26.06.2020 - 13:09 Uhr
VorbachOberpfalz

Neuwahlen beim Schulverband Vorbach-Schlammersdorf

Die Kommunalwahl hat auch personelle Auswirkungen auf den Schulverband Vorbach-Schlammersdorf. Verbandserfahrene Haudegen verabschieden sich und ein neues Duo nimmt Fahrt auf.

Mit Alexander Goller (Dritter von rechts) und Johannes Schmid (links) führt ein neues Bürgermeister-Duo den Schulverband Vorbach-Schlammersdorf. Abschied nehmen die Ex-Bürgermeister Werner Roder (Zweiter von rechts) und Gerhard Löckler (Zweiter von links). Gäste der Verbandsversammlung sind Carmen Kräml vom Elternbeirat, "Hängematte"-Vorsitzende Gabi Fraunholz (Dritte und Vierte von links.) sowie Schulleiterin Barbara Beer (rechts).
von Robert DotzauerProfil

Es war die letzte offizielle Handlung von Bürgermeister a.D. Werner Roder: Nach dem Rückzug des Vorbach-Schlammersdorfer "Dreamteams", das aus ihm und seinem Amtskollegen Gerhard Löckler bestand, aus der kommunalpolitischen Verantwortung standen beim Schulverband Neuwahlen an. Das Besondere dabei: Das Gremium besteht nur aus den Bürgermeistern beider Gemeinden. Dennoch war die gesetzlich vorgeschriebene Wahlhandlung einzuhalten, um ganz offiziell die neue Spitze des Schulverbandes zu küren - für den erfahrenen Sitzungsleiter Werner Roder eher ein formeller Akt.

Doch bevor der Ex-Bürgermeister zur geheimen Wahl aufrief, blickte der Noch-Schulverbandsvorsitzende auf erfolgreiche Zeiten zurück. In Anwesenheit von Schulleiterin Barbara Beer, Carmen Kräml vom Elternbeirat und „Hängematte“-Chefin Gabi Fraunholz bilanzierte er seine 24-jährige Amtszeit im Schulverband, davon 18 Jahre als Vorsitzender.

Roder beleuchtete zunächst den starken Wandel der Schullandschaft, verwies auf die Einführung der sechsstufigen Realschule, des G8 und jetzt wieder des G9, erinnerte an die hohen Übertrittsquoten der Grundschüler zu weiterführenden Schulen und bedauerte die rückläufigen Geburtenzahlen. „Diese Rahmenbedingungen musste auch unser kleiner Schulverband bewältigen“, stellte er fest. Auf die örtliche Situation eingehend verwies Roder auf die Zusammenführung der zwei Schulen in Oberbibrach und Schlammersdorf zu einer Grundschule mit Einführung einer Kombiklasse.

Eine schon fast historische Dimension hatte der Rückblick auf die personellen Veränderungen des Lehrkörpers. Der Verbandsvorsitzende erinnerte gleich an fünf Schulleiter in seiner Amtszeit: Norbert Haberberger, Dieter Kraus, Hedwig Forster, Wolfgang Bodensteiner und nunmehr Barbara Beer.

Er sprach von gegenseitiger Wertschätzung und dankte dem gesamten pädagogischen Personal. Der Lehrerschaft sei es ganz wesentlich zu verdanken, das den Kindern beider Gemeinden in der Grundschule Oberbibrach gute Startbedingungen für ihr weiteres Leben garantiert würden.

Roder würdigte zudem die Leistungen der langjährigen Schulsekretärin Petra Schlöger als guten Geist der Bildungsstätte, lobte die Reinigungskräfte Erna Utner und Maria Eckert sowie die Gemeindearbeiter des Vorbacher Bauhofes. In gleicher Weise galt sein Dank den Eltern und dem Elternbeirat. Der Verbandsvorsitzende hob dabei auch das langjährige Wirken von Karola Groher hervor.

„Der Schulverband und beide Gemeinden haben die Schule nach ihren Möglichkeiten unterstützt“, fasste Werner Roder schließlich zusammen. Das werde auch künftig so sein, zeigte sich der scheidende Vorsitzende optimistisch.

Mit diesen Feststellungen sprach er auch seinem Stellvertreter Gerhard Löckler aus dem Herzen. Roder berichtete von einem harmonischen Verhältnis und einem stets guten Einvernehmen zum Kollegen aus Schlammersdorf und schloss dabei auch seinen Vorgänger Hubert Schneider mit ein. Für 18 Jahre Mitgliedschaft als stellvertretender Verbandsvorsitzender überreichte er seinem Kollegen symbolisch zur Erinnerung an erfolgreiche Zeiten eine kleine Holzbox mit Buntstiften, ein Lineal und als „Wegzehrung“ einen Essensgutschein.

Ein kurzes Resümee der gemeinsamen Verbandstätigkeit zog auch Gerhard Löckler. Der Bürgermeister a.D. erinnerte an das Ringen um die beste Schullösung zum Wohle der Kinder und Eltern und urteilte: „Die Entscheidung für Oberbibrach war zur Sicherung des Grundschulstandortes für beide Gemeinden notwendig.“ Auch eine Kombiklasse sei nicht zu verhindern gewesen.

Löckler erinnerte zudem an die Diskussionen über die Zugehörigkeit zum Schulverband in Eschenbach oder in Kirchenthumbach. „Was die Eltern wollten, haben wir beschlossen“, merkte er an. „Lasst es nun gut sein“, erklärte der Ex-Bürgermeister zum Status quo.

Formellen Charakter hatte die geheime Neuwahl. Stimmberechtigt waren nur die Bürgermeister Alexander Goller und Johannes Schmid. Roder verwies auf die beidseitige Verständigung, wegen der Schulgebäude im Gemeindebereich Vorbach den Vorbacher Bürgermeister zum Verbandsvorsitzenden zu wählen und Johannes Schmid zum Stellvertreter zu bestimmen. Dieser sachgerechte Vorschlag spiegelte sich dann auch im Wahlergebnis wider.

Seinen Nachfolger überraschte Werner Roder mit einem Päckchen Kreide: Denn trotz Digitalisierung sei Schulkreide immer noch ein gängiges Hilfsmittel für den Unterricht. Dem neuen Führungsduo, den Kindern, Lehrkräften und Eltern wünschte der nach der Neuwahl aus allen kommunalen Ämtern ausgeschiedene Vorbacher Bürgermeister eine gute Zukunft.

Eine würdige Verabschiedung des langjährigen Vorsitzenden werde folgen, versicherte Alexander Goller. Mit einem ersten Blick voraus bescheinigte der neue Vorsitzende der Oberbiracher Schule und den Pädagogen viel Dynamik. Eine wichtige Zukunftsaufgabe sieht er in der Digitalisierung der Grundschule.

Auf das Thema der Schulverbandszugehörigkeit zu Eschenbach oder Kirchenthumbach eingehend urteilte Goller: „Die Entscheidung der Bevölkerung pro Schulverband Eschenbach war sehr weise.“

Eher redaktionelle Veränderungen der Geschäftsordnung und der Satzung der Verbandsversammlung bestimmten den weiteren Verlauf der Sitzung. Die Jahresrechnung 2018 wurde mit 190 737 Euro festgestellt. Einverständnis bestand auch mit der Bündelung des Schulverbandes sowie der Wasser- und Abwasser-Zweckverbände zu einer Zweckvereinbarung für interkommunale Zusammenarbeit.

Die Neuregelungen zur Umsatzsteuerpflicht kommunaler Einrichtungen sollen erst ab 2023 gelten. Von dieser Optionsmöglichkeit machte auch der Schulverband Gebrauch.

Im Blickpunkt:

Die „Hängematte“ als großes Vorbild

Zur Schlussbilanz des scheidenden Schulverbandsvorsitzenden Werner Roder gehörte auch ein dickes Lob an die „Hängematte“ mit Vorsitzender Gabi Fraunholz. Der Verein war schon vor Jahrzehnten Vorreiter für die Mittagsbetreuung. Diese guten Rahmenbedingungen in Oberbibrach hätten dazu beigetragen, für die Kinder der Grundschule auch der Offenen Ganztagsgrundschule (OGS) mit der „Hängematte“ als Träger den Weg zu bereiten, betonte Roder. Die „Hängematte“ ermögliche es vielen Eltern, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen.

„Ein wahrhaft vorbildlicher Verein“, merkte der langjährige Verbandsvorsitzende an: Wer noch nicht Mitglied sei, der sollte es werden. "Hängematte"-Vorsitzende Gabi Fraunholz verwies auf eine aufregende Gründungszeit mit vielen Widerständen und dankte für die große Unterstützung beider Bürgermeister. (do)

Für die Gemeinden Vorbach und Schlammersdorf ist die Grundschule in Oberbibrach ein wichtiger Bestandteil der Bildungslandschaft im Westen des Landkreises Neustadt/WN.

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