19.11.2020 - 15:27 Uhr
WaidhausOberpfalz

Stahlfertiger initiiert neue Ortsumgehung

Zwischen Miesbrunn und Hagendorf liegt ein interkommunales Industriegebiet im stetigen Aufwärtstrend. Die Suche nach einer optimalen Verkehrslösung will ein Unternehmer jetzt eigene Wege probieren.

Persönlich informiert Unternehmer Stefan Voit (stehend) die Waidhauser Markträte über sein im Ortsteil Ödhäuser/Am Spatwerk geplantes Straßenprojekt.
von Josef ForsterProfil

Vor geraumer Zeit machte die beantragte Überdachung einer Gemeindeverbindungsstraße von sich reden. Längst realisiert, ging Stefan Voit in der Marktratssitzung am Montagabend noch ein wesentliches Stück weiter. Nach Absprache mit Bürgermeister Markus Bauriedl und der Marktverwaltung konnte der Unternehmer sein Vorhaben dem Marktrat präsentieren. In Eigeninitiative will er die Ortsstraße durch die jüngst von Ödhäuser in „Am Spatwerk“ umbenannte Siedlung verlegen.

Die Gründe für eine neue Trasse liegen auf der Hand. Die Abzweigung von der Kreisstraße in Richtung Spielhof berührt das Firmengelände Voits wesentlich. Darüber hinaus ist die Fahrbahn in weiten Teilen bündig mit den Verkehrsflächen des Unternehmens asphaltiert. Schon seit längerer Zeit brachte Voit deshalb sporadisch den Bau einer Umfahrung des interkommunalen Industriegebiets zur Sprache.

Am Montag machte der Unternehmer einen weiteren Schritt und dankte der Gemeinde Waidhaus, seine Vision vorstellen zu dürfen. Die Beteiligung der Kommune hielt er für entscheidend, „um die Möglichkeiten in Bezug auf die betroffenen Grundstücke und zum Abruf von Fördermitteln zu eruieren“. Dazu stellte Voit die von ihm favorisierte Trasse mittels Leinwand detailliert vor und untermauerte seine Ausführungen mit vielen aussagekräftigen Bildern. Starke Argumente, warum die Umfahrung am Waldrand entlang verlaufen solle, fehlten ebensowenig.

Mögliche Einwände entkräftet

Um möglichen Vetos zuvorzukommen, holte der Firmeninhaber weiter aus: „Freilich war die Straße zuerst da. Meine Ansiedlung zu beiden Seiten der Straße geschah erst später.“ Hätte er seinen Betrieb jedoch „irgendwo in einem Gewerbegebiet angesiedelt“, so wäre die heutige Dimension dort „sicher nicht möglich gewesen, wie sich diese jetzt zeigt“. Allein während der Produktion müsse eine „Unmenge an Material hin- und hergefahren werden“ und dabei jedes Mal die Straße queren. Da der Stahl während der Verarbeitung keinesfalls nass werden solle, sei bereits die besagte Überdachung der Straße entstanden. Nach der neuesten Entwicklung wäre jetzt eine noch größere Überdachung angezeigt.

Stahlbauunternehmen expandiert

Pleystein

Daraus sei eine ganze Ausbaustufe entstanden, worin nicht nur der Neubau von Halle I mit 36 mal 28 Meter Außenmaßen zu finden sei. Ebenso plane Voit den Bau von Halle V mit 12 mal 12 Metern, welche zusammen mit einer weiteren Halle den baulichen Lückenschluss zwischen den beiden Firmenflügeln vollziehe. Zusätzlich sei eine großflächige Überdachung des gesamten südöstlichen Firmengeländes angedacht.

Eine weitere Begründung lieferte Voit mit einer Reduzierung der Gefahr von Diebstahl oder Einbruch. Denn gerne würde er das Firmengelände mit Toren in den Zufahrtsbereichen sichern. Dies wäre mit dem Beibehalt der Gemeindeverbindungsstraße mittendurch nicht möglich. Mitte 2019 habe ihm deshalb Dietmar Hammerl vom Vohenstraußer Ingenieurbüro Bamler die Grobplanung einer möglichen Straßenführung – teils auf Waidhauser, teils auf Pleysteiner Gemeindegebiet – entworfen. Zwischenzeitlich habe er Zeit gefunden, mit den vier betroffenen Grundstückseigentümern Gespräche aufzunehmen.

Vorteile für alle Beteiligten

Für die Marktgemeinde Waidhaus hob der Unternehmer durch sein Projekt zwei wesentliche Vorteile hervor. Mit dem Neubau erhalte Waidhaus ein kompaktes kurzes Straßenstück mit einer Länge von lediglich noch 250 Metern. Die jetzige Straße wolle Voit der Kommune abkaufen und als Erweiterungskapazität für sein Unternehmen einsetzen. Die restliche neue Trasse würde sich vom Waldrand bis zur Einmündung in die bestehende Strecke gänzlich auf Pleysteiner Gemeindegebiet befinden. Gleiches gelte für den Beibehalt eines Reststücks als Stichstraße aus südlicher Richtung für die Anlieger des Ortes.

Über die neue Straßentrasse hinaus brachte Voit zusätzlich die Verlegung des Feldwegs in Richtung des Naturschutzgeländes zur Sprache. Hier liefen noch Verhandlungen zu einem Neubau am südöstlichen Rand der Bebauung.

Nach so viel gezielter Information gab es im Marktrat keine Defizite mehr. Einstimmig beauftragte das Gremium seinen Bürgermeister damit, eventuelle Fördermöglichkeiten auszuloten und das Vorhaben in enger Abstimmung mit der Stadt Pleystein aufzunehmen.

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Kommentare

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Flieder Sommer

Wir würden der Stadt auch gerne eine Straße abkaufen. Ob das für uns auch
möglich ist?

22.11.2020