13.08.2019 - 21:30 Uhr
Oberpfalz

"Vorsicht Kamera" mit Ansage: für Rambos, Rüpel und Raufbolde

Seit einigen Tagen tragen Polizisten in der Oberpfalz Body-Cams. Die Messlatte für den Erfolg der Kameras liegt bei 1475 Beamten in der Region, die 2018 Opfer von Gewalt wurden, kommentiert Christine Ascherl.

Für Polizistin Sonja Meindl ist die Bodycam ein „Super-Einsatzmittel“.
von Christine Ascherl Kontakt Profil
Kommentar

Body-Cams sollen Polizisten schützen

Regensburg

Es ist ja nicht so, als würde heimlich gefilmt. Unübersehbar, in der Größe einer Zigarettenschachtel, prangt leuchtgelb die Kamera an der Schulter der Polizisten. "Vorsicht Kamera" ist seit wenigen Tagen die Devise der Oberpfälzer Polizei.

Dieses "Vorsicht" richtet sich nicht an harmlose Autofahrer, deren Unfall aufgenommen wird. Es richtet sich an Rambos, Rüpel und Raufbolde. Nichts, was es in der Region nicht schon gegeben hätte. Polizisten, denen mit dem Stuhlbein eines übergebraten wurde. Denen nach dem Einsatz eine (abgebissene) Fingerkuppe fehlte.

Die Polizei legt Wert darauf, dass die Body-Cams nicht in erster Linie für die Strafverfolgung gedacht sind. Sie sollen präventiven Charakter haben. Die Kameras filmen auf Knopfdruck, speichern dann aber auch die 30 Sekunden, die davor abliefen. Wer sich derart beobachtet fühlt, wird künftig vielleicht einen Schritt zurücktreten. Und wenn das Ganze als Beweismittel vor Gericht für Erhellung sorgt, dann ist das ein positiver Nebeneffekt. Kritiker seien damit getröstet, dass sich auch Polizisten überlegen müssen, was sie von sich geben.

Beinahe jeder zweite Polizist - 1475 Beamte - in der Oberpfalz wurde 2018 Opfer von Gewalt, 214 wurden verletzt. Diese Zahlen sind 2020 die Messlatte für den Erfolg der Body-Cams.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.