23.06.2019 - 10:59 Uhr
WackersdorfOberpfalz

Ausbau der B85 in langer Warteschleife

Wie geht es weiter mit der B 85? Diese Frage diskutiert MdB Marianne Schieder im Forum "SPD vor Ort" mit Vertretern der angrenzenden Gemeinden. Dabei wird deutlich, warum seit Jahren nichts vorangeht.

Die Lohbauer-Kreuzung ist ein neuralgischer Verkehrspunkt. Kurzfristig soll eine Ampellösung für Entschärfung sorgen.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Der Bundesverkehrswegeplan 2030 sieht den vollständigen Ausbau der B 85 zwischen Wackersdorf und Roding auf drei oder vier Spuren vor. Marianne Schieder hat den Eindruck, "dass das Straßenbauamt nicht ran will, weil es Probleme gibt". Deshalb will sie anschieben und "das Thema in Gang bringen". Jetzt sei die Zeit günstig, "weil momentan unwahrscheinlich viel in den Straßenbau investiert wird".

Die SPD-Bundestagsabgeordnete kennt das Argument des Straßenbauamtes: "Solange sich die Gemeinden nicht einig sind, können wir nichts tun". Dem widerspricht Albert Krieger. Der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Bodenwöhr erinnert daran, dass das Straßenbauamt bereits vor 20 Jahren eine Nordumgehung vorgestellt habe, vorbei an Heselbach in Richtung Bodenwöhr. "Seitdem ist aber nichts geschehen", wirft Krieger der Behörde vor. Den "Schwarzen Peter" den Gemeinden zuzuschieben, findet der Bürgermeister unredlich, denn: "Die Lokalpolitiker in den betroffenen Gemeinden ziehen an einem Strang".

Für den Steinberger Bürgermeister Harald Bemmerl ist die Sache allerdings nicht so einfach. Er steht täglich mehrmals "eine gefühlte Viertelstunde" an der "Lohbauer-Kreuzung" in Heselbach, bis er auf die B 85 in Richtung Schwandorf einbiegen kann. "Das nervt", gibt der Bürgermeister zu verstehen. Bei einem "Runden Tisch" mit Bundestagsabgeordneten, dem Landrat und Vertretern des Straßenbauamtes habe sich abgezeichnet, so Bemmerl, dass der von ihm favorisierte Kreisverkehr wohl nicht realisiert werden könne. Für den Bau müsste erst Grund erworben und ein Planfeststellungsverfahren in die Wege geleitet werden. "Macht keinen Sinn, wenn eine Umgehungsstraße gebaut wird", ist sich Bemmerl bewusst. Im Gegensatz zu einer kostengünstigeren Ampellösung, die zeitnah erfolgen könne.

Marianne Schieder rät den Kommunen, das Thema auf die Tagesordnung der Gemeinderatssitzungen zu setzen und sich Gedanken zu machen, "wie der Lückenschluss zwischen Wackersdorf und Roding aussehen könnte". Diese Vorschläge seien dann Grundlage für konkrete Planungen des Straßenbauamtes, so die Bundestagsabgeordnete.

"Eine gefühlte Viertelstunde" wartet der Steinberger Bürgermeister Harald Bemmerl mehrmals am Tag, bis er von der Kreis- in die Bundesstraße einbiegen kann. "Das nervt".
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