17.05.2018 - 16:36 Uhr
WaidhausOberpfalz

Schule Waidhaus Letzter Rektor der Geschichte

Schlechte Nachricht für Waidhaus: Ministerialrat Tobias Haaf gibt bekannt, dass wegen der geringen Schülerzahl die Leitung der Grundschule dem Rektor der Grund- und Mittelschule Pleystein übertragen wird.

Lothar Drachsler geht wohl als letzter Schulleiter von Waidhaus in die Geschichte ein, was nicht nur Bürgermeisterin Margit Kirzinger ärgert. Bild: fjo
von Josef ForsterProfil

Die Regierung der Oberpfalz habe bereits vor geraumer Zeit die Schulstruktur einer genauen Prüfung unterzogen. Alle Fälle in Bayern müssten hier gleich behandelt werden, erklärte Haaf in einem Schreiben des bayerischen Kultusministeriums an Waidhaus.

Wenn die Schulen in Waidhaus und Pleystein von einem Ort aus geleitet würden, entstehe auch kein Nachteil, heißt es in der Mitteilung. Denn mit dem Zusammenlegen der Klassen würde ein erhöhtes Stundenmaß für Verwaltungsangestellte einhergehen. Dieses Plus an Verwaltungsstunden werde sicherlich auch für die Verwaltungstätigkeiten an der Grundschule in Waidhaus positiv genutzt werden können, meinte Haaf. Darüber hinaus habe der Pleysteiner Schulleiter bereits zugesichert, mehrere Tage die Woche auch am Standort Waidhaus seinem Dienst nachzugehen. Haaf begegnete auch der Sorge, die Nichtbesetzung der Rektorenstelle sei ein erster Schritt zur Auflösung: "Der Erhalt von Schulstandorten und die Wiederbesetzung von Schulleiterstellen stehen nicht in Zusammenhang. Die Nichtbesetzung einer Schulleiterstelle hat daher keine Schließung eines Schulstandorts (Auflösung einer Schule) zur Folge."

Letzteres könne bei rechtlich selbstständigen Grundschulen nur durch Rechtsverordnung erfolgen und nur dann, wenn die Schulfamilie dies wünsche. Entrüstet und enttäuscht fiel der Kommentar von Bürgermeisterin Margit Kirzinger auf diese Abfuhr aus München aus: "Ich habe mir nichts anderes erwartet. Die CSU kann ja nicht gegen ihre eigene Bildungspolitik arbeiten. Im Ministerium versteht man weder unsere Ängste noch unsere Bedenken. Die Aussage 'Förderung des ländlichen Raums' kann ich nicht mehr hören."

Für Waidhaus bedeute diese Entscheidung eine deutliche und nicht akzeptable Schwächung der Grundschule. "Wir wollen eine familienfreundliche Kommune sein und betrachten dies als kontraproduktiv." Zwei Jahre mit zwei Kombiklassen müssten überbrückbar sein. Nach diesen beiden Jahren könne Waidhaus schließlich wieder mit drei Jahrgangsstufen rechnen.

Ich habe mir nichts anderes erwartet. Die CSU kann ja nicht gegen ihre eigene Bildungspolitik arbeiten.Bürgermeisterin Margit Kirzinger

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