16.12.2018 - 16:38 Uhr
VorbachOberpfalz

Mindeststandard muss sein

Eine Nummer größer als geplant wird der Radwege-Lückenschluss zwischen Menzlas und Höflas im Bereich des Gemeindegebiets Vorbach. Hintergrund sind die Förderbedingungen der Dorferneuerung. Zuschüsse gibt es nur für einen Vollausbau.

Landwirten, Höflaser Bürgern und Radfahrern: Allen soll, wie vom Amt für Ländliche Entwicklung gefordert, eine Verstärkung des Oberbaus auf der Ortsstraße in Richtung Höflas nach allgemein gültigen Technik-Richtlinien Vorteile bringen.
von Robert DotzauerProfil

Es wäre zu einfach gewesen: Abstufung zu einem Feldweg und Radwegebau als kleines Teilstück einer "Frankentrasse" außerhalb einer Flurneuordnung. Auch mit diesem Vorschlag auf der Basis eines Ratsbeschlusses vom 13. September blitzte die Kommune beim Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) ab.

Die Dorferneuerer bestehen auf einer Dimensionierung nach allgemein in Deutschland gültigen technischen Regelwerken. Im Fachjargon "Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen" genannt, gibt die "RSTO" einen Mindeststandard für Oberbauverstärkungen von 26 Zentimeter Asphaltschicht und 46 Zentimeter starker Frostschutzschicht vor. Die bisherige Planung ging von einer Oberbauverstärkung von insgesamt 14 Zentimeter aus.

Rascher Handlungsbedarf

Die Vorgabe bedeute einen "gewaltigen Qualitätssprung", wie Bürgermeister Werner Roder auch mit Blick auf den bestehenden Unterbau anmerkte. Denn der weist laut Rammbohrungen nur eine Frostschutztiefe von 25 bis 27 Zentimeter auf und besteht zudem zum Teil aus pechhaltigem Straßenaufbruch. Wenigstens eine gute Nachricht hatte der Bürgermeister mitzuteilen: "Bei einer Oberbauverstärkung kann pechhaltiger Straßenaufbruch im Straßenkörper verbleiben", zitierte er aus einer Stellungnahme der Tiefbauexperten.

Mit Blick auf den raschen Handlungsbedarf ist eine Überarbeitung der Planung nach den förderrechtlichen Vorgaben erforderlich. Die Kostenschätzung des Weidener Ingenieurbüros Zwick für die Maßnahme erhöht sich von 475 000 auf nunmehr 625 000 Euro. Zur finanziellen Absicherung des Projekts hoffen Bürgermeister und Gemeinderat auf eine gute Förderung aus Dorferneuerungsmitteln und auf Zuwendungen aus dem Förderbonus der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE). Die Planungen sehen eine durchgängige Fahrbahnbreite von 3,50 Metern und drei Ausweichstellen vor.

Einstimmiger Beschluss

Den höheren Qualitätsstandard nach den Vorstellungen des ALE hielt Roder für technisch einleuchtend. Er nannte den Ausbau für alle Betroffenen, vor allem aus dem landwirtschaftlichen Bereich und aus dem Ortsteil Höflas, sowie für die Radfahrer aus der Region eine "tolle Sache".

Der einstimmige Beschluss des Gemeinderats beinhaltete die Zustimmung nach höherem Baustandard vorbehaltlich einer angemessenen Förderung. Außerdem erteilte das Gremium dem Rathauschef die Vollmacht, auf einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn hinzuwirken und mit dem Planungsbüro einen Ingenieurvertrag für die erforderlichen Planungsleistungen abzuschließen.

Im Blickpunkt:

Mit der Rechtskraft des Bebauungsplanes „Dornäcker II“ kann im nächsten Jahr die Erschließung von zehn Wohnbauparzellen beginnen: Für Bürgermeister Werner Roder ist dies eine vorweihnachtliche Frohbotschaft, die durch die Eigentumsverhältnisse besonderes Gewicht erhält. Denn: „Alle Bauplätze gehören der Gemeinde“, freute sich der Rathauschef.

Er kündigte eine Ausschreibung der Erschließungsmaßnahmen in den Wintermonaten an, um dann im zeitigen Frühjahr mit den Tiefbauarbeiten zu beginnen. Dazu gab der Gemeinderat grünes Licht: Das Gremium beauftragte den Bürgermeister mit dem Abschluss eines Ingenieurvertrags für die erforderlichen Planungs- und Ausschreibungsleistungen.

Der Wasserleitungsbau fällt in die Zuständigkeit des Wasserzweckverbandes „Vorbacher Gruppe“. Dieser wird in eigener Zuständigkeit über die Leistungen zur Wasserversorgung beschließen.

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