(fjo) Nur einen Kilometer von der Stelle entfernt, an der die damaligen Außenminister, Dienstbier und Genscher, den Eisernen Vorhang symbolisch durchtrennten, fristet die Neuhäusler Kirchenruine ein tristes Dasein. Erst vor wenigen Monaten sahen sich die tschechischen Behörden gezwungen, das Areal hermetisch abzuriegeln. Zu groß ist mittlerweile die Einsturzgefahr der einst stolzen Marienkirche.
Deren Ursprung datiert bis1791 zurück und es ist sogar bekannt, dass es sich einstmals um einen Holzkirchenbau handelte. Der Steinbau entstand zwischen 1834 bis 1838 durch Graf Libstejn von Kolowrat aus behauenen Quadern. Kaas aus dem benachbarten Reichenau investiert sehr viel Zeit in das gesamte Areal, wobei ihm vor allem die Pflege des wenig unterhalb der Kirche gelegenen Friedhofs am Herzen liegt. Vom Frühjahr bis weit in den Herbst finden die Besucher seit vielen Jahren ein stets gemähtes Fleckchen vor und auch um ein bisschen Blumenschmuck kümmert sich der Rentner. Gleich hinter dem Gotteshaus ist längst wieder Leben eingekehrt und das zur Gemeinde Rozvadov gehörende Dorf besticht durch viele Häuserrenovierungen und Neubauten.
In wenigen Tagen soll sich nun auch an der Ruine und deren Umfeld viel ändern. Unter Federführung von Heimatpflegerin Dr. Zuzana Finger aus München und dem Verein "Omnium" kommt es zu einem Freiwilligen-Workcamp in der Denkmalpflege und -renovierung, gefördert vom deutsch-tschechischen Zukunftsfonds. Die Teilnehmer treffen sich am Donnerstagabend, 14. Juni. Nach dem vorläufigen Programm sind ab Freitag, 15. Juni, Arbeiten in der Landschafts- und Denkmalpflege an der Kirche Mariä Heimsuchung und auf dem Friedhof geplant.
Das Workcamp ist für die breite und auch spezialisierte Öffentlichkeit aller Altersgruppen bestimmt. Entscheidend sind nur das Interesse an der Rettung des Kulturerbes und die Mitwirkungsbereitschaft. "Herzlich willkommen ist jeder, der seine Freizeit gern einem sinnvollen freiwilligen Arbeitseinsatz für die Denkmalrettung und -renovierung widmet", teilt Finger mit. Das Mindestalter beträgt zwar 18 Jahre, doch auch jüngere können in Begleitung von Eltern oder Erziehungsberechtigten teilnehmen. Der Veranstalter organisiert für die Teilnehmer bei Wunsch zudem eine kostenlose einfache Projektunterkunft. Kosten für eine selbstorganisierte Unterkunft können aus dem Projekt heraus jedoch nicht übernommen werden. Außerdem gibt es an allen Tagen eine kostenlose Verpflegung mit Frühstück, Mittagessen und Abendessen einschließlich alkoholfreier Getränke. Kosten für alkoholische Getränke und Getränke außerhalb der Mahlzeiten müssen die Teilnehmer zahlen. Für die Helfer wird darüber hinaus ebenso der Transport vor Ort organisiert. Anreisekosten können leider nicht übernommen werden.
Die Organisatoren stellen Arbeitswerkzeug und Schutzhilfsmittel zur Verfügung. Das Ziel der Workcamps besteht nicht in der Ausführung von Facharbeiten oder anspruchsvollen Bauprojekten, sondern vielmehr in der Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe bei der gängigen Denkmal- und Landschaftspflege, sowie in der Kontaktknüpfung unter den Teilnehmern aus Deutschland und Tschechien und in der Präsentation des gemeinsamen Kulturerbes.
Anmeldungen im Pfarramt Waidhaus, Telefon 09652/222, nur noch bis Dienstag (29. Mai). Bis zum Wochenende sind darüber hinaus Anmeldungen auch bei Dr. Finger, Telefon 089/48000365, E-Mail heimatpflege[at]sudeten[dot]de, möglich. Darüber hinaus gilt: Falls jemand mithelfen möchte, kann er auch unangemeldet ein paar Stunden oder Tage hingehen.
Waidhaus
27.05.2018 - 21:58 Uhr
Rettung für Ruine in Sicht
von Josef Forster
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