27.05.2020 - 10:22 Uhr
WaidhausOberpfalz

Waidhaus: Ehre für Anton Schwarzmeier

Mit einem Altbürgermeister ist es am Montag nicht getan. Nun hat Waidhaus deren zwei.

An der Seite von Ehefrau Rita nimmt Anton Schwarzmeier (mit Urkunde) die Ernennung zum Altbürgermeister entgegen, welche die neue CSU-Fraktion aus (von links) Nicole Hoch, Ewald Zetzl, Josef Kleber und Maria Reichenberger-Hösl initierte.
von Josef ForsterProfil

Wieder ist es der neue Bürgermeister der um das entscheidende Hobby des zu Ehrenden weiß. Darin verpackt Markus Bauriedl – wie schon bei Margit Kirzingers Motorrad-Leidenschaft – die Laudatio für seinen Vorgänger Anton Schwarzmeier: „Du hast ein Hobby, das sich perfekt mit dem politischen Werdegang eines Bürgermeisters vergleichen lässt; die Jagd.“ So verglich er die Kandidatur Schwarzmeiers für das Bürgermeisteramt im Jahr 2002 - ohne jegliche politische Vorgeschichte - gleich eingangs mit einer „Pirsch“. Die sofortige Verwirklichung dieses Ziels führte Bauriedl auf Schwarzmeiers Tätigkeit im Bauamt der Waidhauser Marktverwaltung zurück. Auf Anhieb sei es dem Geehrten gelungen „sein Revier zu hegen und zu pflegen“. Der Laudator verhehlte manche Schwierigkeit nicht und meinte: „Dies ist nicht immer leicht.“ Lege man sich zwar immer wieder auf die Lauer, um Neues zu erbauen oder anzuschaffen, so ist nicht immer das geeignete Objekt vorhanden oder es geht trotzdem mancher Schuss daneben.“

Dies bedeute, man müsse immer wieder auf die Jagd gehen und seine Fühler erneut ausstrecken und das Ziel wieder von Neuem suchen und dann hoffentlich den Treffer setzen. Freilich erlebe und sehe man viel Schönes, wenn man mit offenen Augen durch sein Revier gehe: „Aber natürlich auch wieder viel Arbeit, die es anzupacken gibt.“ Bauriedl bestätigte jedoch ohne Abstriche: „Als versierter Heger und Pfleger fiel es dir immer leicht, die anfallenden wichtigen Maßnahmen in Waidhaus anzupacken und den Ort in die richtige Richtung zu lenken. Dies untermauerte der Bürgermeister mit einer entscheidenden Feststellung: „Die gelang ein Schuldenabbau von 2,5 Millionen in 2002 auf eine Rücklage von 3 Millionen Euro im Jahr 2014.“ Mehr noch, sei es Schwarzmeier gelungen, unterschiedlichste Projekte und Maßnahmen anzupacken und zu verwirklichen. Aus einer langen Liste konnte Bauriedl allerhand heraus greifen.

Er streifte den Neubau des Bauhofs „An der Trath“ und dessen spätere Verlegung auf das ehemalige PAUL-Areal oder die Anschaffung diverser Geräte für den gemeindlichen Fuhrpark. Gleiches galt den energetischen Sanierungen von Schulgebäude, Kindertagesstätte und Rathaus. Heraus hob Bauriedl die Unterbringung des Musikvereins in der Schule und die neuen Feuerwehrautos für Waidhaus und die Ortsteilwehren. Wichtig war ihm ebenso der Hinweis auf den Bau der Abwasseranlagen, Kanäle, Hochbehälter, Verbindungsleitungen und die Initiative für den neuen Tiefbrunnen in Pfrentsch als wichtige Basis der aktuellen Trinkwasserversorgung. Unter Schwarzmeier sei es auch gelungen, die Anlagen der Wasserversorgung auf Steuerungs- und Fernwirktechnik umzustellen.

Der Bau des Radwegs zum „Alten Grenzübergang“ gründe in einer genialen Idee Schwarzmeiers, der auch für die Verlegung des Bocklwegs eingetreten sei. In der Folge nannte Bauriedl die neue touristische Hinweisbeschilderung in der gesamten Marktgemeinde, den Neubau des Pfreimdstegs und die Einrichtung des Erlebnispfads „Lust“. Nur in Grundzügen erinnerte der Bürgermeister an Schwarzmeiers Leistungen in der Städtebausanierung, der Ortsdurchfahrt, beim Ausbau der Hagendorfer Straße und die Schaffung der Florians-Anlage.

In den Ortsteilen seien verschiedene Umbauten und Sanierungen geschehen, die durch Freiwillige aus der Bevölkerung unterstützt wurden. Etwa die Ortskapellen in Reinhardsrieth und Pfrentsch oder der historische Eisenbahnwaggon. Als wichtige Meilensteine hob Bauriedl die Standorterrichtung und -erweiterung bei Polizei, Bundespolizei und Binnenzollamt hervor. Gleiches gelte für Betriebsansiedlungen. Keinesfalls vergessen wollte Bauriedl das besondere Heimatfest im Jahr 2013 „als Highlight in den 12 Jahren“ von Schwarzmeiers Amtszeit. Bauriedl verlas zur Übergabe den Text der Ernennungsurkunde und überreichte zu dieser den Waidhauser Löwen an Schwarzmeier. Ein Eintrag ins Goldene Buch durfte nicht fehlen.

„Es war eine lange Zeit“, startete der neue Altbürgermeister seine kurze Rede. Viele Gedanken seien ihm zwar durch den Kopf gegangen, doch als entscheidet sah Schwarzmeier: „Allein ist man gar nichts.“ Er wolle deshalb „jenen danken, die sich mit eingesetzt haben: Gleichgesinnte und Mitwirkende.“ In seinen Dankesworte bedachte er deshalb „besonders jene, die sich darum bemühten, damit ich diese große Ehrenbezeichnung annehmen darf.“ Bereits am 4. Mai hatte der Marktrat auf Antrag der CSU-Fraktion im nichtöffentlichen Teil den entsprechenden Beschluss gefasst. Schwarzmeier wünschte sich für den neuen Gemeinderat und die Verwaltung: „Denkt bitte bei allen Entscheidungen immer an das Wohl der Allgemeinheit und an die Interessen von Waidhaus, denn ist schon ganz ganz etwas Besonders. Denkt bitte an unsere liebenswerte Heimat. Ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen, als in Waidhaus zu leben.“

Ernennung von Margit Kirzinger zur Altbürgermeisterin

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