05.05.2019 - 13:02 Uhr
VorbachOberpfalz

Werner Roder kandidiert nicht mehr

Den Freien Wählern Vorbach steht ein enormer personeller Umbruch bevor. Ein knappes Jahr vor den Kommunalwahlen steht fest: Sowohl der Bürgermeister als auch die meisten FW-Gemeinderäte ziehen sich wohl aus der Politik zurück.

FWG-Vorsitzender Manfred Plößner (stehend) blickt in der Jahreshauptversammlung optimistisch in die Zukunft: Mit kompetenten Köpfen und vernünftigen Inhalten gehe der Ortsverband in die Kommunalwahlen 2020.
von EDOProfil

„Nun sei es an der nächsten Generation, Verantwortung zu übernehmen“, betonte Bürgermeister Werner Roder in der Jahreshauptversammlung. Ortsvorsitzender und Gemeinderat Manfred Plößner zeigte sich zuversichtlich: „Wir haben vielversprechende Nachwuchskräfte. Wir werden zur Wahl mit kompetenten Kandidaten antreten.“ Er selbst geht dabei mit gutem Beispiel voran und stellt sich ebenso wie Sebastian Pittner zur Wiederwahl. Nicht nur deshalb blickten die Mitglieder in der Versammlung optimistisch in die Zukunft.

Noch keine Vollzugsmeldung gab es auf die Frage hin, wer für die Freien Wähler als Bürgermeister kandidieren wird. „Zur Zeit laufen intensive Gespräche mit den In-Frage-Kommenden“, erklärte Plößner: „Wir gehen in dieser Angelegenheit sehr umsichtig vor. Eine derartige Entscheidung will reiflich überlegt sein, denn die- oder derjenige muss voll dahinterstehen und sich bewusst sein, welch große Verantwortung da auf einen zukommt.“ Namen nannten die Verantwortlichen noch nicht; die Ergebnisse der Gespräche würden aber zeitnah bekannt gegeben.

Trotz personeller Veränderungen soll sich an der politischen Ausrichtung nichts Grundsätzliches ändern: „Wenn es nach uns geht, wird die vernünftige Politik der vergangenen zweieinhalb Jahrzehnte fortgesetzt“, betonte der Ortsvorsitzende. Da die Gemeinde seit zwei Jahren quasi schuldenfrei sei und somit einen größeren finanziellen Handlungsspielraum als zu früheren Zeiten besitze, könnten zunehmend Investitionen getätigt werden.

Dazu zählt Plößner etwa die Schaffung von bezahlbarem und ansprechendem Wohnraum. Mit dem Bau eines kommunalen Mietgebäudes in Vorbach sei diesbezüglich ein erster Schritt getan, sagte er. Die zahlreichen Anfragen - obwohl die Wohnungen noch gar nicht fertig sind - bekräftigten die Notwendigkeit des Projekts, auf das sich Bürgermeister Werner Roder „sogar ein wenig stolz“ zeigte: Schließlich sei die Gemeinde Vorbach die wohl erste in Bayern, die ein derartiges Projekt im Zuge der Dorferneuerung mit 90 Prozent Fördermitteln umsetze.

Zahlreiche Mitglieder sprachen sich dafür aus, auch in Oberbibrach ein kommunales Wohngebäude in der Dorfmitte zu errichten. Gerade die mittelfristige Erhaltung und Aufwertung der dörflichen Zentren liegt Plößner sehr am Herzen. „Wir dürfen den Fokus nicht nur auf Neubaugebiete richten“, bekräftigte er: „Auch die Ortskerne müssen durch geeignete Maßnahmen attraktiv bleiben.“

Weitere Maßnahmen, die die Freien Wähler kurz- und mittelfristig umsetzen wollen, betreffen unter anderem den Radweg von Oberbibrach nach Schlammersdorf, die Schaffung tier- und pflanzenfreundlicher Biotope auf kommunalen Flächen, die Erhaltung von Grundschule und Kindergarten sowie einen Ausbau der Förderung der Ganztagsbetreuung, die seit Jahren vom Verein "Hängematte" übernommen wird. Auch den zahlreichen Vereinen, „die das Leben in der Gemeinde maßgeblich bereichern“, wolle man seitens der Gemeinde weiterhin finanziell zur Seite stehen. „In den nächsten Monaten „werden wir unser detailliertes Programm für die Wahlen bekannt geben“, kündigte Plößner an.

Die Landespolitik war ebenfalls Thema in der Jahreshauptversammlung. Nachdem die „Freien Wähler“ in den vergangen Jahren bereits aus der Opposition heraus einige Änderungen maßgeblich beeinflusst hatten - zum Beispiel die Abschaffung von Studiengebühren und Straßenausbaubeiträgen -, sind sie seit November in direkter Verantwortung. Obwohl er auch Zweifel an der Regierungsbeteiligung als zahlenmäßig unterlegener Partner der Union verstehe, begrüßte der Ortsvorsitzende die Entscheidung. Plößner, der im Oktober als Delegierter bei einer Mitgliederversammlung in Regensburg für den Gang in eine schwarz-orange Koalition votierte, sieht bereits bemerkbare Auswirkungen durch die „Freien“.

Dennoch machte er deutlich, dass er nicht darauf warte, bis man Hilfe von „oben“ bekomme: „Als Kreisrat kenne ich viele Politiker, die jetzt in der ersten Reihe Verantwortung tragen, aber dennoch bin ich in der Gemeinde selbst aktiv, damit etwas vorangeht.“

Neben den politischen kamen auch die gesellschaftlichen Aspekte zur Rede. Besonders freute sich der Vorsitzende über die Rekordteilnehmerzahl beim Silvesterlauf, an dem sich 300 Sportler laufend oder walkend beteiligten. Dankende Worte richtete er dabei vor allem an Hauptorganisator Robert Biersack. Auch der Cocktailkurs im Kinderferienprogramm, bei dem Sebastian Pittner alkoholfreie Drinks mit den Kleinen zubereitete, sei ein großer Erfolg gewesen. Zudem erinnerte Plößner an den politischen Frühschoppen im alten Schulhof und dankte den Tennisfreunden für die Hilfe beim Aufbau. Für die nächsten Wochen ist wieder eine Wanderung geplant, diesmal im Waldnaabtal.

FWG-Vorsitzender Manfred Plößner (stehend) blickt in der Jahreshauptversammlung optimistisch in die Zukunft: Mit kompetenten Köpfen und vernünftigen Inhalten gehe der Ortsverband in die Kommunalwahlen 2020.
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