18.06.2019 - 13:51 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Vorsicht Zecke - Was Sie über die kleinen Blutsauger wissen sollten

Die Hochsaison der Zecken ist da und mit ihr tropische Unterstützung aus Afrika: Die gefährliche Hyalomma-Zecke hat bereits den Winter in Deutschland überwunden. Wie man sich schützen kann? Alle wichtigen Infos über Zecken finden Sie hier.

Hyalomma-Zecken können Träger des für Menschen unter Umständen sogar tödlichen Krim-Kongo-Virus sein.
von plzkProfil

Die häufigste Zeckenart in Deutschland ist die gewöhnliche "Ixodes ricinus" (Gemeiner Holzbock). Ein Gesundheitsrisiko besteht, weil die Tiere beim Blutsaugen Erreger einer speziellen Form der Hirnhautentzündung, der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen können. Deutlich häufiger übertragen Zecken allerdings die Erreger der Lyme-Borreliose. Diese Bakterien gibt es nicht nur in einzelnen Risikogebieten - Vorsicht ist deshalb in ganz Deutschland geboten. Anders als bei FSME gibt es gegen Borreliose auch keinen Impfschutz.

Borreliose: Wanderröte, Kopf-, Gliederschmerzen und Fieber

Borreliose ist eine Bakterieninfektion, die durch die kleinen Blutsauger auf Menschen oder Säugetiere übertragen werden kann. Auf den Stich folgen oft erst nach Wochen flächige, meist ringförmige Hautrötungen (Wanderröte) mit grippeähnlichen Symptome wie Kopf-, Gliederschmerzen und Fieber. Mögliche Spätfolgen der Infektion sind Missempfindungen, Lähmungen, Nervenschmerzen oder Gelenkentzündungen. Bemerkt man einen Stich, sollte man die Stelle gut beobachten und zum Arzt gehen, damit so früh wie möglich eine Antibiotika-Behandlung vorgenommen werden kann.

Zecken warten auf das Opfer

Wo lauert die Gefahr? Ein Mythos, der sich hartnäckig hält: Zecken klettern auf Bäume, um sich von dort auf Tiere und Menschen herabfallen zu lassen. Das stimmt nicht. Tatsächlich werden Zecken von Gräsern oder Büschen unbemerkt abgestreift, wo sie in der Lauerstellung in Höhen zwischen 40 und 80 Zentimetern auf einen späteren "Wirt" warten. Die Blutsauger sind aber nicht nur auf Gräsern und im Unterholz zu finden, sondern auch im eigenen Garten oder in den Stadtparks.

Hyalomma-Zecken verfolgen Beute

Anders als die Ixodes-Zecken krabbeln die neuen Hyalomma-Zecken aktiv auf den Menschen zu. Durch Zugvögel gelangte sie nun auch in einige Regionen Deutschlands. Die Tiere sind etwa doppelt so groß, wie die gewöhnliche Zecke.

Charakteristisch sind ihre gestreiften Beine, mit denen sie sich schnell fortbewegen können. Auch sie kann gefährliche Krankheitserreger wie das Krim-Kongo-Virus in sich tragen. Das kann beim Menschen das schwere bis tödliche Krim-Kongo-Hämorrhagische-Fieber verursachen.

So schützen Sie sich vor Zecken

  • Die wohl wichtigste Regel zuerst: Nach einem Aufenthalt im Freien den Körper gründlich an den bevorzugten Stichstellen nach Zecken absuchen: Schamgegend, Oberschenkelinnenseite, Bauchnabel und Umgebung, unter den Brüsten, Achselhöhlen, Schultern, Hals und Nacken, Haaransatz, hinter den Ohren, in der Kniekehle und in der Armbeuge. Das sofortige Absuchen ist deshalb sehr wichtig, weil Zecken nicht gleich zustechen, sondern erst nach einer geeigneten Stelle suchen.
  • Besonders auf die kleinen Larven und Nymphen achten: Sie sind sehr klein, hellbraun und können leicht übersehen werden, da sie fast wie eine Sommersprosse aussehen.
  • Socken über die Hosen stülpen, lange Ärmel und Hosen, sowie festes Schuhwerk tragen.
  • Zeckenschutzmittel mitnehmen: Es wirkt allerdings nur beschränkte Zeit und ist als einzige Maßnahme wenig zuverlässig.
  • Beim Wandern oder Spielen möglichst nicht an Sträuchern und Büschen entlang streifen.
  • Kinder oder Haustiere immer gründlich untersuchen, wenn sie vom Spielen im Freien wieder ins Haus kommen.

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