Waidhaus
11.11.2018 - 14:09 Uhr

Akte Siegfried Meckl geschlossen

Der Leiter der Grenzpolizeiinspektion Waidhaus geht nach 38 Jahren Dienst in den Ruhestand. Bei seinem Abschied wird er als "Polizist mit Leib und Seele" bezeichnet. Der Nachfolger steht bereits fest.

Leitender Polizeidirektor Thomas Schöniger (links) und Polizeipräsident Gerold Mahlmeister (rechts) stellen sich zum Erinnerungsfoto mit dem neuen Leiter der Grenzpolizeiinspektion Waidhaus, Polizeihauptkommissar Gerhard Lutzenberger (2. von links) und seinem Vorgänger, Erster Polizeihauptkommissar Siegfried Meckl (2. von rechts). Bild: bey
Leitender Polizeidirektor Thomas Schöniger (links) und Polizeipräsident Gerold Mahlmeister (rechts) stellen sich zum Erinnerungsfoto mit dem neuen Leiter der Grenzpolizeiinspektion Waidhaus, Polizeihauptkommissar Gerhard Lutzenberger (2. von links) und seinem Vorgänger, Erster Polizeihauptkommissar Siegfried Meckl (2. von rechts).

„Herr Polizeipräsident Mahlmeister, die Akte Siegfried Meckl können Sie schließen“. Mit diesem Satz verabschiedete sich der bisherige Leiter der Grenzpolizeiinspektion Waidhaus am Freitagvormittag in den Ruhestand, der aus seiner Sicht den besten Beruf hatte, den es für ihn gegeben habe. Polizeipräsident Gerold Mahlmeister lobte den ausscheidenden Beamten als „Polizist mit Leib und Seele“.Im Rahmen eines Festaktes im Gemeindesaal des Rathauses Waidhaus wurde Polizeihauptkommissar Gerhard Lutzenberger als Nachfolger eingeführt. Er bleibt ein halbes Jahr in der Waidhauser Dienststelle.

Leitender Polizeidirektor Thomas Schöniger hatte die Aufgabe die zahlreichen Ehrengäste zu begrüßen. Da waren mit Stephan Oetzinger, Christoph Skutella und Roland Magerl drei Landtagsabgeordnete verschiedener Fraktionen anwesend, ebenso die Bürgermeister aus den Nachbargemeinden Pleystein, Eslarn und Moosbach, die Vertreter der Geistlichkeit beider Konfessionen, hochrangige Vertreter der Justiz, des Zolls, der Bundespolizei und der Tschechischen Polizei. Nachdem der Freistaat Bayern zum 1. Juli 2018 wieder eine Grenzpolizei mit einer neuen Direktion in Passau errichtet hat, war auch deren Leiter, Polizeivizepräsident Alois Mannichl, anwesend.

Polizeipräsident Gerold Mahlmeister bezeichnete den Tag der Verabschiedung Meckls als „besonderen Tag“ in der deutschen Geschichte mit gleichzeitigem „Premierencharakter“, weil erstmals der Leiter einer Grenzpolizeiinspektion nach deren Neuorganisation in den Ruhestand verabschiedet werde. Bei der Gründung der PI-Fahndung im Jahr 2008 habe niemand daran gedacht, dass es nur zehn Jahre später durch eine andere Bezeichnung auch zu einer neuen strategisch-taktischen Ausrichtung komme. Unabhängig davon, bleibe die Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität im Rahmen der Schleierfahndung der Schwerpunkt der Aufgaben, betonte der Polizeipräsident.

Ausführlich schilderte der Polizeipräsident den beruflichen Werdegang von Meckl, dessen Laufbahn im Jahr 2015 ein berufliches Highlight erlebte. Ende September wurde Waidhauser Polizeichef aufgrund der Zuwanderung von Flüchtlingen zum österreichischen Bundesinnenministerium nach Wien abgeordnet, um bis Januar 2016 eine Aufgabe als Bindeglied zwischen den Koordinierungsstäben „Asyl/Sicherheit“ in München und „Migrationslage/Sicherheitspolizei“ in Wien zu übernehmen. Der Polizeipräsident vergaß aber auch nicht, den Einsatz Meckls im Sinne guter Arbeitsbedingungen für die eigenen Mitarbeiter hervorzuheben.

Als sichtbares Zeichen für den Eintritt in den Ruhestand überreichte der Polizeipräsident dem ausscheidenden Beamten die Urkunde über die Versetzung in den Ruhestand.

Als Nachfolger stellte der Polizeipräsident Polizeihauptkommissar Gerhard Lutzenberger vor, der als Aspirant für die 4. Qualifikationsebene aus dem Bayerischen Staatsministerium des Innern als Interimsleiter die Grenzpolizeiinspektion Waidhaus für sechs Monate führt. Der 33-jährige Beamte mit schwäbischen Wurzeln hat ein breites Spektrum beruflicher Ausbildung hinter sich.

Stellvertretender Landrat Albert Nickl nannte die Präsenz der vielen wichtigen Ehrengäste eine Wertschätzung für die Grenzpolizeiinspektion im Besonderen. Die öffentliche Sicherheit und Ordnung sei unzertrennbar mit den Grundrechten des Grundgesetzes verbunden, sagte Albert Nickl. Gerade in Bayern werde der Unterschied, auch zu anderen Bundesländern, mit Blick auf die Sicherheit deutlich. Gegen Straftäter und gewalttätige Personen fordert Albert Nickl ein klares Einschreiten des Staates.

Bürgermeisterin Margit Kirzinger würdigte die Wahl des Gemeindesaales im Rathaus als Verabschiedungsort als Zeichen der Unkompliziertheit des Marktes Waidhaus in der Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden. Die Schleierfahndung der Grenzpolizeiinspektion Waidhaus sei die richtige Antwort auf die Öffnung des „Tor´s nach Osten“ mit freiem Grenzübertritt, sagte die Bürgermeisterin. Die Waidhauser Bürgerinnen und Bürger können sich dank der Einsatzbereitschaft der Grenzpolizeiinspektion sicher fühlen, betonte Margit Kirzinger.

Personalratsvorsitzender Michael Hinrichsen sprach auch von einem bedeutenden Tag mit Blick auf die Geschichte, und scherzhaft auf die Meldung „Heino hört auf“. Eine Ächtung der Gewalt sei nur beim Zusammenhalten aller an der Sicherheit beteiligten Dienststellen möglich, sagte Hinrichsen. Als erfreulich nannte der Personalratsvorsitzende die Personalsituation mit den Anwärtern für den Polizeidienst. „Mehr geht bei der Bereitschaftspolizei nicht mehr“.

In seiner Abschiedsrede bat Erster Polizeihauptkommissar Siegfried Meckl die Bürger für mehr Wertschätzung gegenüber der Polizei. Der Bürger muss in einem Polizeibeamten einen Menschen sehen, der sich für andere und Recht und Gesetzt einsetzt. Der Rechtsstaat muss bei Angriffen auf seine Vertreter klare Kante zeigen, keinerlei Toleranz zulassen oder auch nur dulden, machte der ausscheidende Beamte deutlich. Für ihn sei der 1. April 1980, der Tag der Einstellung bei der Bayerischen Polizei, etwas ganz Besonderes im Leben gewesen, sagte Meckl. Von diesem Tag an, habe ihm die Kameradschaft innerhalb des Kollegenkreises imponiert und ihn selbst geprägt. Gleichzeitig habe er erkennen müssen, dass der Beruf Polizeibeamter risikoreich und vielfältig sei. „Kein Fall ist wie der andere“. Die Dienststelle Waidhaus sei die schwierigste, herausforderndste und am meisten belastendste in der dienstlichen Laufbahn gewesen, erkennt Siegfried Meckl am Ende seiner über 38-jährigen Berufslaufbahn. Die „Lobkowitzer Schlossmusik“ umrahmte den Festakt.

Leitender Polizeidirektor Thomas Schöniger (rechts) begrüßt die geladenen Gäste, darunter MdL Christoph Skutella, Mdl Stephan Oetzinger, Ramona Eisenbacher (Ehefrau von Gerhard Lutzenberger), Hauptkommissar Gerhard Lutzenberger (von links), stellvertretenden Landrat Albert Nickl, MdL Roland Magerl, Veronika Schreiner (Lebensgefährtin von Ersten Polizeihauptkommissar Siegfried Meckl (daneben), Polizeipräsident Gerold Mahlmeister (von rechts) sowie Bürgermeisterin Margit Kirzinger (zweite Reihe). Bild: bey
Leitender Polizeidirektor Thomas Schöniger (rechts) begrüßt die geladenen Gäste, darunter MdL Christoph Skutella, Mdl Stephan Oetzinger, Ramona Eisenbacher (Ehefrau von Gerhard Lutzenberger), Hauptkommissar Gerhard Lutzenberger (von links), stellvertretenden Landrat Albert Nickl, MdL Roland Magerl, Veronika Schreiner (Lebensgefährtin von Ersten Polizeihauptkommissar Siegfried Meckl (daneben), Polizeipräsident Gerold Mahlmeister (von rechts) sowie Bürgermeisterin Margit Kirzinger (zweite Reihe).
Polizeipräsident Gerold Mahlmeister (rechts) überreicht Ersten Polizeihauptkommissar Siegfried Meckl die Urkunde über die Versetzung in den Ruhestand. Bild: bey
Polizeipräsident Gerold Mahlmeister (rechts) überreicht Ersten Polizeihauptkommissar Siegfried Meckl die Urkunde über die Versetzung in den Ruhestand.
Polizeipräsident Gerold Mahlmeister (rechts) überreicht Polizeihauptkommissar Gerhard Lutzenberger das Abzeichen der Polizei Oberpfalz. Bild: bey
Polizeipräsident Gerold Mahlmeister (rechts) überreicht Polizeihauptkommissar Gerhard Lutzenberger das Abzeichen der Polizei Oberpfalz.
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