Wackersdorf
18.07.2021 - 13:01 Uhr

Jagd auf Temposünder: Polizei nutzt nicht nur Lichtschranken

Die Polizei will wieder Geschwindigkeitssündern auf die Spur kommen. Dafür überwacht sie vom 12. Juli bis 19. Juli vermehrt die Landstraßen der Oberpfalz.

Kaum sichtbar hinter der Leitplanke sind die kabellosen Messgeräte der neuesten Generation postiert. Wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten, löst ein "Blitzer" aus. Bild: Hirsch
Kaum sichtbar hinter der Leitplanke sind die kabellosen Messgeräte der neuesten Generation postiert. Wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten, löst ein "Blitzer" aus.

„Überhöhte Geschwindigkeit gehört zu den Hauptursachen für Verkehrsunfälle, häufig mit schlimmen Folgen“, betont Polizeirat Tobias Mattes. Der Leiter der Verkehrspolizei Amberg mahnt deshalb die Autofahrer zu „angepasster Geschwindigkeit“. Von der Aktion „Gegen Raser auf der Landstraße“ erwartet er sich eine erzieherische Wirkung. „Wir wollen mit den Leuten reden und im Gespräch ihre Einsicht fördern“, sagt der Polizeibeamte.

An der Aktion beteiligten sich vom 12. bis 19. Juli alle 40 Polizeidienststellen der Oberpfalz. Oberkommissar Daniel Trenz, Leiter der zentralen Verkehrsaufgaben im Präsidium Regensburg, bezog am Freitag auf der Brücke über die B 85 bei Wackersdorf Position und erklärte die unterschiedlichen Messmethoden. Am häufigsten kommt das Lichtschrankenmessgerät, auch Blitzer genannt, zum Einsatz. „Hier arbeiten wir mit der neuesten Generation, dem Messgerät ES 8.0“, erklärt Daniel Trenz.

Datenübertragung per Funk

Der Vorteil: Die Einheit arbeitet kabellos und überträgt die gefahrene Geschwindigkeit über einen W-Lan-Router auf den Laptop des Polizeifahrzeuges. Wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten, löst ein Blitzer aus und lichtet den Fahrer und das Kennzeichen des Fahrzeuges ab. Motorradfahrer werden von vorne und hinten fotografiert. Wer zu schnell gefahren ist, bekommt ein paar Tage später „Post“.

Gleich an Ort und Stelle zur Rechenschaft zieht die Polizei jene Verkehrsteilnehmer, die sie mit dem Videonachfahrsystem „überführt“. Es ist in einem zivilen Fahrzeug installiert, das bei konstantem Abstand das vorausfahrende Auto filmt und die gefahrene Geschwindigkeit festhält. Die Beamten halten den Fahrer an und zeigen ihm an Ort und Stelle das Video.

Belehrung an Ort und Stelle

Auch beim Einsatz der „Lasergeräte“ erfolgt die Belehrung auf den Fuß. Die „Pistole“ sendet einen Lichtimpuls aus. Über die Weg-Zeit-Berechnung wird die Geschwindigkeit gemessen. Die Polizei hält den Fahrer gegebenenfalls an. Zum Einsatz kommt auch ein Blitzer-Anhänger mit langen Akku-Laufzeiten, der tagelang unauffällig am Straßenrand stehen kann und selbständig, ohne personellen Aufwand, Messdaten speichert.

Weiden in der Oberpfalz09.07.2021
Polizeioberkommissar Daniel Trenz führt das Videonachfahrsystem vor, das in zivilen Fahrzeugen eingebaut ist. Bild: Hirsch
Polizeioberkommissar Daniel Trenz führt das Videonachfahrsystem vor, das in zivilen Fahrzeugen eingebaut ist.
 
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