21.04.2020 - 12:56 Uhr
VorbachOberpfalz

Regierungsjahre hinterlassen Spur des Erfolges

Mit etwas Wehmut und doch mit der Gewissheit, für ihre Heimatgemeinde viel Gutes getan zu haben, gehen in Vorbach gleich fünf Kommunalpolitiker in den Ruhestand. Allesamt hatten sie sich nicht mehr zur Wiederwahl gestellt.

Distanz wahren heißt es für Konrad Schweiger, Heinrich Schatz, Bürgermeister Werner Roder, zweite Bürgermeisterin Angelika Thurn und dritten Bürgermeister Gerd Retzer (von links) bei der Verabschiedung aus dem Vorbacher Gemeinderat. Doch dieses Abstandhalten ist nur der Coronakrise geschuldet. Im Rat herrschte eher Harmonie und Geschlossenheit zum Wohl der Gemeinde.
von Robert DotzauerProfil

Das Wort hatte in der letzten Gemeinderatssitzung der Wahlperiode 2014/20 beim Abschiednehmen der Gemeindechef. Hier war aber nicht die Rede von Regieren und Herrschen. Bürgermeister Werner Roder sprach mit Blick auf die anderen vier ausscheidenden Gemeinderäte von einem jahrzehntelangen Dienen zum Wohl der Kommune. „Ein schmerzlicher Aderlass für das Gremium und die Gebietskörperschaft und der Verlust an Substanz im Rat“, wie Roder anmerkte. „Die 66 Jahre kommunalpolitische Erfahrung der ausscheidenden Gemeinderatsmitglieder wird das Gremium vermissen“, prophezeite der Sitzungsleiter.

Die Laudatio des Bürgermeisters begann mit lobenden Worten für Konrad Schweiger. Seit 2008 im Rat, sei der „Conny“ nicht durch große Ansprachen aufgefallen, sondern durch sachliche Argumente, betonte Roder. „Alles, was Schweiger bemerkte, hatte Hand und Fuß“. Roder würdigte Schweiger auch als Türöffner für erfolgreiche Gespräche mit dem Leitungsnetzbetreiber Bayernwerk.

Im Mittelpunkt der Würdigung stand anschließend Angelika Thurn. 2008 in den Gemeinderat gewählt, wurde die Oberbibracherin gleichzeitig als erste Frau in der Geschichte der Gemeinde zur zweiten Bürgermeisterin befördert, erinnerte Roder an den Karrieresprung. Der Bürgermeister dankte für eine „tolle Amtsführung“, für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und für die überzeugende Vertretung der Gemeinde bei zahlreichen Terminen. „Es hat viel Spaß gemacht, mit dir zusammenarbeiten zu dürfen“, fasste der Laudator zusammen.

„Der Schatz war ein Schatz“: Mit dieser Feststellung beleuchtete Roder die vielen gemeinsamen kommunalpolitischen Schicksalsjahre mit Heinrich Schatz. Roder erinnerte an den rasanten Aufstieg zum zweiten Bürgermeister schon nach dem erstmaligen Einzug in den Gemeinderat im Jahr 2002 bis 2008. Roder charakterisierte den Oberbibracher als Mann der Taten und als Zeitgenossen der stilleren Art. Stets am Puls der Zeit agierend habe der „Heiner“ bewunderswert hartnäckig klare Kante gezeigt und auch unpopuläre Entscheidungen mitgetragen. Für Schatz habe während der 18 Jahre im Rat stets der Spruch gegolten: „Nicht sagen, was gerade ankommt, sondern worauf es ankommt.“

24 Jahre vertrat Gerd Retzer die Bevölkerung im Gemeinderat. Werner Roder erinnerte an den gemeinsamen Beginn des kommunalpolitischen Wirkens im Jahr 1996 und bilanzierte die Zusammenarbeit der „letzten Mohikaner“ als äußerst vertrauensvoll. Gerd Retzer war und sei immer noch ein Mann des Ehrenamts. Über die Gemeinderatstätigkeit hinaus, davon die letzten 12 Jahre als dritter Bürgermeister, genießt der aus Schlammersdorf stammende Retzer hohes Ansehen als Motor der Vereinswelt.

Deshalb stellte der Bürgermeister auch fest: „Gerd Retzer lebt dieses Engagement.“ Beispielhaft verwies Roder auf die Übernahme von Verantwortung für den Kulturverein und für die Feuerwehr Vorbach. Mit Blick auf das musikalische Original des auch in Musikkreisen hoch geschätzten Vorbachers beförderte Roder den Organisator der Vorbacher Freida-Musi und der Präsenz des Musikus bei zahlreichen gesellschaftlichen Höhepunkten als musikalischen Botschafter Vorbachs. Die jeweilige Laudatio endete unter starkem Beifall der weiteren Ratsmitglieder im großen Saal des Gemeindezentrums mit der Überreichung einer Dankurkunde der Gemeinde. Die ausscheidenen Ratsmitglieder erhielten zudem ein weißes Badetuch mit dem eingestickten Wappen Vorbachs.

Emotional war schließlich die Anerkennung für Bürgermeister Werner Roder. Zweite Bürgermeisterin Angelika Thurn würdigte den Chef der Gemeinde als Persönlichkeit, dessen Leistungen für Vorbach unvergessen bleiben. Auf einem steinigen, manchmal mühsamen Weg habe Werner Roder in den vergangenen 24 Jahren eine Gemeinde im strahlenden Zustand und ein bestelltes Feld, das dennoch Raum zur Weiterentwicklung gebe, hinterlassen. Das "Vergelt's Gott" für eine „äußerst erfolgreiche Ära Roder“ verband die zweite Bürgermeisterin mit einem Essensgutschein und einem Blumengruß.

Den Dankesworten schlossen sich auch die Sprecher der Fraktionen an. Manfred Plößner (FWG) erinnerte an die großartige Erfolgsgeschichte Vorbachs unter Führung von Werner Roder, verwies auf die Umsetzung zahlreicher Großprojekte und bescheinigte dem Bürgermeister eine „herausragende Regierungszeit“ und überreichte einen Gutschein. Dank zollte Plößner auch den ausscheidenden Gemeinderäten. Alexander Goller (CSU) betonte den Gemeinschaftsgeist zwischen Rat und Bürgermeister als Voraussetzung für den bemerkenswert guten Ist-Zustand der Gemeinde und wünschte sich auch weiterhin wertvolle Ratschläge eines erfahrenen Ex-Bürgermeisters. Der Empfehlung nach mehr Freizeit verband Goller mit zwei FC-Bayern-Eintrittskarten in die Allianz-Arena.

Zum Abschied würdigen die Fraktionssprecher Alexander Goller (links) und Manfred Plößner (rechts) die Leistungen des langjährigen Bürgermeisters Werner Roder als überragend und überzeugend.
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