Vogelmayer weiß, wie er das Publikum in seinen Bann zieht. Der wortgewandte und sympathische Künstler, mit bürgerlichem Namen Thomas Mayer, hat es drauf – ob in Wort, Musik oder Gesang. Er vereint hintersinnigen bayerischen Humor und Heimatliebe. Wer der bayerischen Sprache einigermaßen mächtig ist, kommt bei ihm voll auf seine Kosten. Der unverfälschte Dialekt des Niederbayern kennzeichnet seine Auftritte. Bei diesen besticht er erst einmal durch kompromisslose Heimatverbundenheit. Die Geschichten in seiner „Muttersprache“ sind gepaart mit Witz und Charme.
Doch sollte jemand den Dialekt nicht verstehen, ist das kein Problem. Der Musik-Kabarettist lässt auch die sogenannten „Zuagroasten“ an seiner unterhaltsamen und mit Pointen gespickten Mischung aus Spaß, Gaudi und tiefsinniger Gesellschaftskritik teilhaben. Hochdeutsches kommt von ihm nur, „weil sich Preiß’n immer wieder mal einschleichen“. Beim Gastspiel am Freitag im Kultursaal der Dorfbühne anlässlich deren 30-jährigen Bestehens hat er auf Nachfrage aber nur den „Herrn am Eingang“ als „Preiß‘n“ ausgemacht.
Das Programm kam an. Wenn Vogelmayer – „ich bin der Ed Sheeran von Niederbayern“ – dynamisch, gut gelaunt und wortstark die Bühne betritt, ist schnell klar: Der Künstler ist Lebensfreude pur. Mit Witzen und Gstanzln feuert er eine humorvolle Salve nach der anderen ab. Beispiel: „Der Herr hat’s Hirn regnen lassen, aber manche hatten anscheinend einen Schirm dabei.“ Voll ins Schwarze trifft er auch mit seiner Frage an Bürgermeister Markus Bauriedl: „Wie viele arbeiten bei euch im Rathaus?“ Die Antwort liefert er gleich selbst: „Die Hälfte etwa.“ Im Übrigen lässt er wissen: „In Künstlerkreisen heißt es: Wenn du es in Waidhaus geschafft hast, hast du es überall geschafft.“
Die Besucher spendeten reichlich Beifall. Die Botschaft „Lebensfreude“ war angekommen. Das Lied „Dahoam is koa Ort, sondern a Gfui“ passt dazu wie die berühmte Faust aufs Auge. Am Ende gab es auch noch einen Hinweis an den Reporter, dass „Der neue Tag“ neben der „New York Times“ die wichtigste Zeitung auf der Welt sei.









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