18.10.2021 - 15:54 Uhr
VorbachOberpfalz

Offensive für Klimaschutz in Vorbach läuft an

Sonnenstrom vom Solardach der Grundschule, Stromspeicher, E-Tankstelle und Elektro-Bus: Gleich mehrere Projekte in Vorbach sollen das Klima schützen. Der Gemeinderat gibt nun grünes Licht.

Die Gemeinde will den auf dem Schuldach erzeugten Sonnenstrom im Rahmen einer Klimaschutz-Offensive verstärkt für den Eigenverbrauch nutzen.
von Robert DotzauerProfil

Wegweisende Modellprojekte mit dem Ziel zu fördern, Treibhausgas-Emissionen zu verringern, darüber besteht im Vorbacher Gemeinderat Einigkeit. Richten soll es ein ganzes Paket an Einzelprojekten. Zwei Photovoltaik-Anlagen liefern schon seit vielen Jahren Sonnenstrom. Den will die Gemeinde nun stärker für den Eigenbedarf nutzen. Ein Gutachten der Firma Denersol zeigt: Wirtschaftlich ist das Projekt mittelfristig auch mit Blick auf weitere Nutzungsmöglichkeiten ein Gewinn. Zweifel im Gemeinderat wurden damit ausgeräumt. Nach mehreren Anläufen des Bürgermeisters hieß es deshalb mit einem einstimmigen Beschluss der Ratsversammlung: Start frei für das Klimaschutzprojekt der Gemeinde.

Sponsoring für Elektrobus

Bürgermeister Alexander Goller sprach von einem Meilenstein kommunaler Klimaschutzmaßnahmen. Den Beschluss erleichterte die Hoffnung auf hohe Zuschüsse aus dem kommunalen Klimaschutzproramm des Bundes. Zudem verwies der Bürgermeister auf Möglichkeiten des Sponsorings bei der Anschaffung des Elektrobusses. Als Einsatzmöglichkeiten nannte Goller Kindergarten- und Schülerfahrten und die Verwendung als Bürgerbus. Ein Wunsch, den auch Dominik Eckert bekräftigte. „Es wäre der Gemeinde viel geholfen, wenn es beim Busbetrieb zu einer vielseitigen Nutzung kommt“. Auch Martin Kräml empfahl, ein attraktives Nutzungspaket zu schnüren, allerdings mit Vorrang für die Kinderbeförderung.

Offen blieben in der weiteren Diskussion Antworten zu Fragen des laufenden Unterhalts und der Betriebskosten des E-Busses. Sebastian Pittner wünschte sich deshalb nur eine Abstimmung zur Anschaffung. Zum Thema der Unterhaltskosten des Projekts müsse sich das Gremium noch Klarheit verschaffen. In diesem Kontext lautete auch der einstimmige Beschluss zur künftigen Energieautarkie der Grundschule Oberbibrach einschließlich Stromspeicher und E-Ladesäule und zur Anschaffung eines Elektrobusses.

Keine Vernebler

Nicht anfreunden konnte sich der Gemeinderat mit dem Starterpaket eines Unternehmens zur Oberflächendesinfektion in öffentlichen Gebäuden. Für 899 Euro Miete bei einer Veranstaltung von „Dahamsam“ im Vorbacher Gemeindezentrum getestet, waren die Bedenken für eine dauerhafte Einführung des Verneblerkonzeptes erheblich. Sebastian Pittner befand: „Das Hygienekonzept der Firma ist für öffentliche Gebäude nicht zertifiziert“. Anneliese Weber mahnte ebenfalls zur Vorsicht: „Es wird derzeit genug desinfiziert“. Margarete Kreutzer überkam ein „komisches Gefühl bei Kontakten der Kleinkinder und Schüler mit dem Hygienemittel“. Auch ein Vertreter des Bauhofes kam in der Sitzung zu Wort. „Der Aufwand ist riesig“, hieß es. Das Gremium lehnte deshalb einstimmig die angebotenen Vernebelungsmaßnahmen ab.

Neuer Kommunaltraktor

Die Männer vom Bauhof waren auch beim nächsten Tagesordnungspunkt gefragt. Es stand ein Ratsbeschluss zum Kauf eines neuen Kommunaltraktors an. Abgestimmt mit der Bauhof-Mannschaft schlug Bürgermeister Goller die Beschaffung eines Fendt-Traktors des Modells 516 Vario S4 Power vor, einem 163 PS starken Allround-Schlepper für die Kommune, wie der Gemeindechef anmerkte. Er empfahl zudem die Anschaffung von Zusatzgeräten wie Schneepflug, Streugerät, Kipptransporter, Häcksler, Holzgreifer und Seitenmäher. Goller nannte Gesamtkosten von 240.000 Euro. Verzichtet wird auf eine zirka 100.000 Euro teure Mähkombination. Für die großen Mäheinsätze empfahl Goller Aufträge an private Dienstleister. Nach einem Angebotsvergleich mit Modellen der Anbieter New Holland und Deutz beschloss die Ratsversammlung den Kauf des Fendt-Kommunaltraktors.

Gehwegsanierung im Friedhof

Nach Wünschen aus der Bevölkerung und nach einem Ortstermin des Gemeinderates beschloss das Gremium eine Teilerneuerung der Bodenbeläge im Vorbacher Hauptfriedhof. Geplant sind im wesentlichen neue Steinplatten auf den Wegen in Nord-Süd-Richtung. Ein von der Gemeinde zur Verfügung gestellter Kiesel soll die Gestaltung zwischen den Gräbern vereinheitlichen, so der übereinstimmende Wunsch der Ratsmitglieder. In den Baum- und Sträucherbestand soll nur mäßig eingegriffen werden. Geplant sind Zu- und Rückschnittarbeiten.

Streuobstallee entlang des Radweges

Einem Vorschlag von Dominik Eckert folgend plant die Gemeinde eine Streuobst-Anlage in der Flur 349 der Gemarkung Oberbibrach entlang des neuen Geh- und Radweges in Richtung Speinshart. Dem Gemeinderat lag ein Pflanzvorschlag des Naturparks Nördlicher Oberpfälzer Wald vor. Die Pflanzaktion umfasst insgesamt 13 Äpfel-, Kirsch-, Birnen-, Pflaumen- und Zwetschgenbäume. Sie soll am 9. November 2021 stattfinden.

Auf der Suche ist die Ratsversammlung nach einem neuen Standort für Müllcontainer in Oberbibrach. Derzeit am Feuerwehrhaus aufgestellt, soll es mittelfristig einen neuen Platz für die Abfallbehälter geben. Vorschläge erwartet der Bürgermeister bis zum Frühjahr 2022.

Öffentlicher Bücherschrank

An ein Pilotprojekt denkt Gemeinderätin Anneliese Weber. Die Familienbeauftragte der Gemeinde kündigte einen sogenannten öffentlichen Bücherschrank an. Das Prinzip ist einfach. Der Schrank steht im öffentlichen Raum und ist für jedermann zugänglich. Wer mag, nimmt sich Bücher heraus oder stellt welche hinein. Kostenlos, unverbindlich, anonym und frei von Formalitäten, ohne Mitgliedschaft, ohne Beiträge und Leihfristen als Mini-Bibliothek. Einen geeigneten Schrank habe Weber schon gefunden, ebenfalls kostenlos, wie sie dem Rat mitteilte. Der öffentliche Bücherschrank soll im Buswartehäuschen vor der Oberbibracher Kirche aufgestellt werden.

Der Bücherschrank in Vohenstrauß

Vohenstrauß
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