08.10.2020 - 19:47 Uhr
WaidhausOberpfalz

Ignoranz am Autohof Waidhaus

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Es ist zum Haare raufen und aus der Haut fahren. Für Autohändler Michael Mages ist die Situation am Autohof nicht mehr tragbar. Seit Jahren kämpft der Unternehmer für Änderungen auf diesem Areal.

Auf dem Autohof in Waidhaus kommt es immer wieder zu verheerenden Zuständen. Ebenso auf der Staatsstraße, die dadurch betroffen ist.
von Elisabeth DobmayerProfil

Kaputte Zäune und eine demolierte Toranlage sind nur einer der Anlässe für seinen aufgestauten Ärger. "Die Behörden ignorieren offenbar die Situation am Autohof in Waidhaus", wird Michael Mages ohne Umschweife deutlich. Geholfen hat seine massive Intervention bisher rein gar nichts.

Der Autohändler läuft seit Jahren gegen die Flut der Trucker an, die immer wieder für chaotische Verhältnisse an der Zufahrt zum Areal der Verag-Spedition AG und des Zollamts sorgen. "Die Zufahrtsstraße zu meinem Betriebsgelände ist nach wie vor immer wieder zugeparkt, obwohl der Straßenzug zwischenzeitlich mit einem Haltverbot mit dem Zusatzschild 'Feuerwehranfahrtszone' beschildert ist", klagt der Autohändler. "Da schert sich keiner was drum. Heute ist die Zufahrt zu meinem Betrieb für Kunden seit Stunden wieder blockiert. Es fühlt sich anscheinend niemand zuständig." Mages räumt zwar ein, dass sich die Situation seit dem Bau zweier zusätzlicher Wartestraßen hin zur Spedition schon etwas entspannt und entzerrt habe, doch nach wie vor komme es zu erheblichen Behinderungen auf der Zufahrtsstraße in Richtung Zollamt.

Bauhof Waidhaus: Situation beim Areal verbessert

Waidhaus

"Es war nicht nur die Auswirkung des Feiertags am Samstag", schickt er sofort hinterher. Brummifahrer nutzen den Autohof gerne, um hier auch ihre Ruhezeiten einzubringen oder das Wochenendfahrverbot einzuhalten. Noch dazu wissen die Lkw-Fahrer, dass auf dem Gelände ein Döner-Stand ist, der den Hunger stillt und ein beliebter Treffpunkt kurz vor oder nach dem Grenzübergang ist.

Fahrkünste gefragt

Seit Jahren gleichen sich die Bilder. Unendlich viele Gespräche mit Politikern und Verantwortlichen führten bisher zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis. Der Rückstau beginnt Montagfrüh bereits auf der Staatsstraße 2154 zwischen Waidhaus und Prentsch. Begegnungsverkehr kann nur unter erheblichen Gefahren stattfinden. Rückwärtsfahren über eine längere Strecke, heißt es während der Recherchen von Oberpfalz-Medien auch für einen Lastzugfahrer der Firma Bergler, für den ein reibungsloses Durchkommen Richtung Pfrentsch nicht möglich war. Erst nachdem am Montagmorgen gegen 8.30 Uhr Beamte der Polizeiinspektion Vohenstrauß die Zufahrt zum Autohof sperren und die Brummifahrer zur Zollabfertigung nach Amberg schicken, löste sich der Stau auf der Staatsstraße auf.

Mages prangert das viel zu späte Einschreiten der Polizei an. Diese wurde aber auch erst durch einen Anruf von Bürgermeister Markus Bauriedl über den verheerenden Zustand auf der Staatsstraße und dem Gebiet informiert, sagt Verwaltungsleiterin Kerstin Wilka-Dierl.

Erster Polizeihauptkommissar Martin Zehent macht die schwierige Lage deutlich: "Wir können die Parker in der Feuerwehranfahrtszone nur nach unseren Vorschriften verwarnen oder ihnen mit dem Abschleppen drohen, ansonsten sind uns die Hände gebunden. Es ist ein strukturelles Problem, dass nur die Zollamtsbehörde und der Speditionsunternehmer lösen können."

Kein Durchkommen

Mages legt seine Finger in die offene Wunde: "Nicht auszudenken, was sich im Not- oder Brandfall mit einem Lkw hier abspielen würde". Eine Feuerwehr oder ein Rettungsdienst wären auf verlorenem Posten. Erst vor kurzem traf sich Bürgermeister Markus Bauriedl mit dem Bauausschuss beim Autohof, um über eine Möglichkeit der Absicherung der Zaunanlage von Mages zu beraten. Die immer wieder demolierte Abgrenzung geht für den Unternehmer ganz schön ins Geld.

Letztlich hofft Bauriedl auf eine baldige Entscheidung über den Verbleib des Zollamts in der Marktgemeinde. Erst dann könne ein zukunftsfähiges Konzept für den Autohof erstellt werden. Laut Wilka Dierl wartet die Gemeinde seit zwei Jahren auf ein Verkehrsgutachten, das noch nicht abgeschlossen sei.

Zollamt: Abfertigen, so schnell wie möglich:

Im Waidhauser Binnenzollamt sind acht Personen beschäftigt. Das Lkw-Aufkommen könne man laut des Pressesprechers beim Hauptzollamt, Michael Lochner, nicht pauschalisieren. Es können wöchentlich bis zu 600 Lastwagen sein oder auch unter 400. Täglich wären das 80 bis 100 oder auch nur mal 60 Fahrzeuge. Das Zollamt können die Fahrer selbst auswählen - heißt, ob sie nach Waidhaus, Amberg oder Weiden fahren. Auf dem Zollamtsplatz sind 12 Stellplätze vorhanden. Die Zöllner achten darauf, dass die Fahrer dieses Gelände umgehend nach der Abfertigung wieder verlassen. Das Zollamt fertigt an sechs Tagen pro Woche ab. Laut Lochner ist auch das Hauptzollamt bemüht, dass die Abfertigung reibungslos und zügig abgewickelt wird. Für das Freihalten der Zufahrtsstraße und Einhalten der Halteverbote sei allein die Polizei zuständig. (dob)

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