02.10.2019 - 10:08 Uhr
Waldau bei VohenstraußOberpfalz

Dauerbrenner in Bürgerversammlungen

Vielleicht kann der SV Waldau nun doch bald auf eine Parkplatzbefestigung vor dem Sportheim hoffen. Auch das fehlende Baugebiet wird dem Bürgermeister jedes Jahr aufgetischt.

Die Pergola auf dem Waldauer Dorfplatz wird noch heuer erneuert.
von Elisabeth DobmayerProfil

Beim Sportverein Waldau kommen derzeit viele Besucher zu den Spielbegegnungen und parken teilweise unerlaubt auf der Kreisstraße 23 in Richtung Iltismühle. Deshalb wollen die Verantwortlichen den Parkplatz vor dem Sportheim befestigen. „Alterspräsident“ Heinz Zetzl brachte dieses Anliegen zum wiederholten Male bei der Bürgerversammlung im Gasthof Zilbauer ins Gespräch. Die Vereinsmitglieder hätten den Platz vor dem vereinseigenen Gebäude bereits selbst etwas aufgeschottert, um eine Verbesserung zu erreichen. Jetzt zeichnet sich anscheinend eine Lösung ab, denn Außendienstleiter Karl Frey hatte bereits im Vorfeld mit stellvertretendem Vorsitzenden Wenzl Rauch einen Besichtigungstermin vereinbart.

Dauerbrenner in Waldau sind auch die fehlenden Bauplätze. Wenn Grundstücke zur Verfügung gestellt würden, könnte die Stadt sofort zugreifen und ein Baugebiet ausweisen, machte Bürgermeister Wutzlhofer das Dilemma deutlich. „Das höre ich jetzt seit zehn Jahren“, meinte Florian Bauer.

Noch heuer soll im Ortsteil Waldau die Erneuerung der Holzpergola auf dem Dorfplatz erfolgen. Im Haushalt sind dafür 10 000 Euro eingestellt. Das gab Bürgermeister Andreas Wutzlhofer bei der Bürgerversammlung den 26 anwesenden Zuhörern bekannt. Bei der Dorfplatzneugestaltung vor 24 Jahren, nach dem Abriss des Brauhauses, sei diese Pergola als gestaltendes Element unterhalb der Benefiziumskirche St. Johannes Nepomuk errichtet worden. Zwar wurde es nach einem „Maibaumunfall“ vor etlichen Jahren teilerneuert, aber nach dieser langen Zeit seien die Holzteile zusehends marode.

Nur durch die unvorhergesehene Erneuerung der 1,3 Kilometer langen Wasserleitung von Waldau nach Lämmersdorf sei diese Maßnahme bisher etwas in den Hintergrund getreten. Außendienstleiter Karl Frey versprach, diese Erneuerung noch heuer über die Bühne zu bringen. Fast schwärmend berichtete Wutzlhofer außerdem über das maschinelle Einpflügen der Wasserleitung bei Iltismühle durch die Firma Föckersperger aus Aurachtal bei Herzogenaurach in Mittelfranken. Nach der Bohrspülung durch die Tiefbaufirma Kollmer war klar, dass die alten asbest- und zementhaltigen Rohre ausgetauscht werden müssen, da in diesem Streckenverlauf immer wieder Wasserrohrbrüche auftraten. Insgesamt betreut die Stadt ein 180 Kilometer langes Wasserleitungsnetz und viele dieser Leitungen sind älter als 50 Jahre.

Eine große Enttäuschung ist für den Rathauschef der Breitbandausbau in Zeßmannsrieth und Erpetshof. Einerseits würden im Zeitalter von 5G Förderprogramme für Glasfaseranschlüsse in Schulen und Rathäuser aufgelegt, um bayernweit optimale Voraussetzungen für schnelles Internet zu schaffen und andererseits sind die oben genannten Orte nicht einmal an das bestehende Breitbandnetz angebunden. „Wir müssen den politischen Weg gehen, sonst wird das nie mehr was mit 30 Mbit und schnellem Internet im ländlichen Bereich.“ Franz Gruber kann nicht verstehen, warum Orte wie Reinhardsrieth, Oberbernrieth, Albersrieth, Irlhof oder Pfifferlingstiel alle mit Glasfaser bis ins Haus ausgestattet werden. Warum funktioniert es bei anderen? Wutzlhofer konnte diese Frage nicht beantworten. „Ich weiß nicht, was wir falsch gemacht haben.“

Der SV setzte mit dem Einbau einer Berieselungsanlage ein „top Idee“ um, lobte der Bürgermeister. Obwohl es den Umweltpreis gar nicht mehr gibt, der im Jahr 1989 eingeführt und im Dezember 2006 eingestellt wurde, da dafür keine Vorschläge mehr eingereicht wurden, zahlt die Stadt nun Preisgeld. Der Stadtrat hat nach einstimmigen Beschluss dafür gestimmt die vorgesehene Summe von 300 Euro auf 500 Euro aufzustocken und dieses Geld als Dankeschön und Anerkennung zu leisten, neben den 15 000 Euro, mit denen die eigentliche Maßnahme bezuschusst wurde. Heinz Zetzl sei da ein unnachgiebiger Bittsteller gewesen, der immer wieder ein „Zuckerl“ einforderte, machte Wutzlhofer deutlich.

Der ehemalige Stadtrat Helmut Janker pflichtete Franz Seidl aus der Altenstädter Bürgerversammlung bei, der den „Zirkus mit dem Circus“ und vor allem die Vorgehensweise des Bürgermeisters in der Bürgerversammlung (wir berichteten) anprangerte. Zuerst verteilte Janker viel Lob an den Bürgermeister für seine Regierungsgeschicke. Seine Rücknahme der Plakatierungsgenehmigung – die dritter Bürgermeister Johann Gollwitzer wenige Tage vorher erteilt hatte – könne er nicht verstehen. „Stell Dir mal vor, Du wärst der dritte Bürgermeister?“, gab Janker nicht nach. „Ich steh zu dieser Entscheidung die rechtens war“, machte Wutzlhofer unmissverständlich klar. Er habe sowohl positive wie auch durchaus kritische Rückmeldungen für sein Vorgehen erhalten. „Man macht sich nicht nur Freunde in der Politik.“ Benjamin Janker beschleiche ein ungutes Gefühl, wenn der Bürgermeister jede Entscheidung seiner Vertreter revidieren könne. Zweiter Bürgermeister Uli Münchmeier versicherte, dass diese Situation und Vorgehensweise während seiner Zeit als Stadtrat und stellvertretender Bürgermeister nun zum ersten Mal der Fall gewesen sei. Auch der Stadtrat könne eine Entscheidung des amtierenden Bürgermeisters kippen.

Für das renovierte „Grouber“-Marterl sagte das Stadtoberhaupt der Familie Waltraud und Josef Kick für die Überlassung noch einmal Dank. Elisabeth und Johann Ertl hatten dieses Marterl zur Renovierung ins Gespräch gebracht bei der Stadt. Zwischenzeitlich war es schon zum ersten Mal in den Fronleichnamsweg als dritter Standort eingebunden und hat einen würdigen Platz bekommen. Der „Kaimlinger Weg“ in Richtung „Schinderweiher“ durch das Waldgebiet „Elm“ wies auf einer Wegstrecke von rund 500 Metern starke Ausschwemmungen auf und wurde ausgebessert. Der Weg soll nur noch abgezogen werden, um ein besseres Befahren zu ermöglichen, sagte Wutzlhofer.

Die hölzerne Pergola auf dem Dorfplatz soll noch heuer erneuert werden.
Die SV-Verantwortlichen würden sich eine Befestigung des Parkplatzes vor dem Sportgebäude wünschen, um den Gästen gefahrloses Parken zu ermöglichen.
Das "Grouber"-Marterl befindet sich zwischenzeitlich im Besitz der Stadt. Die Familie Kick überließ es der Stadt.
Der Waldweg im "Elm" am "Schinderweiher" vorbei in Richtung Kaimling, wurde aufgeschottert, muss aber noch abgezogen werden.
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