08.07.2019 - 13:46 Uhr
AmbergOberpfalz

Zecken-Alarm: Experten raten zur Impfung

Führende Neurologen aus dem Klinikum St. Marien Amberg sprechen aktuell von acht Bissen mit Folgen. Und sie erwarten noch mehr.

Zecke
von Externer BeitragProfil

Sie sind klein, aber nicht harmlos: Zecken. Allein in Bayern sind dieses Jahr bereits 690 Fälle von Borreliose gemeldet worden. Das meldet das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Die Zahl der Zecken sei in diesem Jahr - wie auch 2018 - besonders hoch. Trockene Sommer, heiße Temperaturen - paradiesische Zustände für Zecken. Auch die Region Amberg-Sulzbach zählt zum Risikogebiet.

Zecken sind Überträger von zwei Krankheitserregern, die für den Menschen gefährlich werden können: Die eben genannten Borreliose-Bakterien und das Frühsommermeningoencephalitis-Virus, kurz FSME. Von dieser Virusinfektion sind jedes Jahr etwa 300 Menschen betroffen, die Hälfte davon in Bayern, das besagen Zahlen des Landesamtes. "Im Jahr 2018 haben wir 15 FSME-Fälle im Klinikum Amberg behandelt. 2019 waren es bisher sechs Erwachsene und zwei Kinder. In den nächsten Wochen erwarten wir noch mehr", sagt Oberarzt Dr. Thorsten Heider. Er führt am Klinikum die Statistiken über die durch Zecken übertragenen neurologischen Krankheiten.

In 50 Prozent der Fälle löse die FSME eine Hirnhautentzündung aus, in zehn Prozent eine Rückenmarkentzündung. "Lähmungen, Merkfähigkeits-, und Konzentrationsstörungen können die Spätfolgen sein. Schutz vor FSME bekommt man nur durch eine Impfung. Denn im Gegensatz zu Borreliose wirken Antibiotika bei FSME nicht", warnt Dr. Frank Huber, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Klinikum St. Marien.

Zecken lauern im Unterholz, im Gras und im Gebüsch. Dass man in der Stadt sicherer vor Zecken ist, sei ein Irrglaube. Städtische Fläche sei genau wie der Wald Risikogebiet. Huber: "Empfohlen wird eine vorbeugende Impfung gegen FSME Erwachsenen und Kindern ab einem Alter von drei Jahren." Für einen vollen Impfschutz seien in der Regel drei Impfungen notwendig. Je nach Alter seien Auffrischimpfungen dann alle drei bis fünf Jahre nötig. Ansprechpartner sei der Hausarzt.

Dr. Frank Huber, Chefarzt der Klinik für Neurologie (links), und Dr. Thorsten Heider, Oberarzt der Klinik für Neurologie.

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