Wackersdorf
09.10.2018 - 10:46 Uhr

Präzisionsarbeit im Mikro-Bereich

Bei Arges geht es nicht um Millimeterarbeit. Die Größenordnung für die Präzisionslösungen ist noch kleiner. So klein, dass manchmal sogar ein Haar dicker ist.

Geschäftsführer Martin Hartmann (rechts) erklärt den Vertretern des Vereins "Partner für den Landkreis Schwandorf"
 die Entwicklungsarbeit. Die Besucher wurden für die Betriebsführung in drei Gruppen aufgeteilt. Bild: Gerhard Götz
Geschäftsführer Martin Hartmann (rechts) erklärt den Vertretern des Vereins "Partner für den Landkreis Schwandorf" die Entwicklungsarbeit. Die Besucher wurden für die Betriebsführung in drei Gruppen aufgeteilt.

Der Verein "Partner für den Landkreis Schwandorf" wählt für sein Wirtschaftsfrühstück am vergangenen Freitag das Unternehmen aus, das in die einstige Lehrlingswerkstatt von BBI und DWK eingezogen ist und diesen Altbau modernisiert hat. Von der B 85 aus ist es inzwischen gut zu sehen. "Die Firma ist unglaublich gewachsen", sagt Vorsitzender Alois Hagl. Knapp 100 Menschen sind dort mit der Entwicklung und Herstellung von Laser-Scan-Systemen beschäftigt, darunter Physiker und Elektroingenieure. Die Tendenz bei der Mitarbeiterzahl sei steigend. Hagl spricht von einem Leuchtturm-Unternehmen, unter dem man sich nichts Konkretes vorstellen könne. Vielleicht ein Grund dafür, weshalb die Veranstaltung sehr gut besucht ist.

Dafür, dass die Gäste eine Vorstellung bekommen, was Arges tut, ist der technische Direktor und Geschäftsführer Martin Hartmann da. Der Physiker vertritt den Gründer und Geschäftsführer von Arges Markus Guggenmos, der am Freitag verhindert ist. 1993 in Nabburg entstanden, zieht das Unternehmen 2008 nach Wackersdorf und unterhält noch einen Entwicklungsstützpunkt in München sowie eine Vertriebsniederlassung in den USA.

In vielen Geräten sind Arges-Komponenten "versteckt". Arges ‒ benannt nach dem Kyklopen aus der griechischen Mythologie, der zielgerichtet Blitze schleudern konnte ‒ entwickelt und produziert Laser-Scan-Systeme zur Formung und Ablenkung von Laserstrahlen sowohl für die industrielle Materialbearbeitung als auch für die Medizintechnik. Konkret geht es in der Medizin um Laserbehandlungen am Auge, bei Kurzsichtigkeit und grauem Star etwa. Eine Korrektur der Alterssichtigkeit mittels Laser ist Hartmann zufolge noch in der klinischen Erprobung. Das Projekt wurde öffentlich gefördert. Das Prinzip funktioniere. Jetzt muss es laut Hartmann beweisen, wie lange die Korrektur hält. Das ist der Mikro-Bereich mit hoher Präzision und kleinen Bauteilen. Im Makro-Bereich geht es um Industrieapplikationen, wie das Schweißen von Batteriekontakten oder größeren Teilen in der Autoindustrie.

"Wo die Möglichkeiten bestehen, nutzen wir die Chancen durch Bundes- und regionale Mittel Produkte zu entwickeln." Hier nennt Hartmann risikobehaftete Forschungen. Im Mikro-Bereich sei Arges weltweit Spitzenklasse. "Da brauchen wir keinen Vergleich zu scheuen." Bei der Entwicklung neuer Spiegeltechnologien "sind wir ganz vorne mit dabei". Die Laserstrahlen werden durch Spiegel ab- und gelenkt. 60 Prozent der Komponenten-Produktion geht direkt oder indirekt in den Export. Die Kunden ‒ Luftfahrt, Photovoltaik, Elektronik, Automotive ‒ sitzen in europäischen Ländern, den USA und in Asien. "Wir freuen uns, wenn anspruchsvolle Aufgaben an uns herangetragen werden." Will heißen Arges strebt nicht nach hohen Stückzahlen, sucht Herausforderungen und nach Lösungen mit einem Entwicklungsanteil. Im Aufbau ist eine Komponentenfertigung, zunächst für den Eigenbedarf, später auch für Kunden.

Bei allen Handgriffen ist Präzision gefordert, auch bei der physikalischen Messung. Bild: Gerhard Götz
Bei allen Handgriffen ist Präzision gefordert, auch bei der physikalischen Messung.
Zum Testen, versuchen, entwickeln steht unter anderen dieser Raum zur Verfügung. Zweiter von links Geschäftsführer Martin Hartmann. Bild: Gerhard Götz
Zum Testen, versuchen, entwickeln steht unter anderen dieser Raum zur Verfügung. Zweiter von links Geschäftsführer Martin Hartmann.
Verschiedene Arbeiten können nur im Reinraum erledigt werden. Bild: Gerhard Götz
Verschiedene Arbeiten können nur im Reinraum erledigt werden.
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