17.07.2019 - 13:26 Uhr
VorbachOberpfalz

Kommune drückt aufs Tempo

Das Ziel ist ambitioniert: Seit Mai laufen die Bauarbeiten begonnen, bis Ende des Jahres soll das Mietwohngebäude der Gemeinde Vorbach bezugsfertig sein. Das erfordert eilige Vergaben und ein enges Bauzeitenfenster.

Der Vorbacher Wohnungsbau in kommunaler Hand mit einer spektakulären Höchstförderung von 90 Prozent geht zügig voran. Mit der Vergabe weiterer Gewerke erhöht sich die Vergabesumme für die 9 Wohneinheiten auf 1,6 Millionen Euro.
von Robert DotzauerProfil

Diesem Tempo kommt eine Vergabebekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums des Inneren entgegen, die für „Bauleistungen zu Wohnzwecken“ mit einem geschätzten Auftragswert von bis zu 100 000 Euro eine sogenannte freihändige Vergabe ermöglicht. Diese Chance der „Verhandlungsvergabe“ nutzen Bürgermeister und Rat, um leistungsfähige und als zuverlässig bekannte Firmen zu rechtsverbindlichen Angeboten über Landkreisgrenzen hinweg aufzufordern.

Selbstverständlich werde dabei die Transparenz des Wettbewerbs, wie zum Beispiel der Abgabetermin oder die Angebotseröffnung, streng beachtet, versicherte Bürgermeister Werner Roder in der Sitzung des Gemeinderats am Montagabend. Je Gewerk erhielten bis zu 24 Firmen eine Aufforderung, ein Angebot vorzulegen.

Nach Vergabebeschlüssen im April für die Baumeisterarbeiten (470 000 Euro) und weitere Aufträge im Mai für 575 000 Euro warteten auf die Räte Entscheidungen bei sechs weiteren Gewerken. Den Auftrag für die Bodenlegerarbeiten erhielt nach Prüfung durch das Architekturbüro Lenk die Firma Sperer und Moser aus Plößberg für 50 317 Euro. Für die Maler- und Lackiererarbeiten gab Georg Ahl aus Speichersdorf mit 36 000 Euro das günstigste Angebot ab.

Der Auftrag über knapp 49 000 Euro für die Fliesen- und Betonsteinarbeiten ging an die Firma Steffen Seeboth aus Tröstau. Einer Abklärung bedarf noch die Verwendung von Granitplatten anstelle der Betonwerksteine zum selben Angebotspreis. Die Firma Elektro-Höller aus Auerbach wird für 25 233 Euro eine Photovoltaikanlage auf dem Mietshaus installieren. Den Auftrag für die Trockenbauarbeiten bekam die Firma Ebert Akustik- und Montagebau Waldsassen mit einem Auftragswert von 87 244 Euro. Auftragnehmer für einen Teil der Schreinerarbeiten (Wohnungs- und Innentüren einschließlich Zargen) mit einem Volumen von 36 345 Euro brutto ist Siegbert Wiesnet aus Kemnath.

Für Gemeinderat und Bürgermeister erfreulich ist die Unterschreitung der Kostenschätzung: Die Gesamtsumme von 284 000 Euro der Vergaben liegt um 10 Prozent unter der Kalkulation des Architekturbüros. Auch das gesamte bisherige Auftragsvolumen von 1,6 Millionen Euro liege im geschätzten Kostenrahmen, betonte Werner Roder. Alle Vergabe entscheidungen erfolgten einstimmig.

Die Zustimmung des Gremiums fanden auch die weiteren Beschlussvorschläge. Wie bereits in der Sitzung des Wasserzweckverbands erörtert, war auch der Vorbacher Gemeinderat mit der Sondervereinbarung mit einem Bauherrn aus Oberbibrach einverstanden. Dieser plant am Ortsrand den Bau eines Wohnhauses. Die Sondervereinbarung zwischen Baubewerber und Gemeinde regelt die entwässerungstechnische Erschließung des Grundstücks und jene mit dem Wasserzweckverband Vorbacher Gruppe die Versorgung mit Trinkwasser. Das Einvernehmen des Gremiums fand auch der Antrag auf einen baurechtlichen Vorbescheid.

Zur Kenntnis nahm der Gemeinderat eine Vergabeentscheidung des Bürgermeisters. Im Wege einer „dringlichen Anordnung“ erteilte Werner Roder der Firma Punzmann aus Windischeschenbach den Auftrag zur Errichtung einer Natursteintrockenmauer auf dem früheren Lautner-Anwesen für 37 796 Euro brutto. Dies liege unter der Kostenberechnung des Ingenieurbüros, wie der Bürgermeister anmerkte. Bei dem Projekt handelt es sich um eine Teilmaßnahme der Dorferneuerung.

Bei den Bekanntmachungen informierte Roder über die Rechtswirksamkeit der AG "Kooperationsraum Vierstädtedreieck“ und die Wahl von Grafenwöhrs Bürgermeister Edgar Knobloch zu deren Sprecher. Der Bürgermeister verwies zudem auf die Vergabe eines Planungskonzepts für den Ausbau eines sogenannten Kernwegenetzes. Die Auftragssumme beträgt 36 289 Euro. Nach Abzug der staatlichen Förderung verbleibt für die Gemeinde Vorbach auf der Basis der Einwohnerzahl eine Kostenbeteiligung von knapp 500 Euro.

„Mit dem Projekt geht ein besonderes Anliegen der Gemeinde Vorbach in Erfüllung“: Mit dieser Feststellung verband Roder die Hoffnung auf die Sanierung der wichtigsten Feldwege im Gemeindebereich. Eine Aufforderung erging zur Teilnahme am Anna-Fest am Sonntag, 28. Juli. Der Bürgermeister gab eine entsprechende Einladung der Pfarrei an den Gemeinderat weiter.

Im Blickpunkt:

Neue Schulleiterin kommt

Die „dringende Bitte“ von Bürgermeister Werner Roder beim Kultusminister und beim Staatlichen Schulamt war erfolgreich: Ab dem nächsten Schuljahr ist die Grundschule Oberbibrach wieder mit einer Schulleitung besetzt. Roder informierte der Gemeinderat über die fernmündliche Mitteilung des Schulamts.

Die neue Rektorin heißt Barbara Beer und ist derzeit noch als Lehrkraft an der Grundschule Oberstimm in Manching bei Ingolstadt tätig. Nach einem Jahr Vakanz sei die Neubesetzung überfällig gewesen, merkte der Bürgermeister an. Er dankte gleichzeitig dem Eschenbacher Rektor Wolfgang Bodensteiner und der örtlichen stellvertretenden Schulleiterin Ingrid Schmidt für die Mitleitung der Oberbibracher Schule.

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