26.02.2020 - 11:21 Uhr
VorbachOberpfalz

Preiswürdige Vorbacher Projekte

Das Pilotprojekt der Vorbacher ist in aller Munde. Auch der hohe Fördersatz für das kommunale Mietwohngebäude überrascht, weckt viel Neugier und hat viele Neider. Nach zehn Monaten Bauzeit steht es vor der Fertigstellung.

Dem Vorbacher Gemeinderat gibt Bürgermeister Werner Roder (rechts) einen Zwischenbericht zu den Baufortschritten für das kommunale Mietwohngebäude. Das Bauzeitenfenster ist im "grünen Bereich". Mit dem Einzug der ersten Mieter rechnet der Bürgermeister im April diesen Jahres.
von Robert DotzauerProfil

„Wer will fleißige Handwerker sehn? Ei, der muss nach Vorbach geh'n! Stein auf Stein, das Wohnhaus wird bald fertig sein“. Das berühmte Kinderlied könnte auch der Vorbacher Gemeinderat anstimmen. Bei einem Baustellentermin im kommunalen Mietwohngebäude staunte der Rat über die raschen Baufortschritte. Im Mai 2019 begonnen, steht das landesweit beobachtete Projekt mit neun Mietwohnungen vor der Fertigstellung. Bürgermeister prognostizierte die Bezugsfertigkeit zum 1. April 2020. Ein organisatorischer und logistischer Gewaltakt. Acht der insgesamt neun Wohnungen sind schon vergeben. Frei ist nur noch eine 5-Zimmer-Wohnung mit zirka 105 Quadratmetern Wohnfläche mit zwei Bädern, Balkon, Kellerabteil und Kfz-Stellplatz. Die Kaltmiete beträgt 575 Euro pro Monat. Vorzugsweise werde die Wohneinheit an eine Familie mit Kindern vermietet, erklärte der Bürgermeister.

Werner Roder lobte Geldgeber, Planer, Bauleitung, Baufirmen und Handwerker über den grünen Klee. „Das war eine Meisterleistung.“ Möglicherweise wird das Pilotprojekt noch von „ganz oben“ gewürdigt. Gemeinsam mit der Errichtung des Dorfladens ist es bayernweit einzigartig. Deshalb gehört Vorbach zur engeren Auswahl für die Verleihung des Staatspreises für Ländliche Entwicklung, wie Werner Roder bekanntgab. Allein schon der Vorschlag beweise, dass die Gemeinde in den zurückliegenden Jahren gute Arbeit geleistet habe, so der Bürgermeister.

Noch etwas dauern wird die Gestaltung der Außenanlagen. Als erster Schritt steht die Entsorgung des Erdaushubs an. Eine teure Angelegenheit, wie der Gemeindechef anmerkte. Die Leistung sei aber nicht in der Gesamtkalkulation enthalten. Das wiederum verwunderte Stefan Meier. Zu größeren finanziellen Belastungen führt der Nachtrag dennoch nicht. Der Bürgermeister verwies auf die Förderfähigkeit der Entsorgungskosten in Höhe von 35.236 Euro. Davon übernimmt das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) 90 Prozent.

Aufs Tempo drückt der Bürgermeister auch bei der Grünanlagengestaltung. Schon vergeben sind die Pflasterarbeiten. Besonderen Wert legt die Dorferneuerungsbehörde auf viel Grün, teilte Roder mit. Deshalb war für das Mietwohnprojekt durch das Ingenieurbüro ein Grünordnungsplan zu erstellen, über den der Rat zu entscheiden hatte. Der Plan sieht eine üppige Begrünung mit insgesamt zirka 600 Pflanzen und 22 Bäumen und Sträuchern vor. Auch die Begrünung wird mit 90 Prozent gefördert. Mit der Planung bestand im Gremium ebenso Einverständnis wie mit der Angebotseinholung für die Gartenbau- und Pflanzarbeiten bei leistungsfähigen Bietern. Die Liefer- und Bauleistungen werden im Rahmen des sogenannten Verhandlungsverfahrens ermittelt.

Auf einem landwirtschaftlichen Grundstück zwischengelagert ist der angefallene Erdaushub für die Dorfsanierung in Höflas. Der Bürgermeister sprach von beachtlichen Mengen, die in einer dafür zugelassenen Deponie zeitnah zu entsorgen sind, um dem Landwirt die Frühjahrsbestellung zu ermöglichen. Roder empfahl eine beschränkte Ausschreibung und ersuchte das Gremium, den Bürgermeister zur Vergabe der Transport- und Entsorgungsarbeiten nach Prüfung und Wertung der eingegangenen Angebote durch das Ingenieurbüro Zwick zu bevollmächtigen. Einstimmig war der Gemeinderat mit dieser Vorgehensweise einverstanden.

Die Stromversorgung der Gebäude in der Vorbacher Schlossstraße erfolgt derzeit noch über Dachständer. Auf Initiative der Gemeinde ist das Bayernwerk damit einverstanden, die Freileitungen durch eine Erdverkabelung zu ersetzen. Damit verbunden sind auch der Rückbau von zwei Straßenleuchten an einem Hausgiebel und auf einem Holzpfosten und der Ersatz durch neue Leuchten. Roder verwies auf einen gemeinsamen Ortstermin mit den Anliegern und Vertretern des Bayernwerkes und schlug vor, den Ausbaurahmen für die Schlossstraße um voraussichtlich drei oder vier neue Straßenleuchten zu erweitern. Damit bestand im Gremium Einverständnis. Die Vergabe der Mehrleistungen soll nach Eingang des Bayernwerk-Angebotes in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen erfolgen.

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