18.04.2021 - 18:59 Uhr
WackersdorfOberpfalz

Tina Winklmann: Eine „grüne Arbeiterin“ für den Bundestag

Vom Dorf, aus einer Arbeiterfamilie, mit Mechanikerausbildung: Die Oberpfälzerin Tina Winklmann ist unter den Grünen eher eine Exotin. Trotzdem will sie für ihre Partei in den Bundestag – um etwas für den ländlichen Raum zu erreichen

Tina Winklmann hat einen guten Platz auf der Landesliste der Grünen für die Bundestagswahl erhalten.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Dass sie keine gewöhnliche Grüne ist, bekomme sie häufig zu hören, sagt Tina Winklmann. Kein Wunder, schließlich ist die 41-jährige Oberpfälzer Bezirksvorsitzende der Partei weder Sozialpädagogin noch Theaterwissenschaftlerin. Die vermutlich baldige Bundestagsabgeordnete hat eine Ausbildung zur Verfahrensmechanikerin bei der Firma Wilden (heute Gerresheimer) abgeschlossen, war anschließend bei Siemens in Amberg beschäftigt. "Ich habe 20 Jahre im Dreischichtbetrieb gearbeitet", sagt Winklmann, die sich selbst als Arbeiter- und Dorfkind bezeichnet. Aufgewachsen ist sie im Wernberg-Köblitzer Ortsteil Dammelsdorf.

Inzwischen lebt Winklmann in Wackersdorf und arbeitet im Büro der Tirschenreuther Landtagsabgeordneten Anna Schwamberger (früher Toman). Ihre Herkunft habe sie aber nicht vergessen, versichert Winklmann. "Ich bin überzeugte Arbeiterin und Gewerkschafterin." Mit 15 sei sie der IG Metall beigetreten, fast ebenso lange ist sie Mitglied der Grünen. Vor einiger Zeit war sie Mitgründerin der Landesarbeitsgemeinschaft Gewerkschaft in ihrer Partei.

Heute sehe sie es als ihre Aufgabe, die Interessen der Arbeiter und der Landbevölkerung innerhalb der Grünen zu vertreten. Ihre Partei vertrete gute und wichtige Positionen für diese Gruppen. "Ich sehe es als meine Aufgabe, diese nach außen bekannt zu machen." Und sie wolle Vorbild sein für Menschen mit ähnlicher Geschichte, die grün denken, dies aber noch nicht so nach außen tragen.

Im Bundestag will sich Winklmann für die Stärkung des ÖPNV auf dem Land einsetzen. Eine Botschaft sei ihr dabei wichtig: "Wir wollen niemandem auf dem Land das Auto wegnehmen." Es sei klar, dass es ohne eigenes Fahrzeug in Regionen wie der nördlichen Oberpfalz nicht geht. "Aber vielleicht schaffen wir es, dass schon bald kein Zweitauto mehr nötig ist." Am Herzen liege ihr auch die Zukunft der Automobilzulieferer in der Region. Es sei wichtig, dass die Automobilindustrie die Transformation weg vom Verbrennungsmotor schaffe, damit die Arbeitsplätze in der Oberpfalz erhalten bleiben.

Die Landesliste der Grünen

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