21.11.2019 - 10:24 Uhr
WaidhausOberpfalz

Wasser: Vielverbraucher zahlen weniger

Der Markt arbeitet künftig mit einer Wasser-Grundgebühr. Die Kosten für Geringverbraucher steigen dadurch leicht, Großabnehmer zahlen weniger. Die SPD-Fraktion hält eine Abrechnung nur nach Verbrauch für gerechter, wird aber überstimmt.

Symbolbild
von Gabi EichlProfil

Kämmerer Karl Schmid erläuterte dem Gemeinderat die Vor- und Nachteile einer Grundgebühr. Grundlegender Vorteil für die Gemeinde sei die verlässliche Kalkulierbarkeit eines Teils der Einnahmen, ein möglicher Nachteil - je nach Sichtweise: Je größer der Haushalt, umso günstiger der Wasserpreis, also nicht unbedingt eine Einladung zum Wassersparen. Und an genau diesem Punkt gingen die Meinungen auseinander. Thomas Glaser und mit ihm die SPD-Fraktion vertraten die Auffassung, es sei gerechter, wenn jeder Haushalt das bezahle, was er verbrauche, nicht mehr, nicht weniger. Außerdem sollten die Bürger doch Wasser sparen; mit Grundgebühr zahle der weniger, der mehr verbrauche.

Bürgermeisterin Margit Kirzinger argumentierte, die Variante mit Grundgebühr sei die familienfreundlichere. Der UWG/PL-Sprecher Josef Schmucker hielt der SPD entgegen, ein kleiner Haushalt mit geringem Wasserverbrauch verursache einen deutlich größeren Verwaltungsaufwand; die Grundgebühr diene dazu, die Vorhaltung und Wartung der Zähler zu finanzieren. Überdies arbeite kaum noch eine andere Gemeinde ohne Grundgebühr. Und zum Thema Wassersparen gab Schmucker zu bedenken, dass man mit zuviel Sparen Schäden an den Leitungen verursache; auch das dürfe man folglich nicht übertreiben.

Die Grundgebühr für Privathaushalte hatte der Kämmerer auf 35,41 Euro kalkuliert, der Wasserpreis sinkt dadurch auf 1,15 Euro pro Kubikmeter (derzeit: 1,62 Euro). Inklusive Grundgebühr zahlt ein Ein-Personen-Haushalt im Jahr künftig etwa 11 Euro mehr, ein Vier-Personen-Haushalt dagegen spart gut 60 Euro im Jahr. Bei dem von der SPD favorisierten Modell ohne Grundgebühr wäre der Wasserpreis auf 1,34 Euro gesunken (ohne weitere Kosten), da ein Überschuss von 42.000 Euro aus den Vorjahren an die Verbraucher weitergegeben werden muss.

"Werbegag der Telekom"

Die Gemeinde beteiligt sich an dem Telekom-Programm „Wir jagen Funklöcher“, im Rahmen dessen in 50 ausgewählten Kommunen im ganzen Bundesgebiet Funklöcher geschlossen werden sollen. Der Gemeinderat setzte keine allzu großen Hoffnungen in das Programm, wie in der Sitzung deutlich wird. Von einem „Werbegag der Telekom“ sprach Werner Duschner (Bürgerliste), der gegen die Bewerbung stimmt. Monika Zeitler-Kals (SPD) sagte, das Programm, das eine ausführliche Bewerbung der Gemeinde erfordert, sei eine „Frechheit von der Telekom“; überall in der Welt habe man einen besseren Empfang als in Deutschland. Thomas Glaser (SPD) berichtete zum wiederholten Mal von seinen Nöten in Hagendorf, in dem man nach wie vor nicht telefonieren könne, in dem es bis heute kein LTE gebe. Dass es kurz vor 2020 in Deutschland noch solche weißen Flecken gebe, sei unfassbar. Aber wenn es nicht allzu viel Aufwand für die Verwaltung bedeute, solle man den Versuch wagen.

Das ist eine Frechheit von der Telekom.

Monika Zeitler-Kals (SPD) zum Programm "Wir jagen Funklöcher"

Freizeitanlage „Bäckeröd“

Die Umbaumaßnahmen in der Freizeitanlage „Bäckeröd“ haben begonnen und sollen laut Kirzinger bis Saisonbeginn beendet sein. Der Gemeinderat beschloss kurzfristig noch zwei Änderungen. Zum einen müsse die Position des Schwallwasserbehälters geändert werden, da das Gefälle am Standort Kiosk nicht ausreichend sei. Der Behälter soll nun unter den bisherigen Biergarten verlegt werden. Für die Hecke um den Biergarten werde man laut Kirzinger Alternativen finden.Zum anderen soll der Bachlauf zugeschüttet werden, die Einspeisung künftig unterirdisch erfolgen; die Kosten einer Reparatur des rissigen Bachlaufs stünden in keinem Verhältnis zum Nutzen, heißt es.

In Sachen Städtebauförderung beantragte die Gemeinde für 2020 Mittel in Höhe von 333.000 Euro für verschiedene Maßnahmen. Das Gremium genehmigte den Haushalt 2020 der Kindertageseinrichtung der katholischen Kirchenstiftung, der mit einem Defizit von 50.800 Euro schließt; davon trägt die Gemeinde wie vereinbart 80 Prozent, das sind etwa 40.600 Euro.

Bauanträge

Sein Einvernehmen erteilte der Gemeinderat folgenden Bauanträgen: Errichtung eines Lagerplatzes auf Flurnummer 227/1 der Gemarkung Waidhaus; Tekturantrag zum Bau einer Garage mit nun veränderter Lage und Pultdach auf Flurnummer 702/12 der Gemarkung Waidhaus.

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