19.03.2020 - 10:08 Uhr
WaidhausOberpfalz

Kostüme in besten Händen

Mit Liebe und Leidenschaft wacht Christel Schmidt seit fast 25 Jahren über einen großen Schatz, den die Marktgemeinde ihr Eigen nennt.

Schnittmuster, Knöpfe in einer beinahe unüberschaubaren Vielfalt und Garne in tausenderlei Farben stellt Christel Schmidt dem Waidhauser Kostümfundus für die notwendigen Ausbesserungsarbeiten zur Verfügung.
von Josef ForsterProfil

Der Waidhauser Kostümfundus ist bei der Schneidermeisterin in besten Händen, da die gebürtige Berlinerin ihr ganzes Können und ihr Fachwissen bei der Hege und Pflege des umfangreichen Sammelsurium einbringt. Auf immerhin 250 bis 300 Gewänder inklusive sämtlicher Accessoires schätzen Insider den Umfang des wertvollen Schatzes. So richtig nachgezählt habe noch niemand. Für die begonnenen Vorbereitungen auf das „Waidhauser Friedensfest 2021“ ließ Schmidt einen Großteil ihres persönlichen „Ersatzteillagers“ aus ihrer Wohnung mitten hinein in den Fundus bringen. Darunter finden sich Garne in tausenderlei Farben und unzählige Knöpfe in unterschiedlichster Aufmachung und Größe. Dazu jede Menge Schnittmuster, Gummibänder, Nadeln und viele weitere Utensilien der gelernten Schneidermeisterin.

Tatkräftig und mit großem Engagement steht die Bürgermedaillen-Trägerin allen Mithelfern bei den vielfältigen Vorbereitungen seitdem mit Rat und Tat zur Seite. Die Schneiderei ist bis heute ihre Leidenschaft geblieben. Der Fundus der Marktgemeinde nicht minder. Entstammen doch viele Kostüme ihrer Idee und entstanden unter ihrer Regie. Das historische Kleiderarchiv gründet im Heimatfest des Jahres 1998, bei dem Christl Schmidt für die Einkleidung als Expertin gewonnen werden konnte. Ihr Vorschlag war es damals, die benötigten Kostüme hierfür weitgehendst selber zu schneidern, auch wenn es aufwändig werden sollte.

In einem enormen Arbeits- und Organisationsaufwand begann die talentierte Schneiderin sofort nach dem „Ja“ des Festausschusses mit der Auswahl der Textilien, damit es originalgetreu ausschaut, besorgte Stoffe sogar bis aus Berlin und in der ganzen Oberpfalz gab es dann sogar irgendwann einmal keinerlei Samt- und Seidenstoffe mehr. Auch Accessoires, wie Schnallen und Spitzen, waren in der noch Onlinehandel losen Zeit bald ausverkauft. Freilich war das nicht einfach gewesen und diese Riesenaktion hatte ihr manch schlaflose Nacht bereitet. Allein die Nähaktion dauerte über ein Jahr. Doch die Waidhauser und ihre Gäste waren damals vom Ergebnis einfach begeistert. Schmidt hatte somit zum Erfolg des Heimatfests 1998 einen gehörigen Anteil beigetragen. Mit dem Heimatfest war das Ganze aber dann noch lange nicht zu Ende: Die Geehrte legte ihre Hand über den gesamten Fundus, archiviert, sortiert und bessert bis heute daran aus.

Für das Heimatfest 2013 bügelte und spendierte die Bürgermedaillenträgerin Stoffe, so dass damit fast die gesamte Festgemeinde eingekleidet werden konnte. Und sie sorgte dafür, dass alles auch wieder in den Fundus zurückkam.

Mit all dem leistet die Schneidermeisterin noch immer einen unschätzbaren Beitrag. Bei der Verleihung der hochkarätigen Auszeichnung bekräftigte der damalige Bürgermeister Anton Schwarzmeier unter Hinweis auf Schmidts früheren Wohn- und Arbeitsort Berlin „ein lebendes Beispiel für gelungene Integration: Du hast es geschafft die Waidhauser zu überzeugen; du hast dich voll eingebunden in unsere Gemeinschaft. Deshalb hast du es verdient, dass Waidhaus dich auszeichnet.“ Diese Auszeichnung wird nur an Persönlichkeiten vergeben, die sich besondere Verdienste und Verdienste um die Bürger erwarben, oftmals im Stillen und im Verborgenen.

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