragende Einzelposition im Haushaltsjahr 2021 ist das Projekt Feuerwehrgerätehaus.1,2 Millionen Euro sind veranschlagt. Hinzu kommen die Kosten für die Waschhalle in Höhe von 300.000 Euro.

Klotzen statt Kleckern heißt es auch beim Grunderwerb. Bürgermeister und Rat planen Bauland-Offensiven besonders im Bereich der Weinbergstraße und in der Mautstraße in Oberbibrach. Rathauschef Alexander Goller rechnet mit Ausgaben bis zu 600.000 Euro für den Ankauf von Bauerwartungsland. Zu den wichtigsten Ausgabeposten zählen zudem die Abfinanzierungen des kommunalen Mietwohngebäudes (100.000 Euro) und der Ortsdurchfahrt Höflas (260.000 Euro) sowie die Gehwegsanierung in der Mautstraße (Oberbibrach) (130.000 Euro). Der Vermögenshaushalt enthält auch Grunderwerbskosten für den Radweg Oberbibrach-Schlammersdorf (60.000 Euro) und diverse Ausgaben für die Dorferneuerung Vorbach III (69.000 Euro). Insgesamt summiert sich der Vermögenshaushalt auf 4,6 Millionen Euro. Ein Plus von 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Gewerbesteuer runter, Kreisumlage rauf

Vergeblich sind allerdings die Hoffnungen, mit Überschüssen aus dem Verwaltungshaushalt die Investitionen der Gemeinde zu finanzieren. Die klassischen Einnahmequellen der Kommune gehen in den Keller. Besonders die rückläufige Gewerbesteuer macht Sorgen. Der Corona-Lockdown lässt grüßen. Nach Jahren üppig fließender Gewerbesteuern fällt sie im Haushaltsjahr 2021 auf 554.000 Euro. 2018 waren es noch fast 8 Millionen Euro. Kämmerer Michael Eisner sprach von einem Erdrutsch. Die noch vor zwei Jahren sprudelnde Gewerbesteuerquelle wirkt sich im nachhinein auch auf die Kreisumlage aus. Nach der kommunalen Umlageberechnung hat die Gemeinde für 2021 an den Landkreis gut 2 Millionen Euro Kreisumlage zu überweisen. Im Vorjahr waren es 2,8 Millionen Euro. Ein Batzen, der durch die klassischen Einnahmen und Zuweisungen nicht auszugleichen ist.

Erfreuliches Finanzpolster

Im Wissen um die Auswirkungen von Steuer- und Umlagekraft sorgen weitsichtige Kommunalpolitiker vor. Im Vorbach entstand in Zeiten fetter Jahre ein „Juliusturm“, haushaltsrechtlich als „Allgemeine Rücklage“ bekannt. Ein mit 10,9 Millionen Euro gut gefüllter Geldschrank, aus dem Bürgermeister, Rat und Kämmerei zum Haushaltsausgleich 3,2 Millionen entnehmen müssen. Dennoch besteht kein Grund zur Sorge. Das voraussichtliche Finanzpolster zum Jahresende beträgt 7,7 Millionen Euro. Des weiteren erfreulich: Beim Schuldenstand steht eine Null. Die letzte Tilgungsrate wurde bereits im Haushaltsjahr 2019 beglichen. Beste Aussichten für eine rosige Zukunft.

Da wundert es nicht, dass die Ratsversammlung optimistisch an eine blühenden Zukunft der Gemeinde glaubt. Nach der späten Vorlage des Haushaltsplanes 2021 richtet sich der Blick des Gremiums nach vorne. Finanzplanung und Investitionsprogramm enthalten für die Planungsjahre 2022 bis 2024 den Bau des Radweges von Oberbibrach nach Schlammersdorf, Baugebietserschließungen, Hochwasserschutzmaßnahmen in Oberbibrach und Anschaffungen für den Bauhof. Die Maßnahmen zur sogenannten Daseinsvorsorge nehmen einen besonderen Stellenwert ein. Im Gremium bereits intensiv vorberaten, gab es zur Verabschiedung des Haushaltswerkes einschließlich der Finanzplanung und des Investitionsprogrammes keine Wortmeldungen. Den Gesamtetat billigte der Rat einstimmig.

Info:

Eckdaten des Gemeindehaushalts

  • Gesamtvolumen: 9,13 Millionen Euro (Vorjahr 9,4).
  • Verwaltungshaushalt 4,5 und Vermögenshaushalt 4,6 Millionen Euro
  • Zuführung aus Vermögenshaushalt: 1,6 Millionen Euro.
  • Höchster Ausgabenposten Verwaltungshaushalt: Kreisumlage (gut zwei Millionen Euro) und Errichtung Feuerwehrgerätehaus/Waschhalle (1,5 Millionen Euro)
  • Rücklagenentnahme 3,2 Millionen Euro. Voraussichtlicher Rücklagenstand Ende 2021: 7,7 Millionen Euro.
  • Die Gemeinde ist schuldenfrei.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.