13.06.2018 - 16:18 Uhr
WackersdorfOberpfalz

"Wackersdorf": Starkes Drama über die WAA-Zeit

Bekannte Orte, Gesichter und Szenerien – „Wackersdorf“ hat für Menschen aus der Region einen hohen Wiedererkennungswert. Das Drama ist alleine deswegen sehenswert. Noch erfreulicher ist, dass der Spielfilm schlichtweg gelungen ist.

Klappe und fertig: Der Film "Wackersdorf" ist nicht nur abgedreht und geschnitten, sondern mittlerweile bereits in einer ersten Vorführung der Presse gezeigt worden.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Hauptdarsteller Johannes Zeiler spielt Alt-Landrat Hans Schuierer überzeugend. Der Landkreis Schwandorf ist treffend porträtiert. Die Atmosphäre jener Zeit gut eingefangen. Originalaufnahmen aus den 1980er Jahren gekonnt eingebaut. Nach der ersten Pressevorführung am Dienstag in München lässt sich sagen: Der Spielfilm über den geplanten Bau einer atomaren Wiederaufbereitungsanlage (WAA) und der Widerstand dagegen überzeugt in fast allen Punkten. Keine Selbstverständlichkeit für ein deutsches Drama. Oft sind gerade diese zu schwerfällig, klischeehaft oder einfach nur schlecht umgesetzt. Nicht so "Wackersdorf", der abgesehen von einem etwas zu abrupten Ende wenige Schwächen aufweist (eine ausführliche Kritik folgt in Zeitnähe zur Oberpfalz-Premiere und zum Kinostart).

Die Oberpfalz darf also stolz sein. Nicht nur weil es ein Film über die Region, sondern auch durch und durch von regionalen Aspekten geprägt ist. Produzent Ingo Fliess stammt aus Sulzbach-Rosenberg, Schauspielerin Anna Maria Sturm aus Schwandorf und selbst Hauptdarsteller Johannes Zeiler, aufgewachsen in der Oststeiermark (Österreich) hat Berührungspunkte mit der Oberpfalz. In einem Presseheft des Verleihers Alamode wird der Schauspieler mit folgenden Worten zitiert: "Kein Scherz: Mitte des 19. Jahrhunderts wanderten Oberpfälzer in meine Heimat aus, und haben den dortigen Dialekt nachhaltig beeinflusst." Dieser Background kommt dem Film zugute. Denn der Oberpfälzer Dialekt wirkt im ganzen Film nicht aufgesetzt oder störend, weder bei Schuierer-Darsteller Zeiler noch bei den anderen Schauspielern.

Dass Anna Maria Sturm ihre Rolle auf den Leib geschrieben ist, liegt nicht nur an ihrem Temperament, das sie zu einer überzeugenden Widerstandskämpferin in "Wackersdorf" macht. Viel erwähnenswerter ist, dass sie eine an ihre Mutter Irene Maria Sturm - eine prägende Persönlichkeit in der WAA-Zeit - angelehnte Figur spielt. Zu den Schauspielern kommen etliche Statisten aus der Region, die im Film zu sehen sind. Wer aus dem Landkreis Schwandorf stammt, dürfte den ein oder anderen Komparsen wiedererkennen. Und auch die Drehorte: Ob nun die Kantine des Landratsamtes, die Stadtbibliothek, das FC-Schwandorf-Stadion, ein Klassenzimmer in der Berufsschule oder Außenaufnahmen in Schwarzhofen - die Schauplätze sind für die Landkreis-Bewohner unverkennbar.

Info:

Premieren und Kinotour

Das Drama „Wackersdorf“ wird nach der Pressevorführung diese Woche erstmals am Freitag, 29. Juni, um 18 Uhr auf dem Münchner Filmfest im Filmtheater Sendlinger Tor der Öffentlichkeit gezeigt. Eine weitere Vorführung ist am Donnerstag, 5. Juli, um 10 Uhr in der HFF (Hochschule für Fernsehen und Film) geplant. Vor dem offiziellen Bundesstart am 20. September soll es laut dem Verleiher Alamode noch eine Oberpfalz-Premiere sowie eine bundesweite Kinotour geben.

Für "Wackersdorf" drehte das Filmteam rund sechs Wochen in der Region.

Anna Maria Sturm (links) spielte in "Wackersdorf" einen an ihre Mutter Irene Sturm angelehnte Figur.

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