22.10.2019 - 17:52 Uhr
WaidhausOberpfalz

Waidhauserin beschwert sich über BRK-Spendensammler

Die Tochter einer 89-Jährigen aus Waidhaus ist sauer: Ihre Mutter, die mit in ihrem Haus wohnt, sei vor einigen Wochen von einem Spendensammler des Roten Kreuzes mehr oder minder zu einer Unterschrift genötigt worden.

Eine Spendendose haben die Sammler nicht dabei, dafür ein Tablet.
von Sonja Kaute Kontakt Profil

Mit dem Hinweis "Wir sind auf Spenden angewiesen" habe der Sammler die alte Dame auf einem Tablet unterzeichnen lassen. Was die Seniorin laut eigener Aussage nicht wusste: Mit der Unterschrift stimmte sie einer Verdoppelung ihres Spendenbeitrags zu.

Die Waidhauserin ist bereits seit 1960 BRK-Mitglied. Im Gespräch mit dem Sammler vor ihrer Haustüre habe sie mehrmals betont, dass sie eine erneute Spende ablehne, da sie ja schon seit Jahrzehnten mit ihrem Beitrag das Rote Kreuz unterstütze. Sie erzählte ihrer Tochter, der junge Mann habe argumentiert, dass die 89-Jährige mit der Unterschrift lediglich seine Anfrage bestätige. Er überreichte eine Art Quittungszettel. Die Seniorin habe ihrer Tochter später von dem Besuch erzählt und ihr den Zettel gezeigt. Diese sei recht zornig geworden: "Ich finde das nicht in Ordnung, dass das Rote Kreuz so vorgeht und alte Menschen so angeht. Auch wenn das vielleicht rechtlich in Ordnung ist."

Weiden in der Oberpfalz

"Dürfen sich keinem aufdrängen"

"Die Spendensammler dürfen sich keinem aufdrängen", sagt Tanja Gorisch vom BRK-Kreisverband Weiden und Neustadt. Vielmehr seien sie aufklärend unterwegs. "Wenn jemand nicht interessiert ist, geht der Sammler wieder." Werden dem Kreisverband dennoch Beschwerden über Spendensammler gemeldet, reiche man diese an die Agentur weiter, bei der die Sammler beschäftigt sind, und nehme gegebenenfalls Kontakt mit den Betroffenen auf.

Die auch durch die Haustürwerbung gewonnenen Fördermitglieder seien wichtig. Ohne sie seien die vielen ehrenamtlichen Helfer, ihre Ausrüstung und der Fuhrpark des BRK nicht finanzierbar. Die Haustürwerbung sei für dieses Jahr beendet. Die nächste Aktion sei für 2020 geplant.

Erhöhung zurückgenommen

Die Tochter der 89-Jährigen beschwerte sich beim Roten Kreuz und forderte die Rücknahme der Beitragserhöhung. "Das haben die dann auch gemacht", so die Waidhauserin. Entschuldigt habe man sich aber nicht. Die Beschwerde über den Sammler sei "nebensächlich" behandelt worden, berichtet sie.

"Man sollte die Bevölkerung darauf hinweisen, dass solche Sachen passieren. Ich weiß ja nicht, wie viele andere alten Leute nur unterschrieben haben, um die Sammler wieder loszuwerden. Es gibt vielleicht viele ältere Leute, die einen höheren Beitrag zahlen, ohne es zu wissen."

Zumal dies nicht der erste Vorfall gewesen sei. Schon einmal habe ein Spendensammler des BRK ihrer Mutter eine Beitragserhöhung aufgeschwatzt, ohne dass es ihr bewusst gewesen sei. Auch habe die Tochter im Umfeld von einigen weiteren Fällen gehört, wo ebenfalls Senioren von Spendensammlern genötigt worden seien. Man überlege, es nicht bei der Rücknahme des erhöhten Spendenbetrags zu belassen, sondern auch die seit Jahrzehnten bestehende Mitgliedschaft zu kündigen.

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