14.07.2021 - 12:51 Uhr
WaidhausOberpfalz

Marktrat Waidhaus: Container am Kindergarten mieten oder kaufen

Die Container sollten eine Zwischenlösung während der Baustelle an der Kindertagesstätte Sankt Emmeram sein. Deshalb entschied sich der Marktrat Waidhaus zur Miete. Doch nun dauern die Maßnahmen – und die Kosten steigen.

Zwei angemietete Wohn-Container vor dem Haupteingang gewährleisten den aktuellen Betrieb der Kindertagesstätte "Sankt Emmeram" in Waidhaus. Auf dem Prüfstand stellt die Verwaltung nun die Kosten für einen Kauf.
von Josef ForsterProfil

Zwei angemietete Wohn-Container vor dem Haupteingang gewährleisten den aktuellen Betrieb der Kindertagesstätte "Sankt Emmeram" in Waidhaus. Bis zum vollständigen Abschluss der Überarbeitung des Kindergartens und einem Neubau der Kindertagesstätte (KiTa) können die nachgefragten Plätze seitdem durch das Aufstellen der Container zur Verfügung gestellt werden.

In einer Zeit unabwägbarer Ereignisse und einer unerwarteten Preistreiberei auf dem Bausektor zerschlugen sich mittlerweile die Hoffnungen einer baldigen Umsetzung der Baumaßnahmen. Neue Anläufe sind gemacht, aber die Monatsmieten laufen beständig.

Kündigung jederzeit möglich

Beteiligte und Verantwortliche schielten deshalb auf eine Veränderung dieser Situation. Insbesondere Markträtin Vera Stahl trug das Ansinnen mehrmals in den Marktrat. Am Montagabend konnte Bürgermeister Markus Bauriedl in der Julisitzung nun Stellung nehmen. Mit der Lieferung im Juli 2019 sei ein Mietvertrag mit dem Anbieter für eine Pachtdauer von 18 Monaten abgeschlossen worden. Der Vertrag beinhalte nach Ablauf dieses Zeitraums zumindest einen Fortbestand zu gleichen Mietkonditionen, wobei nun mit 30 Tagen Frist jederzeit eine Kündigung möglich wäre.

Bislang habe die Marktgemeinde 32.076 Euro als Mietpreis überwiesen. Weil die noch nicht begonnenen Bauarbeiten an der KiTa mindestens bis Juni 2022 veranschlagt seien, müsse sich die Kommune nochmals auf weitere 14.779 Euro in dieser Zeit einstellen. Zusammengezählt beliefen sich die Mindestmietkosten derzeit also auf 46.855 Euro für den gesamten Zeitraum. Im Gegenzug stünde ein Kauf der beiden Container zur Diskussion. Eine aktuelle Anfrage bei der Firma habe jetzt ein Angebot von 62.500 Euro netto ergeben. Mit dieser Zusammenfassung bat Bauriedl die Markträte, „sich nun Gedanken zu machen“.

Miete wird nicht angerechnet

Josef Kleber ergänzte: „Die bisher gezahlte Miete wird uns aber nicht angerechnet.“ Zweiter Bürgermeister Josef Schmucker rechnete nach und resümierte: „Somit zahlen wir also 59.000 Euro dennoch drauf.“ Die Investition dieser Summe hielt er deshalb nur gerechtfertigt, sofern „eine Nachnutzung durch irgendwen“ abzusehen sei: „Ansonsten kaufen wir uns damit einen ‚Klotz am Bein“ und zahlen obendrein den Kran zum Beseitigen. Dann steht der Container irgendwann auf dem Bauhof.“

Keine Zeit für Euphorie

In seine Mitteilungen packte Bürgermeister Bauriedl weitere Informationen zum aktuellen Stand der KiTa. Ein Start im September zum neuen Schuljahr sei ihm durch den Geschäftsführer fest zugesagt. Dafür hatte die Marktgemeinde im Schulgebäude einen Raum zur Verfügung gestellt, welcher nun als Zimmer für die Vorschulkinder umfunktioniert sei. Die Ausschreibung der Bauarbeiten im ersten Abschnitt gehe nach der Prüfung durch den beauftragten Architekten Rudolf Meißner aus Waldthurn in die Submission.

Als günstigster Bieter erhalte das Unternehmen Hermann Paul in Weiden den Zuschlag aufgrund des Angebots von 320.438 Euro. Das Marktoberhaupt sah eine „erfreuliche Entwicklung“, nachdem das Architekturbüro hierfür 375.180 Euro veranschlagt hatte. Zugleich dämpfte Bauriedl jedoch jede Euphorie, weil es sich dabei einzig um die Baumeistertätigkeiten handle. Jegliche anderen Handwerksleistungen gesellten sich noch extra hinzu.

Neuer Schulleiter

Dem sofortigen Start der Baumaßnahme stattet der Bürgermeister ergänzend mit einem Lob aus. Die Entfernung des Mastens werde genutzt, um die Leerrohre für digitale Technik in Form von Glasfaserkabeln einzubringen. Hier gehe es aber nicht um eine Verbesserung der Versorgung für die Ortsmitte, sondern einzig um eine Verbesserung der digitalen Versorgung in der Grundschule. Auch für den zweiten Bauabschnitt konnte Bauriedl Neuigkeiten mitteilen, nachdem die Förderzusage über 184.000 Euro im Rathaus eingetroffen sei.

Darüber hinaus informierte er über die Bestellung eines neuen Schulleiters bereits ab 1. August. Gerhard Steiner aus Neustadt/WN werde nach Edgar Hanner (Nabburg) diesen Posten für Pleystein und Waidhaus übernehmen. Steiner habe sich bereits persönlich vorgestellt und das Schulgebäude besichtigt.

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„Ansonsten kaufen wir uns damit einen ‚Klotz am Bein“ und zahlen obendrein den Kran zum Beseitigen. Dann steht der Container irgendwann auf dem Bauhof.“

Josef Schmucker, Zweiter Bürgermeister

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