11.07.2021 - 14:28 Uhr
WaidhausOberpfalz

Waidhaus hat jetzt einen Kultursaal

Die „Dorfbühne“ lässt sich zu ihrem 25. Geburtstag nicht lumpen. Zum Jubiläum beschenkt sich der Theaterverein mit einer fast neuen Spielstätte.

Als Motor des Theatervereins "Dorfbühne" übernimmt Josef Kleber vor der "Theatermuse" die Hauptansprache zum Jubiläum samt Vorstellung des runderneuerten Kultursaals.
von Josef ForsterProfil

Mit der Jubiläumsfeier zum 25-jährigen Bestehen des Theatervereins Waidhaus ging die festliche Wiedereinweihung des "Kreuzwirtsaals" als neue Spielstätte der Laienspieler einher. Neben Pfarrer Georg Härtl kamen Heiner Balk vom Oberpfälzer Verband der bayerischen Amateurtheater und der Käufer des "Moll-Anwesenes", Johann Voithenleitner, tragende Rollen zu.

Besonders freute Hauptakteur Josef Kleber jedoch die Teilnahme aller Helfer, die seit einem Jahr an der Renovierung beteiligt waren, samt der Begleitung durch die "Theatermuse" des Musikvereins Waidhaus. Zum "Glücksfall" der neuen Spielstätte sei der Theaterverein "wie aus heiterem Himmel" gekommen: "Auf der Suche nach weiteren Lagermöglichkeiten für unsere neuen Stühle und Requisiten prüften wir verschiedene Leerstände, so kamen wir auch mit Anton Moll ins Gespräch", erinnert sich Kleber.

Hilfe aus dem Rathaus

Das mündete in einen Pachtvertrag für den Saal und die Wohnung im Untergeschoss für Masken- und Umkleideräume. Freilich begleiteten eifrige Diskussionen im Vorstand das Vorhaben und "massig Kontakte" mit den zuständigen Ordnungsbehörden, ob Hinderungsgründe für eine Nutzung als Kultursaal vorliegen. Dass alles glatt ging sei dabei auch Geschäftsleiterin Kerstin Wilka-Dierl von der Rathausverwaltung zu verdanken.

Vor fast genau einem Jahr gab es den ersten Arbeitseinsatz, um den Saal auf Vordermann zu bringen. Coronakonform wurde geputzt, geschliffen und gepinselt. Zeitgleich begann Techniker Hardy Wamser mit der Analyse des bestehenden Systems. Die Holzvertäfelungen wurden aufgefrischt, die Bühnenfront von ihrem nostalgischen Ockerton, gefühlten 10 000 zurückgelassenen Tackernadeln und verschiedensten Aufklebern befreit und mit einem eleganten Anthrazit versehen. Nach den Arbeiten an Notstrombeleuchtung, Kabelschächten, Bühnentraverse und Regieraum waren Ende August alle Malerarbeiten erledigt. Eine gründliche Bodenreinigung bildete den Abschluss.

Alles in Eigenleistung

Für Maske und Umkleide im Untergeschoss wurden Tapeten und Teppiche entfernt, der Putz ausgebessert und alles neu gemacht. Anfang Dezember war auch dies geschafft. In der Weihnachtswoche erhielt die "Dorfbühne" mit etwas Verzögerung noch weitere 100 neue Stühle für den neuen Theatersaal.

Durch die Mitgliedschaft im Verband Bayerischer Amateurtheater erfuhr der Verein Anfang August von der Ausschreibung "Land in Sicht" des Bundes Deutscher Amateurtheater. Weil die Förderkriterien genau zutrafen, stellte die Vorstandschaft postwendend den Antrag für ihr Projekt "Neuer Theatersaal". Obwohl es 53 Bewerber mit einem Fördervolumen von fast einer halben Million Euro gab und letztlich nur 125 000 Euro Bundesmittel zur Verfügung gestellt waren, kamen die Waidhauser zum Zug.

Unter den 15 Theatergruppen aus 10 Bundesländern, die Geld bekamen, war auch die "Dorfbühne". Kleber: "Wir konnten mit der Übernahme von 50 Prozent der förderfähigen Kosten rechnen. Der Aufwand hat sich gelohnt, denn mit 4 039,77 Euro Fördergeld und einer Spende der Sparkasse Waidhaus über 350 Euro ist das doch ein beträchtlicher Teil der Renovierungsgesamtkosten von rund 10 000 Euro."

Klebers Dank galt Kassiererin Angelika Werner und Eigentümer Moll, der eine achtjährige Nutzung als Basis für die Förderung und auch für die Investitionen wie neue Heizkörper und Toilettenanlagen vereinbarte. Die Renovierungsarbeiten wurden mit mehreren 100 Arbeitsstunden bei über 50 Arbeitseinsätzen gänzlich von den Mitgliedern des Theatervereins ausgeführt. In seinem Ausblick sah er eine feste Basis, den Saal wiederzubeleben, mit Theater, Theaterlehrgängen, Workshops, Krimi-Dinner, Gastauftritten, Stammtischen, Versammlungen und verschiedenen Festivitäten.

"Ich bin begeistert, wie ihr den Kreuzwirtsaal mit eurem Einsatz und enormer Energie herausgeputzt habt", lobte Bürgermeister Markus Bauriedl. Dazu verkündete er seine Vorfreude mit vielen weiteren Theaterbesuchern, "dass ihr bald wieder unsere Lachmuskeln strapaziert".

Die Festansprache übernahm Heiner Balk vom Amateurtheater-Verband mit einem Lob für die "immer ausverkauften Vorstellungen". Auch sprach er von einem "bayernweiten Bekanntheitsgrad der Waidhauser Dorfbühne".

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"Ich bin begeistert, wie ihr den Kreuzwirtsaal mit eurem Einsatz und enormer Energie herausgeputzt habt."

Bürgermeister Markus Bauriedl

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