10.08.2020 - 14:57 Uhr
WackersdorfOberpfalz

Rekultivierungsflächen bekommen grünes Kleid

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Die Arbeiten zur Rekultivierung des Braunkohle-Tagebaugebiets Westfeld bei Wackersdorf auf dem rund fünf Hektar großen nördlichen Bauabschnitt unterhalb des Geotops nähern sich ihrem grünen Ende. Sie liegen damit etwas vor dem Zeitplan.

Geologe Matthias Alte, Geschäftsführer der zuständigen Planungsfirma Base Technologies aus München, erläuterte die fortgeschrittenen Maßnahmen, die aus dem ehemaligen Wackersdorfer Braunkohle-Tagebaugebiet Westfeld ein ökologisch hochwertiges Areal machen. Die Arbeiten dafür dauern schon über eineinhalb Jahrzehnte.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Insgesamt sieben Jahrzehnte war das Wackersdorfer Braunkohlerevier von bergmännischer Nutzung geprägt. Die Rekultivierung der Westfeld-Flächen lag bei der ehemaligen Bayerischen Braunkohleindustrie (BBI), dem Bayernwerk und Eon, von dem der Konzern Uniper die Aufgabe übernommen hat. Das Rekultivierungsprojekt wurde 2002 gestartet. Der Abschluss ist bis Ende 2022 in mehreren Etappen vorgesehen.

Magerrasen wird angesprüht

"Die in den letzten rund zwölf Monaten entstandenen Rekultivierungsflächen im Westfeld rund um den wieder erstandenen Irlacher See erhalten derzeit ihr grünes Finish", informierte Jan Kiver, der Uniper-Pressesprecher für das Rekultivierungsprojekt Oberpfälzer Seenland. Ziel sei ein extensiv zu bewirtschaftender, naturschutzfachlich wertvoller Magerrasen. Die Arbeiten zur großflächigen Nass-Ansaat werden im Auftrag der verantwortlichen Firma Uniper, ein Eon-Nachfolgerkonzern, von einem darauf spezialisierten Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen ausgeführt.

"Die jetzt zu begrünenden Flächen umfassen rund 40.000 Quadratmeter, die mit einem speziellen Magerrasen-Substrat angesprüht werden. Über die Ansaatschicht werden Kokosmatten verlegt, die mit Holznägeln dauerhaft auf den Boden geheftet werden", erläuterte Geologe Matthias Alte, der Geschäftsführer der zuständigen Planungsfirma Base Technologies aus München. Das grüne Deckkleid solle die Flächen zuverlässig und dauerhaft begrünen und vor Erosion schützten.

Die Arbeiten zur großflächigen Nass-Ansaat werden im Auftrag von Uniper von einem darauf spezialisierten Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen ausgeführt. Die Flächen werden mit einem speziellen Magerrasen-Substrat angesprüht .

Die Begrünung der Rekultivierungsflächen des Bauabschnitts 2 im Westfeld bildet den baulichen Schlusspunkt der im Frühsommer 2019 begonnenen Arbeiten. Die Oberpfälzer Firma Kassecker hat die Rekultivierungsarbeiten bis auf wenige Restarbeiten vorzeitig fertiggestellt. Sichtbare Zeichen sind die neu modellierte sanfte Hügellandschaft rund um den in einem befestigten Becken wiedererstanden, ehemaligen Irlacher See an der mit rund 30 Meter tiefsten Stelle des Westfelds. Der Irlacher See dient als Sickerwassersammler. Diese Wässer werden gereinigt in den Knappensee weitergeleitet.

Neue Landschaft gestaltet

Während der vergangenen eineinhalb Jahren wurde systematisch eine neue Landschaft im Bauabschnitt 02 gestaltet. Dabei wurden die ehemaligen intensiv industriell und bergmännisch genutzten Flächen abgedichtet. "Außerdem hat man die Oberfläche durch einen in Schichten angelegten Aufbau des Rekultivierungsbodens neu gestaltet mit dem Ziel, der Region ökologisch wertvolle Landschaften zurückgeben zu können", so Matthias Alte. Insgesamt mussten aus der Region rund 240.000 Tonnen Rekultivierungsböden per Lastwagen antransportiert werden. Der Geologe versicherte: "Die Böden wurden vor dem Einbau entsprechend der behördlichen Auflagen systematisch geprüft und gegebenenfalls zusätzlich aufbereitet."

Über die Saat-Mischung wurde auf den steilen Böschungen eine braune Schutzmatte gelegt. Sie hilft, dass die Pflanzen in den ersten Wochen nach der Ansaat Wurzeln schlagen und austreiben können, ohne von Regen abgeschwemmt zu werden.

Durch die Rekultivierungsmaßnahmen werde sich die Fauna und Flora auf dem Westfeld-Gelände zu einem hochwertigen Vegetations- und Lebensraum entwickeln, verbunden mit einer positiven Veränderung des Landschaftsbildes, freute sich Pressesprecher Jan Kiver. Infolge der Biotopvernetzung und Integration des ehemaligen Braunkohleabbaugebietes in die Naturlandschaft der Region werde der ökologische Zustand des Geländes nachhaltig verbessert. Die Umgestaltung der Oberfläche sichere darüber hinaus die dauerhafte Verbesserung der Schutzgüter Grundwasser und Boden.

Der Aufwand für die Rekultivierung ist enorm und verschlingt Millionensummen

Wackersdorf
Hintergrund:

Über zehn Millionen Euro investierte der Uniper-Energiekonzern (mit Sitz in Düsseldorf) in diesen zweiten Rekultivierungsabschnitt des ehemaligen Braunkohle-Westfelds. Neben regionalen Zulieferfirmen waren rund 20 Mitarbeiter des Bauunternehmens Kassecker, von Uniper sowie den Gutachter-, Planungs- und Überwachungsbüros mit den Arbeiten vor Ort beschäftigt.

Fauna und Flora auf dem Westfeld-Gelände werden sich zu einem hochwertigen Vegetations- und Lebensraum entwickeln

Jan Kiver, Firma Uniper

Jan Kiver, Firma Uniper

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