19.02.2019 - 14:34 Uhr
VorbachOberpfalz

Ruheplatz unter der Linde

Parallel zur einfachen Dorferneuerung „Vorbach III“ gibt es auch in Höflas ein entsprechendes Verfahren mit öffentlichen Maßnahmen.

Neben der Erneuerung der Dorfstraßen in Höflas ist auch die Neugestaltung des Dorfplatzes an der Dorfkapelle ein Schwerpunkt bei den öffentlichen Maßnahmen der einfachen Dorferneuerung.
von Redaktion ONETZProfil

Ein Schwerpunkt dabei ist zum einen die Erneuerung aller Ortsstraßen und zum anderen die Neugestaltung des Dorfplatzes des Kapellenvereins. Eine detaillierte Vorstellung der beabsichtigten Vorhaben war Bestandteil des Informationsabends im Saal des Gemeindezentrums.

Nach den Worten von Bürgermeister Werner Roder belaufen sich die voraussichtlichen Gesamtkosten auf knapp eine Million Euro. Der bereits bewilligte Zuschushöchstbetrag beläuft sich auf knapp 740 000 Euro, was einem Fördersatz von über 70 Prozent entspricht. Damit ergibt sich für die Kommune ein voraussichtlicher Eigenanteil von etwa 300 000 Euro.

Bereits im Vorfeld hatte der Gemeinderat eine vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberpfalz geforderte Fördervoraussetzung geschaffen, indem mit dem Kapellenverein einen Gestattungsvertrag mit einer Laufzeit bis 2031 geschlossen wurde. Gleichzeitig erfolgte eine Widmung der entsprechenden Grundstücke als öffentlicher Dorf- und Parkplatz.

Den Umfang der Erneuerung der Dorfstraße - der Vollausbau war ebenfalls eine Forderung des ALE - erläuterte den Zuhörern Bauingenieur Markus Schieder vom Ingenieurbüro Zwick aus Weiden. Der Vollausbau werde gemäß der Richtlinie für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen vorgenommen, informierte er. Die bisherigen Breiten der Ortsstraßen von 3,25 bis 4,30 Meter bleiben unverändert, der Fahrbahnaufbau beträgt durchgehend 60 Zentimeter.

Eingehend auf die Neugestaltung des Dorfplatzes erläuterte der Bauingenieur, dass eine Unterteilung in eine Pflasterfläche und eine wassergebundene Decke vorgesehen sei. Darüber hinaus soll ein barrierefreier Zugang mit einer Breite von 1,5 Meter zum „Kapellenstüberl“ geschaffen werden. Im Zuge der Erneuerung der Ortsstraßen soll auch ein „Verweilplatz unter der Dorflinde“ als öffentliche Maßnahme realisiert werden. Dieser Ruhe- und Rastplatz sieht als Ausstattung eine Sitzbank mit zugehörigem Tisch sowie einen Abfallbehälter vor.

In Verbindung mit der einfachen Dorferneuerung besteht sowohl in Vorbach als auch in Höflas auch für private Maßnahmen eine Fördermöglichkeit. Darüber informierte Benjamin Quaas vom ALE Oberpfalz. Er bezeichnete eine Förderung von privaten Bauherren als "Baukasten der Dorferneuerung" mit dem Ziel, ländliche Bausubstanz zu erhalten. So könnten Maßnahmen zur Erhaltung, Umnutzung und Gestaltung an dörflichen Gebäuden mit bis zu 30 Prozent, jedoch mit höchstens 30 000 Euro je Anwesen gefördert werden, teilte Quaas mit. Dies gelte auch für eine dorfgerechte Gestaltung von Vorbereichs- und Hofflächen. Bei besonders wertvollen Gebäuden könne eine erhöhte Förderung von bis zu 50 Prozent, maximal 60 000 Euro, gewährt werden.

Der Referent zeigte die jeweiligen Fördergebiete für private Maßnahmen auf und unterstrich, dass ein vorrausgehendes Beratungsgespräch mit einem Architekten eine Grundvoraussetzung sei, damit ein Zuschuss gewährt werden könne. Dabei entstünden privaten Bauherren keinerlei Kosten. Für private Grundstücksbesitzer in Vorbach ist das Architekturbüro Ingo Mages in Wernberg-Köblitz hier Ansprechpartner, für jene aus Höflas das Architekturbüro Günther Lenk in Eschenbach.

Im Blickpunkt:

Wasserleitungen erneuern

Bei den Wortmeldungen wurde die Wasserversorgung angesprochen. Geplant ist, in der Schloßstraße in Vorbach beim Straßenausbau auch die Wasserleitung zu erneuern. In Höflas sollen das komplette Wasserleitungsnetz und die Hausanschlüsse im Zuge eines Vollausbaus der innerörtlichen Straßen ausgetauscht werden.

Dazu stellte Bürgermeister Werner Roder klar, dass diese Maßnahmen nicht Gegenstand der jeweiligen Dorferneuerung seien, sondern Aufgabe des Zweckverbandes zur Wasserversorgung „Vorbacher Gruppe“. Die Verbandsversammlung habe das Vorhaben in Verbindung mit dem Straßenvollausbau im Zuge der beiden Dorferneuerungsprojekte bereits befürwortet. Die Erneuerung der Wasserleitungen müsse über Darlehen finanziert und in der Folge über Gebührenaufschläge beim Wasserpreis ab dem nächsten Kalkulationszeitraum refinanziert werden.

Thema war auch die Stromversorgung in Höflas, konkret Erdverkabelung statt Dachständer. Dies sei "aktuell noch nicht spruchreif“, erklärte Roder. Er sei diesbezüglich bereits mit dem Bayernwerk im Gespräch. Nach seinen Worten sei auch eine Erneuerung der Straßenbeleuchtung ins Auge gefasst. (br)

Kompetente Referenten erläutern beim Informationsabend im Saal des Gemeindezentrums die Maßnahmen zur einfachen Dorferneuerung „Vorbach III“ und "Höflas" sowie Fördermöglichkeiten von privaten Maßnahmen. Bürgermeister Werner Roder (links) hatte dazu (von rechts) Markus Schieder, Benjamin Quaas, Georg Braunreuther und Martina Lenk eingeladen.
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