08.02.2019 - 15:05 Uhr
WackersdorfOberpfalz

Wirtschafts-Standort auf Rekordkurs

Die wirtschaftliche Hochkonjunktur beschert der Gemeinde Wackersdorf neue Rekordzahlen. Zum ersten Mal knackt der zweitgrößte Industriestandort im Landkreis Schwandorf die Grenze von 6000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen.

Blick in die BMW-Cockpit-Fertigung: Der Automobilhersteller ist der größte Arbeitgeber in Wackersdorf. Die Gemeinde hat jetzt die 6000er-Grenze an Beschäftigten überschritten. .
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Die Wirtschaftskraft des Standortes Wackersdorf werde beim Vergleich mit den aktuellen Einwohnerzahlen noch deutlicher, betonte Rathaus-Chef Thomas Falter bei einem Pressegespräch am Donnerstag. Von den 5300 Bewohnern der Gemeinde gehen 2500 einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nach, aber nur zehn Prozent davon in einem der 156 Betriebe in der Gemeinde. "90 Prozent der Beschäftigten pendeln ein", entnimmt der Bürgermeister der Statistik.

Thomas Falter ist sich allerdings bewusst, "dass es sich bei den neuesten Zahlen um einen Ausreißer nach oben handelt". Er begründet das Rekordhoch an Arbeitsplätzen mit der guten Konjunktur und dem Engagement aus dem Rathaus: "Wirtschaftspolitik ist in Wackersdorf Chefsache", erklärt der Bürgermeister. Er verwende die Hälfte seiner Arbeitszeit "mit Kontakten zu den Unternehmen". Dabei sei ihm der kleine Gewerbebetrieb genauso wichtig wie der große Industriekonzern, versichert Thomas Falter.

Die Gründe für den Zuwachs erklärt der Bürgermeister mit der Expansion der Unternehmen Arges GmbH, der Syskron-Holding sowie der Unternehmen Sennebogen und Huber-Rappel. Thomas Falter rechnet in den nächsten Monaten mit der Schaffung weiterer 250 Arbeitsplätze, wenn die Firmen Welco, Gerresheimer und Maschek ihre Neubau- und Erweiterungspläne umgesetzt haben.

So sehr der Bürgermeister auch um jeden einzelnen Arbeitsplatz kämpft, bei der Firma Lear Corporation konnte er seinen Einfluss nicht geltend machen. Der Automobilzulieferbetrieb wird den Innovationspark verlassen. "Da waren am Ende meine Möglichkeiten erschöpft", bedauert Thomas Falter. Er wolle aber alles tun, "damit Wackersdorf Spitzenstandort und Wirtschaftsmotor in der Oberpfalz bleibt".

Hinter der Kreisstadt Schwandorf mit 12 000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen liege Wackersdorf an zweiter Stelle im Landkreis. Ein Manko treibt den Bürgermeister um. "Wir haben keine Gewerbeflächen mehr für weitere Betriebsansiedlungen". Einzige Ausweichmöglichkeit sei das interkommunale Gewerbegebiet Schwandorf/Wackersdorf/Steinberg am See. Rund um die OMV-Tankstelle habe der Zweckverband jetzt 50 000 Quadratmeter Fläche erworben, die man nun vermarkten könne. Die erfreuliche Entwicklung schilderte der Bürgermeister auch den Neubürgern, die er am Donnerstag im Mehrgenerationenhaus empfing. Im Jahr2018 zogen 340 Personen neu nach Wackersdorf. Die Einwohnerzahl stieg auf 5300.

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