Waidhaus
12.08.2018 - 12:21 Uhr

Angst vor der Erreichbarkeit rund um die Uhr

„Feuer & Flamme“ schrieb der SPD-Ortsverein auf seine Einladungsplakate. „Feuer und Flamme“ war das Publikum für das Programm.

Die ständige Erreichbarkeit macht Arbeitnehmern zu schaffen. Famlien wünschen sich Unterstützung. All dies bringen Waidhauser Bürger beim Gespräch mit Abgeordneter Annette Karl (vorne, Zweite von rechts) vor. fjo
Die ständige Erreichbarkeit macht Arbeitnehmern zu schaffen. Famlien wünschen sich Unterstützung. All dies bringen Waidhauser Bürger beim Gespräch mit Abgeordneter Annette Karl (vorne, Zweite von rechts) vor.

(fjo) Das unerwartete Interesse am Angebot zeigte sich schon nach einer halben Stunde, als der Bäcker eine Nachlieferung von Semmeln bringen musste. Unübersehbar war die Menschenmenge am alten Rathausplatz für den auf der Ortsdurchfahrt pausenlos rollenden Feierabend-Verkehr.

Keine lange Begrüßung, keine Ansprachen und schon gar keine vorgegebenen Themen: Das war das Konzept am Freitag. Als Ansprechpartner standen Landtagsabgeordnete Annette Karl und Bezirkstagskandidatin Sabine Zeidler bereit, ebenso Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch und dritter Bürgermeister Johannes Zeug. Um die Organisation hatte sich Ortsvorsitzende Irmgard Bótha gekümmert und viel Herzblut hineingesteckt. Sogar ihr weitum geschätztes Sauerkraut kam am Bratwurststand zum Einsatz. So ziemlich jeder die gleichfalls kostenlose Zugabe. "Drei Weckla im Kraut" fanden reißenden Absatz. Tapfer kümmerten sich die Männer am Grill um ausreichend Nachschub. Auch die Getränke Art spendierte der Ortsverein. Alle Beteiligten zogen ein äußerst positives Fazit der Veranstaltung. "Ich hatte das Gefühl, die Leute wollten uns als Menschen kennenlernen", sagte Abgeordnete Annette Karl.

Die Themen, die an sie herangetragen wurden, seien vielschichtig gewesen. Ein Ehepaar habe etwa von Problemen mit Material aus einem Erdaushub berichtet. Hierzu sah die Landespolitikerin als einzige Chance eine Petition an das bayerische Kabinett. Zwei Personen hatten Anliegen zu Tierschutz und Tierwohl.

Ein verstärktes Interesse hingegen verzeichnete Annette Karl zur Arbeitszeit mit Blick auf einen Schutz des Sonntags: "Das war bei Arbeitnehmern schon ein Thema." Es herrsche Angst, eines Tages kein Recht mehr auf Unerreichbarkeit zu haben. "Wir müssen insgesamt den Arbeitsschutz an die digitalen Arbeitsformen anpassen", zog die Landtagsabgeordnete als Fazit daraus. Die digitale Entwicklung solle nicht dazu führen, den Forderungen der Arbeitgeber - unabhängig von Raum und Zeit - nachzukommen. Weg von einer täglichen Höchstarbeitszeit und hin zu einer wöchentlichen Begrenzung: Dem dürfe nicht bedenkenlos die Türe geöffnet werden. "Das ist bei den Leuten längst im Hinterkopf ein Thema." Als Aufgabe der Politik sah Annette Karl deshalb, Spielregeln für diese schöne, neue, digitalisierte Welt aufzustellen: "Damit nicht alles auf Kosten der Arbeitnehmer geht."

Mehrfach sei auch die Forderung nach bezahlbaren Wohnungen vorgebracht worden, gerade in Bayern. Sie verwies auf die von der SPD verfolgten Lösungen auf Bayernebene: "Bezahlbares Wohnen wird es nur mit der SPD geben."

 
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