23.09.2021 - 18:10 Uhr
WackersdorfOberpfalz

Freie Wähler wollen in den Bundestag

Hubert Aiwanger krempelt die Ärmel hoch und schwört seine Anhänger auf das Wahlkampffinale ein. Unter dem Jubel seiner Parteifreunde läuft der Bundesvorsitzende der Freien Wähler noch einmal zur Höchstform auf.

Hubert Aiwanger (rechts) lässt sich von seinen Anhängern feiern. Der Bundesvorsitzende der Freien Wähler sprach beim Wahlkampffinale in Wackersdorf.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Der Saal im Wackersdorfer Schwimmbad-Cafe ist am Mittwochabend voll besetzt. „Alle genesen, geimpft oder getestet“, beruhigen Kreisvorsitzender Dieter Jäger und Ortsvorsitzender Thomas Neidl die 135 Zuhörer.

Bezirksvorsitzende Tanja Schweiger, Lebensgefährtin des bayerischen Wirtschaftsministers und stellvertretenden Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger, macht unter dem Beifall der Gäste deutlich, wo die Reise hingehen soll: „Die Freien Wähler müssen im nächsten Bundestag vertreten sein“. Ihre Partei stehe für „eine vernünftige, pragmatische Politik vor Ort, frei von jeglicher Ideologie“. Und: „Wir sind der Anwalt der Bürger und haben ein Ohr für ihre Anliegen“.

"Die besseren Grünen"

„Volle Hütte, tolle Stimmung“. Hubert Aiwanger fühlt sich an die einstigen Anti-WAA-Treffen in Wackersdorf erinnert. Der FW-Politiker bekennt sich zu einer „regionalen Lebensmittel- und Energieversorgung“ und sagt: „In der Energie- und Umweltpolitik sind die Freien Wähler die besseren Grünen“.

Der Bundesvorsitzende wäre gerne auch in den Fernseh-Talkshows der letzten Wochen gesessen, um den Vertretern der Regierungsparteien und der Bevölkerung deutlich zu machen: „Ein ideenloses ,Weiter so' wie bisher kann es nicht mehr geben“. Bei Corona setzt Aiwanger auf die Eigenverantwortung der Menschen und lehnt es ab, „dass Ungeimpfte ihre Gesundheitsbiographie vorzeigen müssen“. Seine Überzeugung: „Wer den Druck auf Ungeimpfte erhöht, trägt zu einer weiteren Spaltung der Gesellschaft bei".

Unternehmen stärken

Der stellvertretende Ministerpräsident steht zum bayerischen Sicherheitskonzept und will „keine Berliner Verhältnisse“. Aiwanger schießt sich auf die Grünen ein und warnt vor deren „ideologischen Vorstellungen“. Er buhlt bei den Wählern um die Zweitstimme mit dem Argument: „Die CSU holt ohnehin alle Direktmandate und ist damit im Bundestag stark vertreten“. Mit der Zweitstimme könne man zusätzlich den Freien Wählern ins Parlament verhelfen.

Der bayerische Wirtschaftsminister freut sich über „volle Auftragsbücher in den Unternehmen“, klagt gleichzeitig aber über Personal- und Materialmangel. Bei der Energiewende erwartet Aiwanger „eine klare Ansage an die Wirtschaft, wie es weiter gehen soll“. Er fordert zur Stärkung der Unternehmen die Abschaffung der Erbschaftssteuer.

In der Pflege schlägt er die Anstellung von Hilfskräften zur Entlastung des Fachpersonals vor. „Wir wollen die Demokratie erneuern“, gibt der FW-Bundesvorsitzende zu verstehen. Ein Vorschlag sei die Direktwahl des Bundespräsidenten als Vertreter des Volkes. Hans Reiger und seine Musikanten spielten zur Unterhaltung auf.

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Schwandorf

 

 

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