16.02.2020 - 11:39 Uhr
WaidhausOberpfalz

Friedensfest rückt näher

Die Waidhauser rüsten sich für die Feier im kommenden Jahr. Schneidermeisterin Christel Schmidt spielt dabei eine große Rolle.

Dritter Bürgermeister Johannes Zeug, Marktrat Rudi Grundler junior, Festleiter Andreas Ringholz und Schneidermeisterin Christel Schmidt (stehend, von rechts) gaben den Startschuss für die Auftaktarbeiten zum Friedenfest im Jahr 2021.
von Josef ForsterProfil

Seit Samstag laufen die Arbeiten für das Friedensfest 2021. Handwerkliches Geschick stand dabei ganz oben, denn zum Auftakt trafen sich freiwillige Näherinnen aus allen Generationen im Kostüm- und Requisitenlager der Marktgemeinde. Auf 250 bis 300 Gewänder inklusive sämtlicher Accessoires schätzen Insider den Umfang. So richtig nachgezählt hat noch niemand.

Dritter Bürgermeister Johannes Zeug dankte den Helferinnen. Schon Tage zuvor ließ Christel Schmidt einen Großteil ihres Ersatzteillagers aus ihrer Wohnung in den Fundus bringen. Darunter befinden sich Garne in unzähligen Farben oder Knöpfe in unterschiedlicher Aufmachung und Größe. Hinzu kommen jede Menge Schnittmuster, Gummibänder, Nadeln und viele weitere Utensilien der gelernten Schneidermeisterin. Tatkräftig und mit großem Engagement stand die Bürgermedaillen-Trägerin den Näherinnen bereits am ersten Tag mit Rat und Tat zur Seite.

Die Schneiderei ist bis heute ihre Leidenschaft geblieben, ebenso der kommunale Fundus. Sie hatte die Ideen für viele Kostüme, und die gilt es nun für das große Fest im kommenden Jahr wieder auf Vordermann zu bringen. Aufgegangene Nähte, ausgeleierte Arm- und Hosenbündchen, eingerissene Stellen oder die allgemeine Sichtung standen für die Helferinnen am ersten Tag auf dem Programm.

Noch war Hauswirtschafterin Anke Kretschmer verhindert, die im Namen des AWO-Ortsverbands die Verbindungsfrau zwischen Festausschuss und Kostümfundus übernehmen wird, wusste Marktrat und zweiter AWO-Vorsitzender Rudi Grundler junior. „Die noch nicht auf Anhieb erkennbaren Vorteile“ der Nähstube in dem fensterlosen Kellerraum des Schulgebäudes hob Andreas Ringholz hervor. „Im Sommer ist es ganz angenehm hier unten.“ Mit Geschäftsleiterin Kerstin Wilka-Dierl steht der Ortsheimatpfleger als Festleiter an der Spitze des Festausschusses.

Zurück geht das mittelalterlich geprägte Inventar bis ins Jahr 1988, als Waidhaus mit dem ersten großen historischen Festumzug der Region von sich reden machte. Bürgermeister Gustl Reichenberger und Burgschauspieler Peter Biehler hatten einst die Idee dazu. Eine große Renaissance erlebten die Gewänder, Schuhe und Waffen in großer Zahl beim erfolgreichen Heimatfest mit historischen Markttreiben 2004. Ausleihen, etwa an die umliegenden Gemeinden Eslarn, Waldthurn oder Moosbach, in den vergangenen Jahren unterstrichen den Stellenwert der angesammelten Kostüme.

400 Jahre „Waidhauser Frieden“:

Im Jahr 2021 jährt sich das Zusammentreffen der protestantischen Truppen unter Ernst Graf von Mansfeld und der katholischen Truppen unter Johann t‘Serclaes von Tilly bei Waidhaus und Rozvadov zum 400. Mal. Nach mehrmonatiger gegenseitiger Belagerung und Gefechten wurde im Spetember 1621 der „Waidhauser Frieden“ ausgerufen und die Truppen unter Mansfeld zogen aus der „Oberen Pfalz“ ab. Die Glocken wurden geläutet, da man froh war über das Ende der Kampfhandlungen.

An dieses Ereignis will die Grenzlandgemeinde erinnern und das Friedensfest 1621 zusammen mit vielen Gästen und historischen Gruppen aus Nah und Fern vom 16. bis 18. Juli 2021 feiern. Das Festwochenende soll eine exquisite Zeitreise werden, bei der es sich mit Speis, Tranz, Musik, Gaukeley, Vorführungen, Schaukämpfen und vielen historischen Gruppen exakt in jene Zeit vor 400 Jahren eintauchen lässt.

Insgesamt vier bis an die Decke vollbepackte Kellersäle beherbergen den gemeindeeigenen Kostümfundus, der nun zum Friedenfest 2021 eine breit angelegte Basis bilden wird.
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