Waldau bei Vohenstrauß
18.10.2018 - 10:25 Uhr

Bürgerversammlung im Vohenstraußer Ortsteil: Stirbt Waldau aus?

Eigentlich sind es gute Nachrichten: Grundstücke sind begehrt und Fußballspiele des SV beliebt. Doch das macht jungen Familien Probleme und die Fußballfreunde parken wild auf der Kreisstraße. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer vermittelt.

Wegen fehlender Bauplätze könnte der idyllisch gelegene Ortsteil Waldau mit Burganlage und St.-Johannes-Nepomuk-Kirche in naher Zukunft aussterben, befürchtet Harald Striegl. Bild: dob
Wegen fehlender Bauplätze könnte der idyllisch gelegene Ortsteil Waldau mit Burganlage und St.-Johannes-Nepomuk-Kirche in naher Zukunft aussterben, befürchtet Harald Striegl.

In Waldau gibt es keine Bauplätze. Harald Striegel befürchtet deshalb, dass der Ort bald ausstirbt. Daraus entwickelte sich im Gasthof Zilbauer unter den 36 Zuhörern und den 12 anwesenden Stadträten eine lebhafte Diskussion.

Bürgermeister Andreas Wutzlhofer antwortete dem Waldauer, er würde ja Grundstücke kaufen. Doch keiner sei zum Verkauf bereit. Wutzlhofer könne das auch verstehen, da Grund und Boden eine Geldanlage sind. "Du kriegst keinen Grund und Boden, um ein kleines Baugebiet ausweisen zu können", machte er deutlich und erzählte von einem Versuch seines Geschäftsleiters Alfons Sier: Dieser hatte vor Jahren schon eine Umfrage gestartet und alle Grundstückseigentümer mit freien Plätzen angeschrieben. Einer der rund 50 Besitzer sei bereit gewesen, zu verkaufen. Als die Verkaufsbereitschaft jedoch einer der Nachbarn mitbekommen hatte, habe er den Bauplatz der Stadt weggeschnappt.

Ansonsten müsse ein mögliches Baugebiet im Zusammenhang mit Waldau stehen. Es helfe nicht, wenn nach der Iltismühle jemand zum Verkauf bereit wäre, meinte Wutzlhofer. "Wenn jemand Grund und Boden verkaufen will, der sich als Bauplatz eignet, bin ich gerne bereit und komme sofort. Ich kaufe auch Einzelparzellen um in die Innenverdichtung Schwung zu bringen."

Striegl brachte noch Tauschgeschäfte ins Spiel. Auch das wäre kein Problem, wenn geeignete Grundstücke vorhanden wären. Striegl meinte, es werde nicht mehr lange dauern, "dann stirbt Waldau aus".

Die in Eigenregie eingebaute Beregnungsanlage auf dem Sportplatz des SV Waldau war in diesem Jahr das größte Projekt im Ortsteil. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer zollte den SV-Verantwortlichen Respekt. Die Idee, Trinkwasser zu sparen, sei "beispielgebend für andere". Deshalb habe sich der Stadtrat auch nicht "lumpen lassen" und 15 000 Euro Zuschuss gewährt. Trotzdem sammelt der "Alterspräsident" des SV, Heinz Zetzl, weiter finanzielle Unterstützung für die Anlage.

Striegl sprach auch ein Problem an, das den SV betrifft. Zu den Spielen des Vereins kämen immer mehr Zuschauer. Der Parkplatz am Sportheim reiche nicht aus. Die Zuschauer parken widerrechtlich auf der Kreisstraße. Striegl habe bereits öfter das Thema Verkehrssicherheit angesprochen. Eine Geschwindigkeitsbeschränkung werde von der Straßenbaubehörde des Landkreises Neustadt/WN abgelehnt. Der Waldauer forderte deshalb eine Befestigung des Parkplatzes, um mehr Fahrzeuge auf dem SV-Gelände unterzubekommen. Beim SV Altenstadt und der SpVgg Vohenstrauß gäbe es genug Parkplätze. "Da wurde sogar der Platz von der Stadt geschottert", sagte er. "Wir haben schon einmal in Eigenregie fünf Lastwägen Schotter herfahren lassen und planiert." Bürgermeister Wutzlhofer und Außendienstleiter Karl Frey zeigten Verständnis. Der städtische Bautechniker Christoph Weiß werde beauftragt, die Fläche demnächst zu begutachten und Vorschläge zu machen, "wie man diese sinnvoll und wirtschaftlich aufbereiten kann."

Seit Jahrzehnten fordern die Waldauer einen Fußgänger- und Radweg zum Sportgelände. Helmut Janker stieß erneut in diese Wunde. Fußgänger müssten in den Graben ausweichen und bekam vom Stadtoberhaupt eine direkte Antwort: "Wenn du den nötigen Grund besorgst." Für Armin Lämmlein wäre es wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen, sicher zum Sportplatz kommen. "Das ist jedes Jahr das gleiche", wandte Wutzlhofer ein. Die Waldauer konnte diese Antwort nicht zufriedenstellen.

Weil zu wenig Platz zum Parken auf dem unbefestigten SV-Gelände vorhanden ist, parken die Zuschauer einfach widerrechtlich auf der Kreisstraße. Die Stadt will sich nun mit den Verantwortlichen um eine Lösung bemühen. Harald Striegl würde den Platz gerne befestigen, um mehr Fahrzeuge unterzubringen. Bild: dob
Weil zu wenig Platz zum Parken auf dem unbefestigten SV-Gelände vorhanden ist, parken die Zuschauer einfach widerrechtlich auf der Kreisstraße. Die Stadt will sich nun mit den Verantwortlichen um eine Lösung bemühen. Harald Striegl würde den Platz gerne befestigen, um mehr Fahrzeuge unterzubringen.
 
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