12.11.2018 - 11:10 Uhr
Waldau bei VohenstraußOberpfalz

Hochverehrter Heiliger

Nepomuk ist Patron in der Benefiziumskirche Waldau. Jetzt können sich Einheimische und Besucher über ihn an einer übersichtlich und mit vielen Bildern gestalteten Tafel informieren.

An der Pergola auf dem Kirchplatz ist eine Nepomuk-Tafel angebracht. Martin Koppmann, Rainer Christoph, Uli Münchmeier, Christoph Maier und Peter Staniczek (von links) stellen sie der Öffentlichkeit vor.
von Elisabeth DobmayerProfil

An der Pergola auf dem Dorfplatz wurde eine neu entworfene Anschlagtafel für den Heiligen Nepomuk angebracht. Eine von insgesamt drei, eventuell folgt auch noch eine vierte. Der Heilige wird in der Benefiziumskirche als Namenspatron hochverehrt.

Startpunkt für Führungen

Die Tafel kann zukünftig durchaus Ausgangspunkt für so manche Führung sein, darüber waren sich die Initiatoren Rainer Christoph vom Förderverein Goldene Straße und Martin Koppmann vom Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald mit zweitem Bürgermeister Uli Münchmeier und Christoph Maier vom Tourismusbüro sicher. Die Landesausstellung in Nürnberg über Karl IV. gab den Anstoß zu verschiedenen Projekten rund um Böhmen. Vor allem der heilige Nepomuk tangiert laut Christoph die Region sehr stark, noch dazu stehen in der nördlichen Oberpfalz in Waldau und Waldeck zwei traditionelle Nepomuk-Kirchen. Eine weitere, aber neuere, kommt mit Letzau hinzu.

In der Barockzeit schwappte vor allem die Besonderheit der Akanthusaltäre zu uns herüber, die man laut Christoph nur hier und im Österreichischen, gegenüber Südböhmen finde. Auf der Tafel kann der Werdegang von St. Johannes Nepomuk nachgelesen werden. Sein Vater war Advokat bei den Zisterziensern und zog mit ihnen nach Nepomuk und dort wurde dann auch Johannes Nepomuk geboren.

Er studierte in Rom und wurde ein bedeutender Mann, der bestimmt Karl IV. begegnete, genauso wie dem großen Reformator Jan Hus, führte Christoph aus. 1393 wird er in der Moldau ertränkt, weil er das Beichtgeheimnis nicht preis geben wollte. Erst 336 Jahre später wurde er jedoch heiliggesprochen. "Das war eine sehr, sehr lange Zeit und man muss sich schon etwas wundern." Die Heiligsprechung wurde durch die Jesuiten in Prag betrieben, die ihn als zweiten Ordenspatron einführten, genauso wie in Bayern, in dem er nach der Gottesmutter Landespatron ist.

Um 1919 wurden viele Nepomuk-Figuren in Tschechien zerstört, da man ihn als verlängerten Arm der katholischen Kirche und Österreichs (Habsburger) gesehen hat.

Christoph dankte Koppmann und der Stadt Vohenstrauß für die Umsetzung. "Bürgermeister Andreas Wutzlhofer war sofort einverstanden, als er von dieser Idee hörte", berichtete er. Als Vater der Beichtgeheimnisse gilt Nepomuk bis heute auch als Brückenheiliger. Mesnerin Annemarie Schwägerl freute sich ganz besonders, dass auf der Tafel auch der silberne Sarg von Nepomuk im Veits-Dom in Prag abgebildet ist, da die Reliquien im Waldauer Volksaltar von dort stammen.

Ein Stück Weltgeschichte

Münchmeier begrüßte die Anbringung der Tafel ebenfalls, denn es sei immer schön, wenn man als Stadt- und Gästeführer einen besonderen Startpunkt hat und auch ein Stück weit das Weltgeschichtliche an historischen Orten mit einbringen kann. Es sei eine gute Sache, des heiligen Nepomuks zu erinnern, noch dazu, wenn man hier so ein Kleinod wie die Benefiziumskirche mit den wunderschönen Akanthusaltären besitzt. Vor allem den jungen Leuten müsse wieder verstärkt bewusst gemacht werden, was Geschichte auch für uns heute noch bedeute. Die gelte es zu bewahren, appellierte Münchmeier. Im Anschluss führte Kreisheimatpfleger Peter Staniczek durch das Gotteshaus. Er bezog auch die Ortsgeschichte mit ein, die eng mit Schloss und Burganlage verbunden ist.

Auf der Tafel können die verschiedenen Stationen des St. Johannes Nepomuk verfolgt werden.

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